Holland – Tag 1 – Die Fahrt und der Erste Tag

20:00 – Wir sollten längst die, als Geschenk für unsere Lieben gedachte, Jause holen, doch die Vorbereitungen laufen noch auf Hochtouren! Die Kinder sitzen noch nicht im Auto, die Koffer sind annähernd fertig!

20:10 – Abfahrt zur Buschenschenke Raunjak; Mitbringsel schnappen, K1‘s Schulfreundin begrüßen (die gerade zufällig da ist) und los geht die wilde Fahrt.

20:43 – Jasmin startet die Reise als Fahrerin. 1 Stunde später raunzt es aus den hinteren Reihen: Wir haben Hunger! Gott sei Dank haben wir unser restliches Abendessen mitgenommen als Notreserve. Gekonnt wird auf dem Polsterberg der letzte Rest Nudeln verputzt ohne die Fahrt zu unterbrechen.

02:30 – Der erste Abschnitt geht zu Ende und Jasmin meldet „Out of Mana – Kojak übernehmen Sie“.

Die Hälfte der Strecke liegt hinter uns und 1-3 Energydrinks und ein schneller Lauf ums Auto helfen auf Touren zu kommen. Der Verkehr ist der pure Wahnsinn um DIESE Uhrzeit. LKWs und Schwertransporter ohne Ende. (um 4:30 morgens!) Da wird man(n) dann auch nicht müde.


1x zum Tanken stehen bleiben und durchgezogen bis nach Den Haag. Ab der Grenze beginnt es zu regnen. Das Wetter ist eher schlecht und wir sind froh, als wir an unserer vorläufigen Enddestination angekommen sind.

Unsere Gastgeber empfangen uns im strömenden Regen und bringen uns in ihre kleine feine Wohnung. Ein kleiner Schlurf, 2te Türe rechts weg ein “Wohnzimmer” an welches nochmal ein Schlafzimmer ohne Tür und darin nochmal ein kleines Badezimmer mit Dusche grenzen. Vom Flur grade aus befindet sich die Küche und links vom Flur weg die Toilette.
Angelina hat Jasmin alle Eigenheiten dieses Heims in Kürze erklärt und
verabschiedet sich gleich wieder, weil Joost in seine neue Wohnung zieht und sie dort siedeln hilft. Wir richten uns ein, was bei diesem Anwesen genau bedeutet, dass ich die Koffer auf der einer Hühnerleiter gleichen Treppe in den ersten Stock schleppe und das wars. Kein Platz etwas auszuräumen, wir leben 1-2 Tage aus dem Koffer in den Koffer bis wir in Joosts neue Wohnung kommen.

Wir frühstücken als nächstes erstmals die uns zur Verfügung gestellten Köstlichkeiten. Superweicher Toast, ein Käsestangerl, ein seeehr guter Käse (nicht in der Definition der Kinder), eine undefinierbare “Grill Wurst” und die üblichen Schokostreusel. Kaffee war auch da, leider keine Milch. Jasmin versicherte, dass Angelina ihr Kaffeemilch gezeigt hatte. Ich hatte die Packung wohl gefunden, diese gerochen und für nicht mehr verwendbar befunden. Jasmin sagt: Das checkt man ganz leicht! Öffnet die Packung, streckt die Nase rein und wechselt kurz ihre Gesichtsfarbe (Hulk wäre neidisch geworden), und würgt ein kleines bisschen. Ich lache, die Milch lacht, der Kaffee lacht! Na gut, heute schwarz! Die Wurst wollte aus irgendwelchen Gründen keiner probieren. Könnte daran gelegen haben, dass sie seeehr unappetitlich ausgesehen hat. Bin mir dabei aber nicht 100% sicher! Einer nach dem anderen – begonnen mit K1 – traut sich dann doch diese Exklusivität zu kosten, geschmeckt hat es wie eine Extrawurst mit Käse und Gurken. Also ich brauch‘s nimmer! Nach dem Frühstück hauen wir uns erstmal aufs Ohr und die Kinder schauen einen Film.

Es geht quer durch die Stadt, bei einem Krankenhaus vorbei, durch einen Park, in dem schon genügend andere komische Vögel rumschwirren und schliesslich zu dem Zoo Shop. Der Parkplatz ist gerammelt voll und wir sind froh, nicht mit dem Auto gekommen zu sein.

Ein riesiger Zoo Shop (um noch ein paar letzte Einkäufe für Loki – unseren Hund, den wir nach dem Urlaub auf der Heimreise in Kassel mitnehmen werden – zu tätigen). Gleichzeitig auch eine Indoor Erlebniswelt, die sich sehen lässt. Ein Labyrinth aus Höhlen, Gebäuden im Gebäude, ein französischer Platz und jede Menge Wildtiere (Wüstenfuchs, Meerkatzen und Mungos)

Wirklich cool gemacht und allemal einen Aufenthalt für einen Tag wert. Noch einen Happen essen und wir suchen den Weg durch die Zoohandlung. Von der Größe und Vielfalt würde ich jetzt einen Interspar oder eine Metro als Vergleich heranziehen. Gigantisch! Inkl. Tierarzt, Hundewaschstation und Zoohandlung mit mindestens 10 verschiedenen Vogelarten, freilaufenden Enten, FLAMINGOS!!!, 2 riesigen Papageien (wobei Jasmin hier versuchte mit einem zu tanzen), Schildkröten, Piranhas und das Übliche was solche Zoohandlungen haben, nur 3x so viel. Noch nie haben wir so etwas gesehen.

Am Weg zurück bei einem “Billa”, der hier Albert Heijn heißt, noch schnell 2-3 Kleinigkeiten kaufen (Stichwort Kaffeemilch) und ab zur Selbstscan-Kasse. Jasmin scannt – ich verstaue, sie will zahlen. Danke für ihren Einkauf, aber wir vertrauen niemanden und deshalb kommt noch eine Mitarbeiterin und scannt alle ihre 5 Artikel nochmal. HÄ????!!! Wozu eine Selbstbedienungskasse, wenn man dann erst jemanden herschickt, der alles neu einscannt? Verrückte Holländer!!

Zuhause angekommen, teilen wir erstmal unsere mitgebrachte Kärntner Jause auf 2 Fresspakete auf und versuchen mit Joost etwas auszumachen. Es stellt sich als etwas kompliziert dar, denn mittlerweile ist Eddy’s Auto kaputtgegangen und sie mussten ihre Umzugsaktion etwas unterbrechen. (Im späteren Verlauf stellt sich raus, dass die alte Wohnung keine 100m von der neuen entfernt ist und ich mich frage, warum man hier überhaupt einen Umzugsanhänger besorgt hat, aber das ist wieder eine andere Geschichte.) Joost bestellt Pizzen und wir kommen um 19:40 bei seiner Wohnung an. Wir bekommen sein Parkticket, denn hier muss man von 18:00 – 24:00 Uhr bezahlen. Anders rum als wir Österreicher es gewohnt sind eben. Die Erklärung dazu: Wenn die Menschen von der Arbeit nach Hause kommen, dann haben sie sonst keinen Parkplatz und deshalb wird am Abend kassiert. Ah, leuchtet ein. Ahja. Bei wem jetzt? Wir lernen 2 Freunde von Joost außerdem noch Eddy und seine Frau Michéle, kennen, die den ganzen Tag beim Umzug geholfen haben.

Die Unterhaltungen schwanken von Deutsch auf Englisch auf Niederländisch im stetigen Wechsel hin und her und wir fühlen uns wohl hier. Ich helfe den Jungs noch kurz 2-3 Sachen aus der alten Wohnung zu holen und stelle mit Freude fest, dass wir nicht diese Wohnung bekommen haben. Sie liegt im 2 Stock und ich hätte eine wahrhaftige Freude daran gehabt die verdammt schweren Koffer rauf und vor allen wieder runter zu schleppen! Abgesehen davon ist die Temperatur sehr hoch, obwohl es Abend ist und der Platz in dieser feinen Wohnung ist noch beschränkter, als in unserem jetzigen Reich.

Wir verbringen den restlichen Abend noch in der neuen Wohnung mit den Anderen und sagen um 22:30 gute Nacht und machen uns auf den Heimweg. Die Parkplatzsituation ist schwierig, denn es ist nichts frei und wir müssen etwas abseits parken. Der Regen überrascht uns nochmal und wir kommen eeeeetwas angefeuchtet in der Wohnung an. K1 will noch duschen und bis wir gecheckt haben, dass jemand die Gastherme abgesteckt hat, ist sie auch schon wieder eisgebadet fertig und wir fallen alle Fix und Foxi ins Bett.

Der erste Tag in den Niederlanden war anstrengend und entspannt zugleich. Wir haben unsere Pläne total über den Haufen geworfen und leben nun nur mehr nach dem Motto: In welcher Stadt ist grade schönes Wetter. Da fahren wir hin und verbringen den Tag.

Tot Ziens!

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