Holland – Tag 2 – Scheveningen und die erste Bahnfahrt

Wir schlafen aus… bis ca. 10:30!!
Es war für alle anstrengend und wir haben es gebraucht. Gemütlich aufstehen, wobei die Renovierungsarbeiten aus der Wohnung über uns schon seeeeeehr nervig sind! Es hört sich an, als würden die Nachbarn die Bude abreißen und in 2 Sekunden durch die Decke krachen! Same Frühstück as yesterday, ausser das vergessene Filet Americano vom Vortag, wurde hinzugefügt.
Auf Deutsch: Ein nochmal durch den Fleischwolf gedrehtes Beef Tartar etwas pikanter gewürzt.

Nach dem Essen gehe ich mal das Auto vom Parkplatz vom Vorabend holen und parke es direkt vor die Haustüre. Danach schmieden wir unsere Pläne für heute, denn das Wetter hält. Klar, Wolken und Wind sind da aber egal. Meist kommt die Sonne durch und wir brauchen uns keine Sorgen um Regen machen. Der Plan steht und wir wollen mit den Öffis nach Scheveningen zum Strand! Joost ruft an, um uns zu erklären, wie wir uns am besten und günstigsten mit den Öffis bewegen.

Kinder -> Tagesticket um 1€
Erwachsene halten die Bankomatkarte zum Ein- und Auschecken an den Automaten wenn man ein- und aussteigt.
Wir sollen die App 9292 runterladen und eingeben von Wo wir Wohin fahren wollen. Das ist besser und genauer als Google, heißt es. Die App sagt: Bus ist die beste Wahl! Joost weiß nicht, ob es dieses Tagesticket auch im Bus zu kaufen gibt und empfiehlt uns Albert Heijn aufzusuchen, weil sie dort eine OV-Card verkaufen. Das ist sowas wie eine Prepaidcard mit Guthaben drauf, um nicht mit der eigenen Bankomat bezahlen zu müssen. Wir sollen für die Kinder sowas holen, egal.

Sachen gepackt (Handtücher und Bikinis für die Mädels), es geht ja schließlich ans Meer und ab geht’s! Die nette Damen bei Albert Heijn sagt, dass sie keine Ahnung hat, ob man das im Bus kaufen kann, aber es gäbe eine personalisierte Kinderkarte, die kann man aber nur Online beantragen und dann wird sie per Post zugeschickt. Ja danke, total hilfreich! Das brauchen wir unbedingt! Vor allem weil die Bearbeitung und Zustellung schon mal bis zu 10 Tage dauern kann, erklärt Sie uns noch.

Wir beschließen einfach mal zu einer Strassenbahn zu gehen und mit der zu fahren und dort dann die Tickets für die Mädels zu kaufen. Die Bahn fährt grade ein und wir springen hinein.

Unsere Bankomatkarten funktionieren, es erscheint ein IN am Bildschirm des Lesegerätes der Strassenbahn. So, wo ist so ein Ticketautomat? Ich gehe nach hinten durch und laufe erstmal dran vorbei. Joost schreibt mir: Die sollten eigentlich ganz hinten oder ganz vorne sein. Diesmal sehe ich den roten Automaten und checke dort um 2€ die Tagestickets für die Mädels!

Wir müssen umsteigen und wir halten die Karten wieder vors Lesegerät: UIT
Nächste Bahn: Jasmin IN
Ich: Abgelehnt – Nochmal – Abgelehnt
Nehme das Handy, ApplePay auf – IN – Na geht doch!
Wir ruckeln uns durch Den Haag und sehen unsere Endstation (Kurhaus)

Jasmin UIT
Ich nehm meine bankomatkarte – IN
Huh?? Mist ich habs doch mitn Handy gemacht – ApplePay auf UIT
Ich steig raus, MIST, meine Bankomat ist noch auf IN – Karte raus UIT. Ich schlüpfe grad noch durch die Türe – Bahn fährt ab

Wir gehen zum Meer, an den Strand in Scheveningen der Wind pfeift uns um die Ohren, die Wellen sind so hoch, dass sie Schaum produzieren, der dann einfach liegen bleibt wie Seifenschaum. Der Sand ist durch den Wind ein stetiger Begleiter in Bodennähe (Peeling deluxe). Wir stellen die Schuhe ab und in kürzester Zeit sind sie voll damit. Ich stelle den Rucksack als Schutzschild davor und darauf. Es funktioniert nur so la la.
Die Mädels stürmen ins Wasser und haben einfach Spass! Sie ziehen sich die Bikinihosen an, denn die normalen Hosen sind recht schnell an den Beinen feucht geworden. Soooo kalt ist das Wasser tatsächlich nicht und ich bereue kurz, dass ich keine Badehose dabei habe.

Die Mädels finden eine Sepiaschale. Huii, toll die nehmen wir für die Wellensittiche mit. In den nächsten 2 Stunden sollte sich der Haufen so vergrössern, dass ich daraus Holland 2023 in den Sand schreiben kann und ich wahrscheinlich noch alle unsere Namen dazu schreiben hätte können.

Die liegen da herum, als hätte es ein Massensterben der Tintenfische gegeben. Sehr seltsam jedenfalls. Als ich mich dann mal umdrehe, sehe ich eine Möwe an meinem Rucksack herum manipulieren (wobei sagt man manipulieren wenn Sie es mit dem Schnabel macht?? Sollte es nicht lieber schnablipulieren heißen??)
Ich verscheuche das Vieh und sehe die Meute 10m weiter warten. Sie werden von einer Mutter mit Kind gefüttert. Eine weitere Dame geht vorbei, verliert ihre Semmel und plötzlich, so schnell kann man gar nicht schauen, kommt eine Möwe im Sturzflug und holt sich das verlorengegangen Teil!
Die Frau flucht und geht weiter. Natürlich wird Sie dann weiter von den Möwen verfolgt in der Hoffnung noch etwas erbeuten zu können. Vergeblich! (Also für die Möwen)

Die Liege und unser Krimsbims müssen wir mehrmals weitersiedeln, denn die Wellen und der Schaum kamen durch den Wind immer näher. Wir verlassen nach ein paar Stunden den Strand und suchen erstmal etwas zu beißen. Vorher geht es noch in ein Kaufhaus aufs Klo, eine Bürste kaufen (denn wie kann es anders sein, wenn man mit 3 Mädels unterwegs ist und die Frisur nicht stimmt) und Jasmin entdeckt kurzerhand noch einen schönen dicken Flauschpulli. Anschließend wirds mal KFC. Fast Food ist was anderes, wir warten sicherlich 15-20 Minuten auf unser Essen. Zur Krönung müssen wir dort auch 1€/Person bezahlen um auf die Toilette zu gehen. Verständlich da der Laden ja quasi direkt am Strand liegt, aber für zahlende Gäste? Das scheint hier normal zu sein. Nach dem Essen besteigen wir die Straßenbahn und fahren erstmal zurück zur Centraal Station. Dort steigen wir wieder aus und wollen noch etwas rumstromern. Im Reiseführer stand etwas von einem Wildgatter in der Nähe dieser Station. Und ja, es ist genau daneben! Leider kann man nicht hineingehen, sodass es lediglich die Möglichkeit gibt rundherum zu wandern und die Tiere aus der Entfernung zu beobachten. Rehe oder Hirsche, keine Ahnung welches Wild, sie stellen sich mir nicht vor und Tafeln oder so sind hier keine. Aber interessant ist es allemal, dies mitten in der Großstadt zu sehen.

Wir durchqueren einen großen Park (Malieveld) und schauen uns, in der Hoffnung dass es eine Kirche ist, den großen Turm an den wir durch die Bäume sehen. Leider wurde Jasmin enttäuscht, denn es war keine Kirche, sondern ein Büro/Museum, keine Ahnung was genau.

Sämtliche Möwen und Tauben in Den Haag wissen nun Bescheid denn egal wo sich ein Schwarm niederlässt, die Mädels verscheuchen diese mit Freuden. Wir schlendern noch ein bisschen durch die Gassen in Richtung Grote Markt und steigen bei der Prinsegracht wieder in die Strassenbahn Richtung Angelinas Wohnung ein. Die Bim ist voll und wir drängen uns nochmal dazu. Die Karten sagen IN und alles ist Paletti.
Aussteigen bei Valkenbooslaan und die letzten Meter zu Fuß. Plötzlich fällt Jasmin das noch nicht gekaufte Parkticket ein und sie versucht hektisch schnell im Handy das Ticket zu lösen. Es ist irgendwas nach 19 Uhr, also eine Stunde nach Beginn. Wir hoffen dass noch keiner da war, um einen Strafzettel zu schreiben, das kann teuer werden! (Wie sich sehr viel später herausstellen wird, ist dieser Teil der Stadt nicht sooooo überwacht und die Parksherrifs sind etwas langsamer).
Die Erinnerungsfunktion in der App hat allerdings offenbar auch nicht geklappt! Morgen auf ein Neues hoffen, dass wir erinnert werden.
Zu Hause angekommen, gehts unter die Dusche, die Tonnen Sepia müssen noch gewaschen und getrocknet werden und wir richten uns die zurückbehaltene Jause als Abendessen! So ein Stück Heimat in Holland hat schon was. Schwarzbrot, Speck, Schinken und Glundner Käse kriegt man da oben eben nicht! Die Pläne für morgen werden kurz durchgesprochen – Es steht die Stadtführung mit Joost, Angelina und Martijn an und wir ziehen das erste mal um!

Tot Ziens!

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