Holland – Tag 9 – Se birsdey and se cookie monster

Heute ist Jasmins Geburtstag. Was machen wir bloß, was machen wir bloß?

Ich stehe etwas früher auf und will Blumen beim Laden um die Ecke kaufen. Das Internet ist sich nicht ganz einig über die Öffnungszeiten und ich denke mir, ach egal, schau ma mal ob es offen hat. Vor der Türe angekommen sehe ich, dass der Laden geschlossen ist wegen Betriebsurlaub. Mist! Wo krieg ich jetzt Blumen her. Ach ja, bei Albert Heijn habe ich gestern beim Einkaufen welche gesehen. Ich spaziere hin, sehe dass um 9:30 noch immer ALLE anderen Geschäfte geschlossen haben und melde mich mit meinem niederländischsten „Guten Morgen“ das ich kann. Scheint so überzeugend gewesen zu sein, dass sie mich natürlich etwas auf Niederländisch fragt. Ich gebe zu, dass ich nicht mehr kann als das und sie fragt mich ob sie es einpacken soll. Naja klar, dank je und tschüss. Wenn sie es nochmal wiederholt hätte, hätte ich es wohl verstanden, für mein Hirn war es aber zu schnell gesprochen und zu früh gewesen um dieses Frage/Antwort Spiel fortzuführen.

Ich richte das Frühstück her und mach die Tür bei den Mädels auf, es regt sich zwar etwas, aber von Aufstehen sind wir weit weit entfernt. Ich mach selber mit dem Herrichten weiter und gehe ein paar Minuten später nochmal rein, und frage nach ob sie mir den nicht doch beim Frühstück richten für Mama ihren Geburtstag helfen? K1 sagt verschlafen, dass ich gesagt habe der ist erst Morgen. Ich antworte: Ja das habe ich dir gestern gesagt und heute ist??
So schnell kann man gar nicht schauen wie auf einmal beide munter waren und mir fix fix geholfen haben um alles fertig zu machen. Es kommt das Übliche auf den Tisch. Hier ist unser Rhythmus etwas anders und wir hauen eigentlich jeden Tag ordentlich rein.

Das Wetter ist traumhaft und wir hatten sowieso vor nochmal zum Strand zu gehen. Also Sachen packen, checken wie weit weg das ist und ab zum 30-Minuten (zu Fuß) entfernten Strand. Wir gehen einfach nach Norden und treffen irgendwann auf die wundervollen Dünen.

Ein paar Schilder warnen uns vor Schafen und Kühen. Auch die Umzäunung und die Kuhgatter am Boden am Eingang weisen darauf hin. Je weiter wir durch die Dünen wandern umso stärker wird der Wind, ich sehe ein Schild mit der Aufschrift „Vulkaan 150m“. Das wollen wir unbedingt sehen. Die Büsche rechts und links sind gesäumt mit Hagebutten. 1000e davon, alles rund um uns ist voll davon. An der Spitze angekommen ist es wohl nur eine Aussichtsplattform. Wo hier der Vulkan sein soll ist mir schleierhaft, vielleicht war es mal einer vor 10.000 Jahren. Jetzt könnte der höchstens Sand spucken. Der Wind bläst wie wild, aber die Aussicht ist wunderbar. Man ist gar nicht so viel höher, aber dadurch hier ja alles Flach ist und die Hochhäuser der Innenstadt auch weiter weg sind hat man ein wundervolles Panorama. Vor einem liegt das Meer, links davon sieht man in der Ferne den Hafen von Rotterdam. Rechts sieht man das Riesenrad von Scheveningen. Wenn man sich umdreht hat man ganz The Hague vor sich. Wundervoll!

Wir gehen runter Richtung Strand und sehen als erstes 3 Leute die den Sand wegschaufeln. Oh Mann, was für eine Umsonstarbeit. Morgen sieht es ja wieder gleich aus bei dem Wind hier. Auch am Strand stehen und fahren ein paar Bagger die den Sand von einer Seite auf die Andere schippern. Der Strand ist beinahe menschenleer. Vereinzelt streunen ein paar Spaziergänger umher. Wir lassen unsere Schuhe und den Rucksack zurück und gehen zum Wasser. Die ersten paar Sekunden ists etwas frisch, aber eigentlich geht es schon. Der Wind peitscht die Wellen gegen den Strand! Obwohl die Sonne scheint ist das Meer seeehr aufgewühlt und es hängen überall gelbe Flaggen! Wir gehen zurück zum Rucksack und die Mädels werfen sich in den Bikini. Sie hüpfen danach ins Wasser, wobei sie natürlich nicht weit reingehen und grade so die Beine nass werden. Als wir so im Wasser stehen merke ich, dass es wirklich nicht kalt ist und mich überkommt die Lust da reinzuhüpfen. Jasmin sträubt sich etwas, lässt sich dann aber auch überreden und wir ziehen die Badesachen an. Auch nur mit Badehose fühlt sich der Wind nicht sooo kalt an wie gedacht, man gewöhnt sich recht schnell daran. Jasmin filmt das Ganze erstmal und die Kinder trauen sich auch aufgrund der Wellen nicht weiter rein. Jasmin sagt: Na dafür hätte ich jetzt das Handy nicht rausnehmen müssen. Na gut, dann eben ganz rein! Ich hüpfe über eine Welle nach der anderen bis ich schließlich untertauche und die Nordsee mich verschlingt. Die Strömung ist nicht zu unterschätzen, denn alleine wenn man nur da steht merkt man wie einen das Meer zu sich ziehen will. Auch der sandige Untergrund ist hier keine Hilfe für Leute die raus aufs Ufer wollen. Es klappt aber grade noch, dass ich wieder an Land komme. Ich wiederhole nochmal, dass das Wasser nicht so kalt ist wie es ausschaut und Jasmin nun doch mit mir nochmal reinhüpft. Sie findet es doch kalt, traut sich aber mit mir etwas weiter rein.


Als wir alle gebadet haben müssen wir uns natürlich wieder umziehen. Bei dem Wind eine Herausforderung. Alle werden zugleich vom Wind getrocknet. Gott sei Dank haben wir die Pullover eingesteckt, das ist jetzt genau das Richtige bei dieser Abkühlung. Am Rückweg müssen wir noch eine Kleinigkeit für unser Mittagessen einkaufen – Jasmin hat mittlerweile die Albert Heijn bonuscaard. Rabatte ohne Ende.

Wir haben ja beim Asia Laden vor ein paar Tagen Frühlingsrollen und Gyoza eingepackt. Das ist nun unser verspätetes Mittagessen. Alles wird super frittiert und verspeist. Wir können nicht alles verputzen, sodass der Rest wieder in die Tiefkühltruhe wandert. Zum Glück ist diese Wohnung super ausgestattet! Die Zeit vergeht und mein Abendprogramm für Jasmin nähert sich. Ich habe Babysitter organisiert, sodass ich mit ihr einen kinderfreien Abend genießen kann.

Die Pläne wer denn jetzt genau hier zum Babysitten herkommt, ändern sich öfter am Tag und am Ende schlägt Martijn als Erster auf. Jegliche Bemühungen dies zu verschleiern verlaufen im Sand und so riecht Jasmin natürlich sehr schnell den Braten und kann damit leider nicht mehr wirklich überrascht werden. Wir verlassen die Wohnung und fuhren mit der Tram stadteinwärts bis zur Station Spui.

Von dort aus geht es zum Rabbijn Maarsenplein zum Restaurant Sushi Momoji. Ein eigenes Separee wurde gebucht und Joost hat extra Bescheid gegeben, dass Jasmin Geburtstag hat.

Mal abgesehen davon, dass es diesmal stimmt, macht er das gerne öfter und bringt so seine Begleiter regelmäßig in recht witzige Situationen. Oh wie sie das liebt! (Nicht) Wir haben uns durch verschiedenste Sushis durchprobiert und fanden einige extrem gut (das mit Aal) und einige eher nicht sooo toll (Jakobsmuschel und eingelegter Thunfisch)

Jasmin hat die Jakobsmuschel super geschmeckt, sie brauchte dafür den Aal nicht. Beide waren wir vom Wagyusushi mehr als begeistert. Zur Nachspeise gab es dann einen Sternspritzer und Gesang vom Kellner Team. Jasmin wäre hier am liebsten im Boden versunken. Das Ende der Date-Night kommt irgendwann und so steigen wir wieder in die Bahn ein und fuhren in die Appelstraat nach Hause!

In unserer Wohnung warteten als Überraschung dann Angelina, Joost und Martijn auf uns und wir haben noch ein bisschen Jasmins Geburtstag gefeiert.

Martijns Geburtstagsgeschenk waren Alien-Cookies – auf gut deutsch Hashkekse. Die Kinder haben noch einen Film fertig geschaut als wir heimgekommen sind. Die “Anleitung” auf der Packung sagte 1 Keks und dann 1-2 Stunden auf die Wirkung warten. Die Verkäuferin hat Martijn allerdings einen halben Keks empfohlen, und so wie sie ausgesehen hat, glaubt er ihr auch. Joost und Angelina wollten keinen, somit blieben 2 übrig. Wir übrigen aßen jeder einen halben Keks und warteten. Die Mädels machten sich inzwischen bettfertig und wir warteten weiterhin auf die Wirkung. Da sitzt man und denkt sich, ja worauf wartet man eigentlich? Das man davonfliegt? Keine Ahnung, die Vorstellung alleine irritierte mich schon etwas. Ich habe leider nicht auf die Uhr geschaut aber irgendwann wurde es einfach lustig. Ich denke ich war der Erste bei dem die Wirkung eingesetzt hat, denn ich habe mich wirklich schon lange nicht mehr so gebogen vor Lachen. Egal wie lustig, oder meistens natürlich unlustig es war, für mich war es wahnsinnig komisch. Ich musste jedes Mal, wenn ich zu lachen begonnen hatte den Raum verlassen denn sonst hätte ich wohl endgültig keine Luft mehr bekommen, da die anderen das natürlich auch noch lustiger fanden und mich mit jeder Kleinigkeit aufgezogen hatten. Ein einfaches „Gerhard, sag Kaas“ reichte schon aus um mich in einen Zustand zu lachen der beinahe nicht auszuhalten war. Alles war etwas langsamer und mir war ganz ganz leicht schwindelig am Anfang, aber das fast sofort wieder weg und es blieb beim Lustig sein. Martijn und Jasmin haben sich noch einen halben Keks aufgeteilt und den verputzt. Auch die 2 haben alles seeehr komisch gefunden und konnten schwer aufhören zu lachen. Obwohl Angelina keinen Keks gegessen hatte, hat sie sich am meisten schlapp gelacht über alle anderen Idioten, die die Kekse gegessen haben. Um kurz vor 12 haben wir unsere Lachsäcke dann vor die Türe gesetzt und sind ins Bett gegangen.

Diesmal habe ich nicht gleich etwas gemerkt und darum nach 1,5 h etwas nachdosiert. Vielleicht auch etwas zu viel, jedenfalls war ich schwindlig auch noch im Bett und ja auch ich fand alles ziemlich lustig wie Gerhard auch. Etwas weniger. Ganze Sätze sprechen fiel etwas schwerer als sonst. Das Badezimmer fand ich sehr witzig und Klo gehen eher schwierig. Also diese Variante ist mir lieber als die Rauchige. Die restlichen Kekse gingen zurück zu Martijn, ich habe für lange Zeit genug Erfahrung gesammelt 🙂

So ging es dann weit nach Mitternacht ins Bett für den nächsten untätigen Tag morgen. Die Kinder brauchen ein bisschen Zeit zum Verschnaufen und wir etwas Zeit zum Ausschlafen und somit wirds nochmal ruhig bevor dann die letzten Tage eingeläutet werden.

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