Hawaii (Oahu) – Tag 0 – Session Zero

Unser Tag beginnt um 4 Uhr. Nachdem am Vortag alles verpackt und verstaut wurde (die Packliste hat uns KI geschrieben – perfekt für uns Last Minute Packer), hatten wir nur mehr uns, die wir fertig machen mussten. Los Los, die Chefin will um 4:45 schon fahren. Also passt das eh genau, dass wir 15 Minuten zu spät sind.

München Flughafen Franz Josef Strauss. Das Auto bleibt im bezahlten Parkplatz stehen und wir machen uns auf, um mit dem Bus zum Terminal zu kommen. Dachten wir halt zumindest beim ersten Bus. Ja klar, jeder hat einen großen Koffer, aber einige sind halt einfach ZU blöd um den ganzen Raum so eines Busses auszunutzen. Da bleibt man einfach mitten drin stehen und keiner kommt mehr rein obwohl Platz genug wäre. Egal, 5 Minuten warten, dann kommt ja der nächste. Also diesmal passen wir rein, der Fahrer fragt noch kurz ob wir eh wohl geparkt hätten. Ja sicherlich!

Im Terminal angekommen, sind die Mädels erstmal total geplättet. Ich war schon ein paar mal hier, aber die Erinnerungen verblassen ja mit der Zeit. Also schauen wir mal wo wir unsere Koffer aufgeben müssen. Dank Jasmin hat jeder dieser 4 Monströsen einen Air-Tag, damit er ja nicht verloren gehen kann. Wie hat man das früher eigentlich gemacht? Man hat einfach gehofft, dass sie ankommen. Und heute? Heute hofft man(n) dass sie NICHT ankommen. Reiseversicherung und so. Man weiß aber genau wo sie sind, also währt die Hoffnung nur kurz. Wir Lufthansa Gäste müssen mal die Rolltreppe hoch und dann, natürlich, wie könnte es im Jahr 2025 anders sein, selbst den Koffer aufgeben. Weil es ist ja so: Das kann der Computer selber auch, aber ganz ohne Menschen gehts halt nicht. Jetzt habe ich keine Person mehr, der ich meinen Koffer anvertraue, sondern ich habe eine Person, die zwischen den ganzen Selbst-Aufgabe-Stellen hin und her rennt und Fehler ausgleicht. Naja was soll’s, ich checke die Koffer ein. Einzeln natürlich! Und mit dem Förderband sind sie auch schon verschwunden, in eine riesige Förderstrecke rein, die mittels Robotik funktioniert. Mein Herz lacht, ich bin mir sicher wir sehen unsere Koffer nie mehr. Jasmin sagt, diese Hoffnung soll ich gleich begraben. Ab durch den Sicherheits-Check. Viele „Gerüchte“ sind an Jasmins Ohren getreten. Wahr werden sollte am heutigen Tag keines davon. Wir wurden ohne Zwischenfälle schnell abgefertigt und konnten uns nun im Terminal 2 nach Lust und Laune bewegen. Einmal hierhin, einmal dorthin rasteten wir bei einem kleinen Spätstück um 10:00. Einmal noch durch den Duty-Free geschaut, weil kaufen kann man da an „normalen“ Sachen eh nix. Eine Tüte Gummibären 7€ – dafür ist der Whisky günstig und so eine Auswahl hab ich auch noch nie gesehen.

Nichts dabei für uns, also ab zum Gate. Vorher noch mit der U-Bahn unter dem Flugfeld durch, denn unser Gate ist ja auf der anderen Seite. Dort angekommen, Passkontrolle. Einmal alle vortreten und ja alle Fragen beantworten. Puh, die haben nicht bemerkt, dass ich einen nicht zugelassenen Marmorkuchen im Gepäck habe. 🙂 Und Jasmin wusste es auch nicht, sonst wäre dieser sicher daheim geblieben. Weiter zur nächsten Schlange, die Mädels nochmal aufs Klo, ich stelle mich schon mal zum Früh? Check-In. Auf jeden Fall steht da Los Angeles, also stell ich mich da an. Wie praktisch, und total sinnbefreit, dass ich nicht gewartet habe auf meine Klo-Mäuse. Hinter mir stehen schon 4 Leute an. Die Mädels quetschen sich vorbei, wir warten ein paar Minuten und sind auch schon wieder durch. Nur um zur nächsten Schlange zu kommen.

ABER wir haben das richtige Gate nun endlich erreicht. Boarding Gruppe 0 ist quasi schon im Gange (die Elite, 1st Class und so). Durch den blechernen Lautsprecher aus dem 2ten Weltkrieg kann man nur erahnen, was der Herr vom Boarding von den Reisenden will, aber Gott sei Dank kann man es ja lesen. Wir sind Gruppe 5, also dauerts noch. Als dann Gruppe 3 drangekommen ist, rücken wir etwas in Sichtweite und eine nette Dame an der Rezeption ruft uns in einwandfreien asiatisch-englisch zu „you travel wis se Kiiss?“ Ich schau etwas verwirrt, sie wieder „you travel wis se Kiiss?“ Wir nicken. Sie winkt uns herbei „ You can Check in here. Wis se Kiiss you can go earlier“ und deutet auf K2. AHHHH, ja sie ist zwar keine 5 Jahre alt mehr, wie es schön überall steht, aber wir nehmen dieses Geschenk dankend an. Ist ja viel entspannter vor dem ganzen Gewusel in den Flieger zu kommen. Übrigens: falls ich es noch nicht erwähnt habe. Ein waschechter Airbus A380!

Plätze einnehmen, Rückenlehne zurückfahren und Fernsehglotzen war die Devise. Zwischendurch ein Happa-Happa (das sogar gut ist, obwohl K1 steif und fest behauptet auf YouTube sagen „alle“ dass man das nicht essen kann. Die Conclusio war, dass YouTube vielleicht nicht immer Recht hat) und immer wieder werden Getränke serviert. Wunderbar. Etwas mehr Beinfreiheit wäre nice, aber es geht so auch ganz gut. Ein Mittagessen und ein Abendessen gibt es auf dem 12 Stunden Flug. Er vergeht tatsächlich einigermaßen langweilig. Wir vertreten uns die Beine soweit es geht, wir essen was wir bekommen und blöderweise schlafen wir nicht so wie wir es sollten. Naja ist auch irgendwie nachvollziehbar, es ist ja auch 13:00 als wir wegfliegen und wer schläft schon am Nachmittag. K2 hat es so zusammen gefasst: „Hier machen sie es dunkel wenn ich wach bin und sie bringen immer Essen wenn ich grad einschlafe“.

Die Landung ist leicht holprig, die Kinder sind etwas angespannt. Wir verlassen den Flieger und sind erstmal schockiert, wie sich die anderen Fluggäste benommen haben. Der Müll wird achtlos liegen gelassen! Es schaut aus wie in einem Schweinestall, dieses „ist mir egal wer das sauber macht“, macht einen wirklich traurig! Der Flughafen Los Angeles ist riesig, K2 klagt plötzlich über Übelkeit und hat auch leicht die Gesichtsfarbe verloren. Wir sind nicht so überzeugt davon und warten mal ab. Wir denken, dass wird wohl der Sinkflug gewesen sein. Die Mädels gehen nochmal aufs Klo und ich schaue mich bei der Boarder Control um, wo wir hinmüssen. Ein beleibter Mitarbeiter ruft im Sekundentakt: VISA, ESTA, Greencard und deutet eine Reihe an. Und natürlich, wo der Amerikaner eine Reihe deutet, da fängt auch eine an. Zurück vom Klo stellen wir uns alle gemeinsam an und K2 wird immer leiser und langsamer. Alle Meter hockt sie sich hin. Wir setzen sie auf Stühle mit K1 und sagen ihnen, dass wir uns mal einreihen und sie dann nachkommen sollen „quer durch“. Eine lange Schlange hinunter und wieder zurück und so weiter und sofort. (12 an der Zahl) Massen an Touristen wollen einreisen und Jasmin ist etwas genervt davon, dass der Flughafen es nicht auf die Reihe bekommt die Flüge so zu timen, dass nicht so viele Menschen auf einmal einreisen und die Wartezeit zu verkürzen. Oder zumindest, dass es eine Schlange für Transit gibt. Ja, was soll man dazu sagen. Dieser verdammte Flughafen!! Plötzlich wird es K2 zu viel und sie gibt ihr Essen in die Flugzeugkotztüte retour! Wir stehen mitten in der Schlange und weit und breit gibt es nicht mal einen Mülleimer! Jasmin trägt die Tüte nun erstmal in der Hand.

Nach weiteren 30 Minuten erreichen wir das Ende der Schlange und fragen die Mitarbeiterin, wo es denn einen Mistkübel gäbe, sie deutet zurück ins WC und Jasmin bringt die Kotztüte weg. Wir stellen uns hin und bekommen gleich den ersten freien Border Control Mitarbeiter. Keine Wartezeit! Ein tatsächlich netter Mann, der uns erstmal alle mustert. In dem Moment wo er von Jasmin die Fotos machen will, hält sich K2 die Hände vor den Mund und der Mitarbeiter springt quasi hinter seinem Tresen hervor und hält uns den Mistkübel hin, in den sich K2 direkt wieder erbricht. Er ruft den Cleaning Service an und beruhigt uns, dass sie heute nicht die Erste ist, der das passiert. Unser Check up wird der kürzeste der Geschichte! Danke kotzendem K2! Unter 3 Min waren wir durch die Immigration. Im Hintergrund hören wir nur ein lautes „OH SHIT“ als ein Kollege in den angekotzen Mülleimer schaut.

Wir suchen uns zurecht im Trubel vom Flughafen und finden „leider“ direkt unsere 4 Koffer. Wir fragen den Herren wegen unserer Mitbringsel („tonnenweise“ Mozartkugeln und Kinderschokolade) ob wir die Mengen verzollen müssen, er verneint. Also ab zum United Schalter und weg mit dem Gepäck. 1x Zähneputzen für alle und weiter zu Terminal 7. Also erstmal raus aus dem Flughafen und 10 Minuten Fußmarsch. Dort alles wieder auf Anfang, also einchecken und Security Check. K2 ist komplett fertig und Jasmin wird mal random gepickt um ihren Rucksack nochmal zu checken und sie muss barfuß durch den Detektor. Natürlich war nichts drin, und mein „geschmuggelter“ Marmorkuchen wurde wieder nicht gefunden! Da bin ich aber glücklich!! 🙂

Beim Gate nützen wir die Gelegenheit wieder, dass wir mit Kindern reisen und reihen uns quasi gleich vor. Es ist einen „kleine“ Boing 737 und wir sitzen getrennt. Jasmin hat sich den Kindern verschrieben und ich sitze mit zwei anderen Mitreisenden in einer Reihe. Wir hoffen, dass vor uns niemand sitzen wird, sodass wir uns dort ausbreiten können. Unsere Hoffnungen werden allerdings von einer Hawaiianischen 5-köpfigen Familie zerstört. 1 Mutter mit 4 Kindern. 1 Mädchen mit ca. 2 Jahren, eines mit 5 Jahren und 2 Jungs mit ca. 13-15 Jahren. Mit dabei haben sie ein Fresspaket für ca. 8 Personen, dass sie den ganzen Flug über in sich reingeschoben haben. Das größere der Mädels verteilt den Reis gleichmäßig über Boden und Sitze, das kleinere erheitert uns über die 5 Stunden Flugzeit mit ihren Gesangs und Stimmkünsten, Kreischeinheiten usw. In dem Augenblick als die Anschnallzeichen erschienen sind, schreit die Größere: „Mum, i need to pee!“ Diese Info bekamen wir mehrfach, bis das Flugzeug gestartet war. K2 hat sich 4x übergeben und K1 war total fertig mit den Nerven. Alle von uns versuchten irgendwie zu schlafen und 5 Stunden und 20 Minuten später landen wir in Honolulu. Dieser Flug war weder angenehm noch sonstwas, aber mittendrin aussteigen ist halt nicht.

Unserem Host schicke ich eine Nachricht und unsere Koffer finden wir auch diesmal wieder vollständig auf Gepäckband 29. Dieses ist allerdings nicht direkt am Gate, sondern erreichen wir mit einem Bus. Der Fahrer fragt mich mit welchem Flug wir gekommen sind und welche Flugnummer das war. Er bedankt sich und bringt uns zur Kofferausgabe.

Unsere Fahrerin holt uns mit dem uns für die nächsten Tage zur Verfügung stehendem Nissan Pick-Up ab und wir fahren müde, total glücklich und total fertig zur Unterkunft für die nächsten 3 Wochen. Wir dürfen hier bei unseren lieben Freunden in ihrem Haus bleiben. Zur Begrüßung bekommt jeder noch eine selbstgemacht Lei umgehängt! Viel können wir nicht sehen, denn es ist ja Abend auf Honolulu. Es ist warm und etwas schwül und immer noch dasselbe Datum wie bei unserem Abflug.

Zuhause angekommen, finden wir unser 1 Zimmer Appartment mit Bathroom vor und wir können uns endlich erschöpft und ausgelaugt aufs Ohr hauen. Der Tag war super anstrengend

ALOHA aus Honolulu und bis morgen

Eine Antwort zu „Hawaii (Oahu) – Tag 0 – Session Zero”.

  1. wow ….. Ich fühle mich ale wäre ich bei euch. Gute Besserung für K2 und ich bin gespannt wie es weiter geht❤️❤️🦋

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