Einmal ausschlafen bitte. Naja bis 7 Uhr irgendwas. Der Rythmus geht so halbwegs eigentlich. Wie schwierig es wird, zeigt sich noch den restlichen Tag. Anyway, irgendwann wackel ich mal raus um zu schauen ob unsere Hosts schon wach sind, Spoiler: sind sie NICHT. Die Kinder haben zwar Schule aber soooo genau nimmt das hier wohl keiner.
Irgendwann klopft es an unserer Tür und Alika (unser Host) begrüßt uns endlich. Long Time no See, but the hair stay the same;))) Schön wenn man auf einer „Wellenlänge“ ist.. Wir tragen die selbe Frisur, demnach musste dieser Wortwitz jetzt schon sein. K2 geht es immer noch gleich wie gestern und somit sieht unser Plan erstmal wie folgt aus: Alika zeigt uns folgende wichtige Dinge: Apotheke, Poke und Grocerys. Wie gut dass quasi alles auf einem Fleck ist. Foodstore hat Nummer 2 und 3 und die Apotheke ist right around the corner. Eine schier endlose Auswahl an Poke in einer Art Wursttheke. Die Poke-Fachverkäuferin gibt uns Kostproben und eines schmeckt besser als das andere. Da Jasmin mir natürlich nicht sagen kann was, entscheide ich für sie und bringe was mit. K1 möchte Sushi frühstücken. K2 möchte irgendwelche Früchte oder Fruchtpüree. Da es das 2te hier nicht gibt, bleiben wir beim ersten. Ich entdecke eine Mango die ca. 2 1/2 mal so groß ist wie bei uns im Laden und kaufe diese. Einmal Tee noch und einmal Cinnamon Rolls in Muffin Form für mich. Ein teurer Spass ist es allemal. Die 500g Poke Schüssel schlägt mit 25 Dollar an.
Zuhause angekommen hat K2 natürlich wieder erbrochen und alle freuen sich schon auf das Frühstück. Wir verdrücken das Mitgebrachte – Jasmin nur die Hälfte, denn wer stopft sich schon 500g Tunfisch in der Früh rein. Nach dem Frühstück sammeln wir uns erstmal und besprechen den Tag. Wir wollen K2 heute noch nicht zum Arzt bringen, da wir mal abwarten was passiert. Alika gibt uns eine Hausführung und wir durchstöbern auch erstmal unser Zimmer. Freie Plätze in den Kommoden geben uns die Chance unser Gewand hier unter zu bringen und nicht aus den Koffern leben zu müssen. Herrlich!!
Vorher jedoch machen wir erstmal unser kleines Appartment sauber. Da gehen die Ländervorstellungen etwas auseinander. Der Vormittag vergeht recht flott und wir einigen uns darauf dass ich mit K2 zum Baden an den Strand fahre. Unser Mietfahrzeug, ein schwarzer Nissan Pick-Up ist ja genau das richtige Auto dafür. Also alles einpacken und los. Ich starte, lege den Retourgang ein und fahre die Einfahrt runter. Als ich dort in den Drive schalten will, bleibt das Ding auf Neutral stehen und ich trete den Motor erstmal hoch. Ich denk mir so: Hä? Hab ja auf D geschalten, warum zeigt der im Display nur N an. Also nochmal auf P, neu starten und los. Nissan sagt NÖ, nicht mit mir! Ich bleib hier stehen. Obwohl die Straße nicht befahren ist, ist es doch etwas blöde wenn man mitten drin stehen bleibt. Wer sein Auto nicht liebt, der schiebt – oder so ähnlich.. Ich rufe Alika an (der mittlerweile schon zu seinem ersten Gig musste) und frage ob er hier einen Special Trick kenne, und ob er Werkzeug habe. Er verweist auf seinen Vater, dem das Auto ja gehört, und Werkzeug ist im Waschraum. Ich rufe mal bei Kanani an der natürlich nichts davon weiß, aber er komme sofort vorbei um mir dabei zu helfen. Meine Hoffnung schwindet, denn was soll ein 80 Jähriger hier wohl ausrichten, nachdem er das Auto grade in der Werkstatt hatte, wie er mir berichtet.
Meine Hoffnung wird endgültig begraben als ich die Batterie ab- und wieder anklemme und sich trotzdem nichts beim Auto tut. Keine halbe Stunde später kommt Kanani mit Sharon und wir inspizieren das Fahrzeug. Er ruft sofort seinen Mechaniker Alen an, der verspricht am Abend vorbeizukommen und sich das ganze mal anzusehen.
Na gut, Alika beschreibt via Telefon wo der Schlüssel zu seinem alten Auto liegt und so bekommen wir für heute mal den Honda von ihm. Sollte genügen um zum Strand zu fahren. Wir haben auch gleich ein Date für den Abend bekommen. Im Barefoot Beach Café am Waikiki hat Alika am Abend noch einen Gig (Wie sich später herausstellt, jeden Donnerstag seit 15 Jahren) und wir werden von irgendwelchen Bekannten um 17 Uhr abgeholt. Ahja, gut, warum nicht. K1 schaut nicht sonderlich begeistert drein. Egal, jetzt erstmal zum Strand. Im Auto Nummer 2 geht die Klimaanlage nicht und wenn man wegfährt macht es seeeehr seltsame Geräusche. (Wie sich auch hier später herausstellt, schon seit mehreren Jahren) Ich ignoriere diese einstweilen, und zockle zufrieden durch die Gassen.
Am Ziel angekommen breiten wir uns aus und stürmen ins Wasser. Ich wusste dass es eher seicht reingeht, aber dass es doch knackige 45 Minuten dauert bis ich bis knapp über der Brust im Wasser bin war doch nicht soooo gedacht. Hier sind wir in einer geschützten Bucht, darum ist das so. Die spitzen Steine zwischen dem Sand sind für das Vorwärtskommen auch nicht sonderlich hilfreich. Die Wellen hier draußen werden schon höher und wir machen uns wieder auf den Rückweg. Der übrigens ebenso lange dauert. 2 hawaiianische Bienen haben wir aus dem Meer übrigens auch noch gerettet.
Zurück im Appartment geht es erstmal um K2, dem es noch immer nicht wirklich besser geht. Es geht auf und ab, aber so dass man sagen kann sie ist aus dem gröbsten raus ist es leider nicht. Und Fieber kommt dazu. Also bleibt Jasmin bei ihr und K1 und ich machen das Barefoot Café unsicher.
Wir werden von Sherry und John um 17 Uhr abgeholt und müssen am Weg in die Stadt noch eine weitere Freundin mitnehmen. Das Café liegt direkt am Waikiki Beach und die Aussicht ist einfach Kitsch Pur. Es ist ein kleines Café mit Selbstbedienung. Sherry empfiehlt alles mit Fisch, und rät die Burger strengstens ab. Na gut, ok.. dann eben Fisch. Was ich vorher noch vergessen habe ist, dass wir um 16:30 bei der Europäischen Reiseversicherung einen Rückruf vom FerienDoc bestellt haben. Leider ist bis dahin nichts passiert. Bevor ich also unser Essen bestelle rufe ich dort nochmal an. Offenbar ist dies total untergegangen und ich bestelle nochmal einen Rückruf. Ich bekomme unser Essen, 1x Fish and Chips und 1x Chicken BBQ Sandwich genau in dem Moment als der Arzt anruft. Ich beschreibe kurz die Situation und bekomme den Rat doch auf Antibiotika zurück zu greifen. Leider kann sie keine ausstellen, da die Amerikaner keine Europäischen Rezepte annehmen. Egal, sie wird ausserdem der Versicherung nochmal Bescheid geben, ob diese denn einen Partner Arzt vor Ort hätte. Auf die Stunde kommt es auch nimmer drauf an, denken wir uns und warten weiter ab.
Der Sonnenuntergang im Vordergrund, Alikas Band im Hintergrund und K2 Fern-Diagnose im Hinterkopf kann ich mich nicht so 100% darauf einlassen, wie toll es hier eigentlich aussieht. Ich spame Jasmin aber trotzdem mit jeder Menge Kitsch zu und hoffe, dass alles in Ordnung ist. Die Versicherung meldet sich nochmal und sagt mir, dass sie leider keinen Partner in Honolulu haben, und es sicher keinen Sinn macht quer über die Insel zu fahren. Wir sollen einfach irgendwohin gehen und dann dort vor Ort bezahlen. Die Rechnung reichen wir dann einfach ein und damit ist alles erledigt. Wenns dann auch so einfach ist.. Wir beschließen morgen früh sofort zum Arzt zu fahren. Mittlerweile geht es auch Jasmin nicht mehr gut und sie macht eine manuelle Entleerung ihres Mageninhaltes. Ein Beweisfotos via WhatsApp genügt mir. Oder ihr wurde einfach von dem ganzen Waikiki-Kitsch schlecht? Später hat sie mir dann erklärt, dass ihr Magen wohl Jet-Lag hatte … und sie einfach um die „falsche Zeit“ gegessen hätte.
Alika hat Pause und wir verabschieden uns um heim zu fahre. Ein Update zu Fahrzeug Nr1: Beim Schalthebel ist eine Schraube gebrochen und das Fahrzeug ist im Neutral stehen geblieben. Der Mechaniker hat das ganze mal so repariert dass er selbst das Auto schön an den Pannenstreifen geparkt hat, aber das wars auch schon wieder. Eine Weiterfahrt unter den Umständen es einfach auf Drive zu stellen hatte Kanani unter allen Umständen abgelehnt. Wir bekommen nun Auto Nummer 3. Ein ebenfalls älteres Modell eines Toyota Corollas. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir ein funktionierendes Auto haben und bin erstaunt dass es ohne weitere Spirenzchen einfach losfährt. Bei Sherry im Schlepptau kommen wir Zuhause an und hauen uns nach einer Runde UNO erschöpft aufs Ohr. Diese Zeilen werden natürlich auch noch getippt! Wo kommt man denn da hin, dass man einen Tag hinten nach hängt.
Was genau uns morgen erwartet wissen wir noch nicht, da es möglich ist mit Sandy (Kananis Tochter) eine Wanderung zu machen, wobei wir noch nicht wissen wann diese stattfinden soll. Und natürlich müssen wir auch noch zum Arzt mit den Damen. Das wird die erste Herausforderung des Tages werden. In dem Sinne…
Jasmins Sicht auf den Tag:
Oh wie dankbar bin ich, dass wir hier wohl den einzigen Raum mit Klima haben – eine Wohltat für das Kind und mich (die hier ja den Part der Pflegerin hat). Die eine Stunde maximalen Tiefschlaf von K2 hab ich im Garten unter dem Baum verbracht. Ansonsten war hier „Tag der offenen Tür“ weil uns alle Familienmitglieder im Stundentakt Hilfe angeboten haben … aber da K2 nix essen kann, wenn sie krank ist, waren die Hilfsangebote (wir bringen ihr was sie will) leider alle umsonst. Dennoch tut es gut zu wissen, dass man nicht alleine ist.
Kanani und Sharon haben sogar Babysitting angeboten für den Abend, aber da Ninas Englischkenntnisse genauso gut sind wie die Deutschkenntnisse unserer Hawaiian Family- hab ich dieses Angebot dankend abgelehnt.
Mein Tag bestand also im Wesentlichen darin, Tee mit Wasser aus der Leitung (ja das kann hier kochend raus kommen) zuzubereiten im Wechsel mit Eiswasser aus dem Kühlschrank. Zwischendurch noch den Blog überarbeiten, Buch lesen und dem Mann Sicht meiner „View“ inkl. retourniertem Poke Teil 2 zu senden.
Wenn es schlimm beginnt, kann es nur besser werden. In diesem Sinne mit vollem Vertrauen in das US Gesundheitssystem – stürzen wir uns morgen in einen neuen Tag.
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