Heute war früh“er“ aufstehen angesagt. Wir müssen auf die North Shore. Erstens zur Shark’s Cove und zweitens zur Turtle Bay. Schnorchelausrüstung wurde gestern schon gepackt. Also sind wir komplett bereit, dass wir einfach frühstücken können und dann losfahren. Als wir aufstehen hören wir ein lautes „Happy Birthday“ aus dem Wohnraum. K2 lauscht, kommt zurück und sagt Guamma. Jasmin bessert auf Grandma aus. NEIN, Guamma wars! Wer auch immer das sein soll, wir denken uns Grandma und lassen sie in dem Glauben dass es Guamma war. Später stellte sich heraus dass es tatsächlich Grandma war. Sharon hat Geburtstag. Heute werden noch Lei‘s für sie gebastelt. Wenn wir zw. 5 und 6 da sind können die Mädels gern mitmachen. Darauf freuen sie sich schon. Nachdem das doch recht knapp ist, haben wir leider kein Geschenk parat ausser noch ein paar Mozartkugeln.
Wir hauen uns ins Auto und fahren Richtung Honolulu, über die H1 bis Pearl City. Vor Waipahu biegt man auf die H2 ab und bleibt bis Wahiwa drauf. Dort endet diese und man fährt die Country Road 803 bis man bei Waialua auf die Country Road 83 abbiegt und schließlich um die North Shore fahren kann. Wir sind aber schon früher bei der Shark‘s Cove stehen geblieben.
Hier planen wir bis Mittag zu bleiben und dann weiter zu fahren. Ein schöner Flecken Erde ist das. Wir bringen unsere Sachen in den Schatten, ziehen uns um, schmieren uns ein, testen gleich unsere neuen langärmligen Wassershirts mit LSF 50+ und hauen uns mit den anderen paar Menschen in die Wellen. Das Wasser ist ruhig, aber die Fische sind schon ordentlich unterwegs. Nicht lange hat es gedauert und der erste Humuhumunukunukuāpua‘a kommt uns vor die Brille. Der Staatsfisch von Hawai‘i ist hier wirklich überall unterwegs. Ein sehr schöner Fisch. Welche es hier noch gibt kann ich nicht beschreiben. Jegliche Farben, Formen und Größen gibt es. Einen von „findet Nemo“ haben wir auch gesehen.
Jeder schwimmt in seine eigene Richtung und entdeckt die Unterwasserwelt von Hawai‘i. Schließlich wird K2 kalt und Jasmin geht mit ihm an Land. K1 und meine Wenigkeit entdecken eine Grotte. Wir schwimmen rein und K1 macht sich im Wasser fast in die Hose. (Nicht dass man es gesehen hätte, aber das akustische Signal dafür war sehr deutlich) Über uns auf den Felsen sammeln sich die Krabben zu einem Angriffsmanöver. Bei genauerer Betrachtung sind es locker 20 Stück, die sich auf dem Fels mehr oder weniger gut verstecken. K1 wird das zu viel und sie verlässt die Grotte. Ich sehe einen Durchgang im Felsen, traue mich aber aufgrund der Strömung nicht hindurch zu tauchen, auch wenn ich das Ende sehe. Wir erklimmen lieber von außen diese vorgelagerte Schutzbarriere eines spitzigen Felsens, sodass wir heilfroh sind dass wir uns Krabbenpatschen gekauft haben. Ohne würde das überhaupt nicht gehen.
Unsere Klettereinheit endet damit, dass K1 mir plötzlich zuruft, dass da was schwimmt und wir beide aber nicht erkennen können, was es ist. Es sah irgendwie aus wie ein Taucher, aber irgendwie auch nicht. K1 tippte auf eine Schildkröte, ich fand es doch etwas seltsam (wenn auch nicht unmöglich) wollte das Ding aber auch nicht aus den Augen lassen. Plötzlich ist es abgetaucht. K1 schlussfolgerte daraus: Wenn es nicht mehr auftaucht war es eine Schildkröte. Naja, es tauchte nicht mehr auf. Also sprang ich rein und schwamm drauf zu. Die Sicht war echt miserabel und ich konnte leider nichts mehr finden. Demnach ein Schuss in den Ofen. Wir haben uns aber doch dazu entschlossen heute den ganzen Tag hier zu bleiben und nicht doch zum anderen Strand zu fahren.
Wir sind wieder an Land geschwommen und legen die erste Pause ein. Dabei verdrückten wir beinahe unsere ganze Jause die wir mitgenommen haben. 2. Runde – mit allen raus auf den Felsen. Die Seeigel sind eher Seegürteltiere. Harte Platten oben und seitlich, sodass Räuber hier eher nicht dazukommen. Unten saugt sich der violette Igel am Boden fest. Ich versuche einen locker zu bekommen um ihn anschliessend zu opfern. Mit dem Stiel von K1‘s Actioncam krieg ich so ein kleines Scheisserchen zu fassen und nehm es mal mit. Mit Dank an den Meergott wird die Schale zermatscht und die Fische werden angelockt. Es soll nur 1 fischiger Kollege werden, der jedoch ist ganz wild drauf. Da er so gierig drauf ist, versuche ich den Seeigel in der Hand zu halten. Man merkt direkt wie er möchte, aber sich nicht traut. Er verscheucht mehrere andere Fische und kreist um meine Hand. Sehr zaghaft schnappt er dann zu und frisst mir aus der Hand. Ein Highlight des Tages (Es sollte nicht das Letzte werden).
Es wird doch langsam kalt im Wasser und wir gehen raus. Nun wird der Rest der Jause vertilgt und übrigens zum 3ten mal am heutigen Tag eingecremt. Die Sonne brennt unermüdlich und wir versuchen uns keinen Sonnenbrand zu holen. Die Mädels gehen mal ein bisschen rumstöbern und wir wollen uns die Zeit vertreiben als Jasmin plötzlich „Turtle“ hört. Nicht laut und nicht ganz direkt bei uns, aber sie hat es gehört. Wir fahren aus unserem abgeschotteten Bereich hoch und sehen schon eine Menschentraube stehen. Ich schnappe Actioncam und Handy, Jasmin versucht vergeblich die Mädels zu finden. Irgendwo werden sie schon sein. Was wir im Wasser zu sehen bekommen, ist eine ausgewachsene Wasserschildkröte. Crush hat wohl Nemo wieder verloren und sucht ihn jetzt hier. Sie wird beinahe an den Strand gespült und die Menschen beobachten sie mit 2 Meter Abstand. Irgendwann tauchen dann auch endlich die Mädels auf und wir können ihnen Crush zeigen. Ich filme mit der Actioncam und Jasmin knipst mit meinem Handy.
Schließlich schnappe ich mir mein Shirt und meine Taucherbrille und lege mich auch flach ins Wasser. Jasmin hat mittlerweile einen Bikini angezogen und bringt noch hervor dass sie für diese Schildkröte wohl den Sonnenbrand ihres Lebens riskieren wird. Wir verfolgen sie ungefähr noch 20 Minuten quer durch die Lagune. Sie bleibt mal hier und mal dort stehen und knabbert an den Felsen die Algen oder die Anemonen ab. So genau kann ich das nicht erkennen.
Irgendwann lassen wir sie dann auch in Ruhe und schnorcheln zurück. Letzte kurze Ruhephase. K2 will ebenfalls in die Grotte, also machen wir das noch. Dort angeschwommen bekommt Jasmin gleich Platzangst, Schauder von den Krebsen und flüchtet, bevor man Aloha sagen kann. Die Mädels sind da nicht so und K2 schwimmt todesmutig hindurch. Auch sie sieht die ganzen Krebse und ist stark unbeeindruckt. Zu guter Letzt finden wir noch einen kleinen Kraken zwischen den ganzen Felsen, den ich versuche rauszukitzeln. Er färbt seine Farbe ohne auch nur mit der Wimper zu zucken (sofern er eine hätte) und verschwindet im Felsen. Schade, den hätte ich gern gesehen.
Wir machen uns zur Heimfahrt bereit und bringen die Sachen zum Auto. Jasmin macht noch Fotos und lässt unsere Badetasche unbeaufsichtigt. Als sie sich davon entfernt und durch K2 darauf aufmerksam gemacht wird geht sie zurück und entdeckt einen Mungo der sich beinahe schon daran zu schaffen gemacht hätte. Na heute haben wir es aber mit den besonderen Tieren hier. Ach, bevor ich es vergesse. Ein Tier, welches hier überall vorkommt und in jedem Park, an beinahe jeder Strasse und jedem Weg irgendwie seine Eier legt, sind Hühner. Man kann quasi nirgends hingehen, ohne dass nicht ein Hahn kräht oder 1-2-3 Hennen aus dem Unterholz schlüpfen.
Die Fahrt über die andere Seite der Insel ist wunderbar. Es geht die Country Road 83 wieder hinunter. Die Mädels haben einen leichten Hunger und wir fahren gerade an der Kahuku Sugar Mill vorbei als Jasmin dort mehrere Foodtrucks sieht. Ich reiße das Lenkrad noch rum und biege ein. Ich sehe gleich am ersten Stand einen Corndog und habe meinen Snack schon gefunden. K1 möchte erst probieren und K2 hat gesagt, sie will einen kleinen Corndog. Das hab ich wohl überhört und bestelle nur für mich. Jasmin holt sich 2x Tacos mit Huhn und Rind. Ich frage K2 was sie möchte und sie sagt erbost dass sie eh mir gesagt hat, dass sie einen kleinen Corndog haben will. Ich bestelle einen kleinen und ein netter Herr neben mir sagt mir dass ich seinen haben kann, weil seine Frau doch etwas anderes mag. Ich bedanke mich und drehe mich zum Foodtruck um um zu zahlen. Sie teilt mir mit dass er schon gezahlt hat und ich höre im gleichen Moment: „ Oh, you have not to play it to me, IF you don‘t have it Cash“ Sehr nett, aber unnötig – Ich händige ihm die 10 Dollar aus und bedanke mich. Wir kommen kurz ins Quatschen und weiß nun, dass diese Foodtrucks andauernd hier stehen und dass er mindestens 1x im Monat herkommt um einen zu essen. Es sind die besten Corndogs die er je gegessen hat. Na Mahlzeit, da hängt die Latte aber hoch.
K1 kostet bei mir und hat es tatsächlich alleine geschafft zu bestellen, zu bezahlen, ihren Namen zu buchstabieren und dann auch das Essen abzuholen. Wir sind sehr stolz auf sie! Alle Speisen waren wirklich ausgesprochen lecker. Der Weg nach Hause wurde nur von einem kurzen Tankstop unterbrochen. Die North Shore ist total anders als der südöstliche Teil. Die Vegetation greift überall an und versucht den Menschen zu vertreiben. einfach wunderschön! Wir fahren weiter bis Kaneohe und biegen auf die Country Road 63 ab bis nach Honolulu. Den restlichen Weg kenne ich schon auswendig.
Daheim sind dann Wäsche machen und Sharons Geburstag angesagt. Die Mädels bekommen einen Schnellkurs in der Lei-Fertigung und sie basteln mit Hapuna und Hualani für Grandma jeder eine Kette. Die ganze Familie kommt zusammen um ihren Ehrentag zu feiern. Es gib Malasadas und eine Menge Schokolade. Es wird gequatscht und so schnell kann man gar nicht schauen, sind auch alle schon wieder weg.
Wir fallen erschöpft ins Bett und freuen uns auf morgen. Da steht mal etwas Kultur an. Pearl Harbor soll besucht werden.
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