Hawaii (Oahu) – Tag 6 – 12/7/41

Im Hawaiian Zeitmodus angekommen, schaffen wir es nicht in irgendeiner Art und Weise aus dem Bett zu kommen. Also grundsätzlich schaffen wir es schon, aber so wirklich nicht. Als ich mir dann einen Kaffee runterlassen will, fällt plötzlich der Deckenventilator aus. Ich schau mal was Alika so treibt, er hat es auch gerade bemerkt. Er sagt, dass es manchmal schon sein kann, dass die ausfallen, aber eigentlich nur bei starkem Regen oder Wind oder so. Er macht sich schon mal daran die Kühlschränke auf andere Steckdosen zu hängen, die über seine Speicherbatterie und die Solarpaneele laufen. Wie lange die halten kann er nicht sagen.. Wird schon passen. Hat es bis jetzt immer. Wie könnte es auch anders sein, taumle ich schlaftrunken zum Herd.. Ach Mist, der läuft ja über Strom, keine Spiegeleier heute. Ich will mir Wasser aus dem Kühlschrank holen, das gefilterte Wasser aus dem Kühlschrank geht ja auch nicht, kein STROM du Depp. Der gefühlt letzten Stromausfall hatte ich mit 15 am Campingplatz. Dann frühstücken wir halt ohne Strom, geht auch.

Am Ende unseres Frühstücks fangen die Ventilatoren wieder zu drehen an und somit geht auch die Kaffeemaschine wieder. Na da ist Jasmin aber froh, dass sie noch einen bekommen kann, bevor wir losfahren. Pearl Harbor Ticktes haben wir gestern noch gecheckt. Wir nehmen die Self-Paced Tour um 99 Dollar pP. und 49 Dollar pP für Kinder. Hier ist alles inkludiert, bis auf die Bootsfahrt zum USS Arizona Memorial Museum. Die muss man entweder auf Ewigkeiten im Voraus buchen oder man könnte sie vor Ort auch bezahlen. Online kann man die Fahrt nicht buchen. Die Web-Seite des „Parks“ ist mMn sehr unübersichtlich und es gibt tausende Möglichkeiten, wie man sein Ticket kaufen kann. Aber dazu später mehr. Die Touri Variante der Self-Paced Tour reicht aber VOLLKOMMEN aus, um alles mitzubekommen.

Ein kleiner Zusatz von gestern fehlt noch: Jasmin steigt aus der Dusche und ruft: „Houston wir haben ein Problem.“ Sie dreht sich um und auf ihrem Hintern prangt rechts und links ein leuchtender roter Streifen. „Ich hab doch gesagt die Schildkröte wird mir den Sonnenbrand meines Lebens kosten.“ Sie hat sich nicht mehr eingeschmiert und der Badeanzug hat eine andere Linie als der Bikini. Sie sagt es tut nicht weh. Ob ich das glauben kann weiß ich nicht. Die After-Sun ist auf jeden Fall dauerhaft im Einsatz. Heute schaut es nicht mehr sooo schlimm aus, ist aber immer noch sichtbar.

Ich habe gestern gelesen, dass empfohlen wird damit um 10 Uhr zu starten. Na gut, wir schaffen das auf keinen Fall mehr, aber gut, was soll’s. Wir sind auf Hawaiian Zeit eingestellt und das klappt schon irgendwie. Jasmin ist leicht genervt von unserer Trödelei. Das Navi geht mal bis zum Besucherzentrum. Vor Ort angekommen, können wir noch einen Parkplatz davor ergattern. Dieser kann online gebucht werden und kostet 7 Dollar für den Tag. Wir steigen aus, die Buchung klappt ohne Probleme schnell und unkompliziert. Als wir vor dem Eingang stehen, weisen die Parksherrifs uns darauf hin, dass man GAR KEINE Taschen mitnehmen darf. Jasmin will sie auch nicht ins Auto legen, wegen der ganzen Einbrüche in parkende Autos hier. (Hat sie online gelesen und es steht auch am Parkplatz auf einigen Schildern) Also nutzen wir den Service der Bag-Station. Ahja 7,33 Dollar PRO Bag. Ja die Handtasche der Frau zählt auch als Bag, und die Handtasche von K1 auch (Die aus welchem Grund auch immer gerade heute mitgenommen werden musste) Also stopfen wir uns alles in die Hosentaschen was irgendwie geht und quetschen alle Taschen in meine Umhängetasche und wir zahlen nur 1 Platz. Schlau gemacht, hä?

Niemand kontrolliert unsere Tickets. Das ist schon etwas seltsam, denke ich mir. Ich frage beim Empfang wegen der Audio Guides nach. Eine Dame erklärt uns, wie die Dinger funktionieren. Und ja, hier wird nun kontrolliert ob wir denn bezahlt hätten. Die Audioguides sind auf einer 10teiligen Skala eine glatte 6. Die Infos sind eher rar, es passt zwar zu den Ausstellungen, aber den Großteil muss man sich zusammenlesen. Für jemanden der nicht der englischen Sprache mächtig ist, eher schwierig. Beim Eingang nach links gewendet, geht es dann zum Road to War Museum dass die Vorgeschichte zum Angriff auf Pearl Harbor erzählt. Was sich alles vom 1 Weltkrieg weg entwickelt hat. Alles aus amerikanischer Sicht natürlich. Im Attack Museum gleich daneben geht es nur um die 2 Stunden des Angriffs und ein paar Stunden davor. Ein 8-minütiger Film zeigt in moderner Form wie die Japaner die Amerikanische Flotte in 2 Stunden beinahe komplett versenkt haben. Ein tragischer Tag in der US Amerikanischen Geschichte. Ob dies verhindert hätte werden können, kann man nicht sagen. Fest steht allerdings, dass es einige Anzeichen gegeben hat, aber nichts davon Ernst genommen wurde. Dieser kurze Film hat das Ausmaß und die Grausamkeit des Ganzen überdeutlich gezeigt und man sitzt da und kann das gar nicht glauben.

Im Pearl Harbor Memorial Theater gibt es dann nochmal einen 25-minütigen Film mit vielen Originalaufnahmen, wo aber alles bisher gesehen nochmal zusammengefasst wird. Und nochmal durchgekaut wird. Uff, die Audiotour schaltet sich aber nicht automatisch auf Deutsch um, deshalb geh ich nochmal aus dem Kino raus nach vorne zum Eingang und frage warum das nicht geht. Eine Dame teilt mir mit, dass man nur auf 2 drücken muss und dann geht es. Von automatisch, wie die erste Dame uns am Anfang gesagt hat, sind wir weit entfernt. Egal, zumindest hier haben die Kinder eine deutsche Fassung, wir verstehen eh was die da quatschen. Danach kann man auf diesem Gelände noch ein paar Denkmäler, den Anker der USS Arizona anschauen, und die Namen der Gefallenen durchlesen. All-in-all sehr spannend, vom Inhalt her hätte der 25 Minuten Film alles gut zusammengefasst. Aber es gibt auch viele Exponate und Ausstellungsstücke, die man sich unbedingt ansehen sollte. Wenn ich das richtig zusammenfasse, ist dieser Teil des Museums kostenfrei. Hätten wir den Audio-Guide nicht geholt, hätte uns niemand nach einem Ticket gefragt.

Eine kleine Mahlzeit im Shop gönnen wir uns noch. Und ENDLICH können die Mädels mal ihre Fertignudelsuppe haben. Kochendes Wasser aus dem Kaffeeautomaten inklusive. Weiter gehts zum Pacific FleetSubmarine Museum und zur USS Bowfin. Hier wird das Ticket sofort kontrolliert und man bekommt auch einen neuen Audio Guide. Im Museum geht es dann um den kalten Krieg mit Russland und U-Booten. Es ist wirklich spannend, der Audio Guide gibt auch wesentlich mehr Informationen her. Mehrere Sprengkörperattrappen, U-Boot Kontrolleinrichtungen und was der Kuckuck noch alles gibt es hier. Welche U-Boote welche Abschüsse feierten, die Flaggen der jeweiligen Einsätze und welche Nationen welche Pins haben und wie diese aussehen. Was auf jeden Fall spannend ist, ist dass es alles Delfine sind. Nach diesem Museum durfte die USS Bowfin nicht fehlen. SEHR beengend hier drin! Aber sowas von sehenswert! Unbedingt machen! Alleine wegen der Bowfin. Ein Abstecher in den Shop um 16:35 dann sehen wir, dass das ganze Ding eigentlich gleich schließt. Ich frage eine Dame vor der Türe und sie sagt mir, dass wir heute nichts mehr machen können. Das Aviation Museum und das Schlachtschiff Missouri sind schon um 16:00 geschlossen worden. Da unser Ticket aber an 2 aufeinander folgenden Tagen gültig ist, kommen wir morgen früh sehr gern wieder. Also Insider Tipp: Wenn man diese Tour kauft, entweder früher da sein, oder nicht so viel Zeit verplempern mit Texte durchlesen.

Am Weg nach draußen, kommen wir noch bei der Virtual 3D Tour vorbei und ich frage die Dame ob dies auch inkludiert ist. Ich konnte es nicht mehr sagen. Of, course it is. Yes – 3D Brille auf und ab dafür. Man ist mitten drin im Kampf um Pearl Harbour. Die Grafik ist, naja sagen wir mal locker flockig 15 Jahre zurück, aber für die Vorstellung reicht es. Ach ja, habe ich schon erwähnt dass es wieder das selbe Szenario ist? Man kennt jetzt die Geschichte und kann beinahe schon mitsprechen was, wann genau passiert ist. „Airraid on Pearl Harbor! This is not a drill!“ Trotzdem ist es irgendwie gruselig, weil man teilweise vom Flugzeug aus zusieht und teilweise „am Schiff“ ist. Der Museumsshop wir noch inspiziert, aber nicht geplündert. Unsere gekühlten Taschen dürfen wir nicht vergessen.

Im Auto dann der Hitzeschock, aber wie immer kühlt die Klimaanlage hier alles schnell runter. Letzter Stopp für heute ist das Side Street In. Alika spielt dort jeden Dienstag seit 5 Jahren und wir müssen da hin. Das Essen soll fantastisch sein. Und Lohi und die Mädels sind auch da. Die erste Idee war, „kurz“ nach Hause zu fahren frisch machen und dann zurück rein. Nachdem wir aber gesehen haben, was für ein Stau sich gerade anbahnt, haben wir das schnell verworfen und sind direkt hingefahren. 25 Cent fürs Parken noch bezahlt (nur bis 18:00) und wir sind auch schon da. Lohi kommt etwas später und wir warten mit dem Bestellen. Wir haben uns alle etwas ausgesucht. Als Lohi eintrifft und wir alle bestellen wollen, übernimmt sie das und bestellt ein quasi All-you-can-eat für gefühlt 10 Personen auf unseren Tisch mit 3 Erwachsenen und 4 Kindern. Unsere Mädels sind gute Futterverwerter, aber Hualani und Hapuna essen das quasi gar nicht und haben noch Pommes bestellt. Egal was serviert wird. Alles ist fantastisch. Ein Mix aus der gesamten asiatischen Küche mit kontinentalem Einfluss steht vor uns. Mit Alikas Musik im Hintergrund fühlt es sich 1000x mehr nach Urlaub an. Uns kommt es aber trotzdem alles vertraut vor, wie mit der Familie, wir fühlen uns wohl und genießen die Zeit. Es ist eine andere Kultur, ein anderes Lebensgefühl und eine andere Mentalität, der wir total verfallen sind.

Auch wenn es der Urlaubsmodus ist, diese Insel ist etwas, dass man jedem nur empfehlen kann. Man muss es erlebt haben, diese Feeling. Heute mehr als morgen! Die Leute sind offen, freundlich, dankbar und herzlich. Das Wetter ist ständig gut. Keine Grummels weit und breit. Einfach schön. Wir verabschieden nachdem alle Reste eingepackt wurden (nochmal Essen für mind. 4 Personen) uns im Lokal und rufen bis später zuhause zu 😉 Es ist, als kennt man sich schon ewig und man gehört zur Familie. Später sehen wir zuhause noch im Fernseher, dass es hier gerade Buschfeuer gibt. Und tatsächlich haben wir diese gesehen, als wir in Pearl Harbor waren. Sie sollten wohl unter Kontrolle gebracht sein. Im Moment also nicht besorgniserregend. Wie es damit weitergeht, müssen wir abwarten!

Ahui hou

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