Wir müssen wieder früher raus. Unser heutiger Surfkurs beginnt um 10:00. Spiegelei und Müsli sind unsere Stärkung dafür. Wir sollten pünktlich sein (also laut Anmeldung 5 Min earlier), das parken ist tricky in Waikiki. Also wird um halb 7 aufgestanden, um ja alle Eventualitäten einzuberechnen. Was wir wieder nicht mitberechnet haben, ist unser Alika. Er bringt uns, hat er gestern gesagt. Heute sollen wir dann hinter ihm nachfahren. Also kleine Planänderung. Gut, kein Problem, noch alles im grünen Bereich. Er gibt uns Parktickets für das Hotel, in dem er immer auftritt. Eines der Outrigger Resorts mitten in Waikiki. Ihm gefallen ganz viele freie Parkplätze in dem Parkhaus nicht wie schon beim letzten mal und wir fahren hoch und immer höher. Als wir endlich geparkt haben, ist es schon 10 vor 10.
In aller Seelenruhe schlapft er vor uns her und weist uns den Weg zum Treffpunkt. Ob er wirklich weiß, wo es hingeht, ahnen wir nur. Er führt uns durch Hintereingänge und Nebengassen, nur um dann vor versperrten Durchgängen zu stehen. Also wieder zurück. Jasmin wird schon leicht unruhig und drängt mich endlich selber aufs Navi zu schauen. Beim nächsten Hotel kennt er wieder ein paar Leute hier, ein paar dort und so vergehen gefühlte 10 Minuten, bevor es weitergeht. Wir erreichen einen Strand und werden von 2 Männern begrüßt. Alika fragt gleich, ob er mitmachen kann, sie verneinen jedoch. Naja „offiziell“ kostet dieser Kurs ja was. Da kann nicht einfach so wer mitmachen. Und die Lehrer sind ja nicht involviert, wer hier kommt. James und Trevor sind das eingespielte Duo für heute. Der eine redselig und zuvorkommend. Der andere der einzelgängerische altere Dude der mit keinem was zu tun haben will. Beide machen den Job schon seit mindestens 20 Jahren!!! Keiner kommt natürlich von Hawai‘i, welch ein Zufall auch, aber keiner will auch wieder weg von hier. 5 Tage-Woche Surf Lehrer ist auch mal nice. Bis wir uns umgezogen und eingecremt haben, vergehen auch noch ein paar Minuten. Eine halbe Stunde Einschulung ans Gerät und Simultanübersetzung für K2 von Jasmin später gehts dann auch schon los. Das Paddeln ist pures Schultertraining und man wird schnell müde.
Wir werden quasi ins kalte Wasser geworfen und K1 kriegt die erste Welle zugeschanzt. Für den ersten Versuch macht sie das toll, kann gleich aufstehen und fährt ein paar Meter mit. Bei der nächsten Welle werden K2 und ich gleichzeitig vorgeschoben. Sie steht locker lässig am Board und ich mühe mich ab. Eine sehr wackelige Veranstaltung so ein Surfboard. Ich stehe kaum oben und sehe wie sie auf mich zukommt. Ich versuche noch auszuweichen, aber das geht sich leider nicht aus. Somit springe ich ab und sie fährt noch kurz weiter. Jasmins erster Versuch ist leider nicht so ganz geglückt, sie macht gleich einen Abflug. Wir paddeln wieder raus und werden wieder reingeschupft. 1 Stunde und etliche Wellen später sind wir total geplättet und sind froh dass alle unverletzt und heil sind. Es hat uns allen riesigen Spass gemacht und die Surf Lehrer sind von den Mädels und ihren Surftalenten stark beeindruckt. Und ja wir alle sind die Wellen geritten und auch aufgestanden.
Surfkurs – Check. Jetzt können wir endlich die Bretter von Kanani ausborgen und uns selbst in die Wellen stürzen. Die Grundvorraussetzungen und das Basiswissen wurde aufgenommen. Also kann man es schon selbst versuchen. Wir irren durch den Innenstadtdschungel zurück zum Auto. Alika wartet hier bereits auf uns. Was er nun in der ganzen Zeit gemacht hat, wissen wir nicht. Er scheint happy. Eigentlich scheint er immer happy. Hab ihn während der letzten Tage noch nie anders gesehen. Lustiger Kerl. Die 2 Stunden im Hotelparkplatz würden 17 Dollar kosten. Wir haben einen Gutschein von Alika und können 4 Stunden gratis parken. Welch ein Glück.
Am Weg heim checkt Jasmin meine Mails, weil sie ganz gespannt ist, ob vom Surf Kurs schon was gekommen ist. Es waren 2 Mädels im Wasser, die uns andauernd fotografiert haben. Nachdem wir selber keine Kamera dabei hatten, wären die Fotos ja echt nice.
Egal, sie findet eine Mail die an Sie gerichtet ist. Mit den Worten „your balance“ und einem Button „make a payment“ drunter. Ich habe sie schon etwas vorher gesehen, hab die Mail aber als unwichtig abgespeichert. Es steht ihr Name drin, was soll das schon sein. Keiner von uns denkt nochmal drüber nach. Zurück im Haus macht sich Jasmin ans Kochen und ich befreie die Wäsche vom Salzwasser. Plötzlich schiesst es mir wie ein Blitz ein. Der Absender dieser Mail ist „hawaiipacifichealth.org“ – Verdammter Mist das ist die Rechnung vom Krankenhaus. 4727,61$ für 3 1/2 Stunden Aufenthalt mit Versorgung dort. Kein Wunder, dass die alle so freundlich waren. Ich bin erstmal geschockt und teile Jasmin das mit. Auch sie fällt aus allen Wolken. Ich frage Alika ob das sein kann. Er so: Yeah Yeah, sure. Na sauber. Ja bin ich froh, dass Jasmin an die Versicherung gedacht hat. Alter Falter wäre das kacke wenn wir die nicht hätten. Schlappe 178€ hat diese bei der Europäischen Reiseversicherung gekostet. Alle Kosten in Verbindung mit Krankheiten sollen zu 100 % übernommen werden.
Wir sammeln uns wieder und ich setze hier erstmal alle Hebel in Bewegung, dass die Infos an die Versicherung gehen und dass wir irgendwie zu unserer Rechnung kommen. Denn in der Email gibt es keinen Anhang. Und bis dahin könnte es ja noch immer ein Fake sein. Übrigens: Die Medikamente sind hier noch nicht inkludiert. Und die Telefonrechnung auch nicht. Schließlich habe ich 1x mit einer Ärztin und 3x mit dem Kundenservice gesprochen. Juhuuuu! Also nochmal mind. +150 €
Mittagessen like home: Alika isst mit uns. Er hat uns übrigens angeboten: They have savings, if it is a problem. Er meint das „Vorauszahlen der Krankenhausrechnung“. Nein du liebenswerter Kerl du, ihr braucht uns auch nicht noch Geld borgen, auch wir haben savings.
Die Kinder ruhen sich aus. Die Alten gehen zum Safeway einkaufen. Wir sehen 100e Dinge an, die wir haben müssen. Der Einkauf wird ca. 200 USD schwer. Im Korb landen: Donuts, Kona Longboard Bier, Chips, Eier, div. Früchte, (ich sehe kleine rote Bananen und will die unbedingt mitnehmen. Mein Dr. Google sagt, die sollen sehr süß schmecken. Also rein damit.) Hühnerfleisch, Sweetbread, Guacamole, Käsesticks und und und. An der Kasse wird Jasmin nach ihrem Alter gefragt. Seit 20 Jahren wurde sie schon nicht mehr gefragt, sagt sie dem Dude an der Kasse. Btw können wir uns gar nicht mehr erinnern, wegen eines Biers jemals gefragt worden zu sein. Der Verkäufer sagt ihr, dass sie super jung ausschaut, deshalb hat er gefragt wie alt sie ist. Da hat sie sich gefreut, wie ein neuer Schilling. Daheim probieren wir eine Banane sofort. Es ist, als würde man auf einem Pelz rumkauen. Ungenießbar. Total! Ich frage Alika wie lange man hier warten soll oder ob es ein Anzeichen von Reife gäbe, aber er kennt sich mit den Dingern nicht aus, er sagt er hat so kleine dunkle Bananen noch nie gesehen geschweige denn gegessen. Also bleiben sie erstmal liegen und wir versuchen es am Ende des Urlaubs nochmal.
Nächster Halt: Manoa Falls Trail. Es ist eine 25 Minuten-Fahrt ins Manoa Valley. Am Ende ist dieser 45 Minuten Wandertrail mit einem beeindruckenden Wasserfall. Lohi hat mir schon die Vorwarnung gegeben, dass es eventuell sein kann dass es wenig geregnet hat und der Wasserfall wahrscheinlich nicht soooo beeindruckend ist wie gehofft. Egal, wir fahren hin. Ich frage unsere Hostkinder ob sie mitkommen wollen, aber die verneinen. Die eine sagt „wandern ist gar nicht ihres“ die andere sagt „gehen auch nicht“ :-). Wanderschuhe eingepackt und los gehts. Ach ja noch was. Wir haben heute den Pick-Up zurückbekommen. Nun sind wir im American Style unterwegs. Hauen alles auf die Ladefläche und fahren los. Ja schon klar, es ist zwar ein Nissan, aber wer nimmt das schon so genau.
Wir kommen am Ende des Tals an, müssen 7 Dollar fürs Parken zahlen und sehen einen eher leeren Parkplatz. Vielleicht wegen der Uhrzeit. Egal. Zuerst geht es einen asphaltierten Weg entlang, der aber bald durch einen Wanderweg abgelöst wird. Es wurde hier alles präpariert, sodass es nur noch glitschige Steine gibt um die man sich Sorgen machen muss. Durch den Dschungel Hawai‘is wandern wir Richtung Wasserfall. Wirklich beeindruckend wie grün hier alles ist. Es kommt einen vor wie in einer anderen Welt. Wenn die Dinos noch aus dem Gebüsch hüpfen, würde das auch niemanden verwundern. Einfach nur schön. Die Temperatur ist sehr angenehm und die Geräusche lassen einen in keinster Weise an Zivilisation denken. Nach knappen 45 Minuten sind wir am Wasserfall angekommen und was soll ich sagen. Eine glatte Enttäuschung. Ein Rinnsal das seinesgleichen sucht plätschert den Berg herunter. Offenbar hat es wirklich gar nicht geregnet die letzten Wochen, denn das was hier runtertröpfelt ist es nicht wert Wasserfall genannt zu werden. Naja, was solls. Schön wars dennoch.
Also wieder zurück. Jasmin findet noch eine Gabelung und würde dort die 45 Minuten noch gerne ans Ende gehen. Es soll eine fantastische Aussicht herrschen. Da sie aber auf die Uhr schaut und der Park „schließt“ hat sie Panik, dass wir nicht rauskommen. Ich hätte keine Schranken gesehen aber gut, gehen wir ein ander Mal wieder her. Wenn es ein paar Wochen geregnet hat.
Es wird schon spät, und wir müssen ja noch nach Waikiki. Also duschen, umziehen und wieder reinfahren. Yaaaaay. Wir spulen Kilometer ohne Ende. Wir parken wieder in der Nähe vom Barefoot Beach Café und schlendern Richtung Nordwesten an der Promenade. Wir sind noch keine 3 Minuten da, sehen auf das Meer hinaus und eng bemerken das wöchentliche Feuerwerk des Hotels. Timing perfekt! Darüber Gedanken machen braucht man sich nicht, was die Herrschaften da jeden Freitag in die Luft blasen. Unser heutiges Abendessen wird bei Oahu Mexican Grill eingenommen. Tacos, Buritos und Super Nachos. Falls ihr euch fragt was das letzte sein soll. Naja 1 Tüte Nachos, mit Reis, Bohnen, Fleisch (In K1‘s Fall Hühnchen) Dazu noch Käse, Salsa und Dip. Eine Megaportion. Nicht dass eine Packung Nachos nicht eh schon reichen würden. Aber da kann man schon noch was drauf packen. Wir sind alle mehr als voll von diesem Haufen Essen und schlendern mal weiter. Hier tobt das Leben, hier gibt es alle Geschäfte die die Hautevolee so braucht. Von Luis Vuitton, über Prada, Gucci, Rolex, whatever. Da wo man halt viel Geld für kleine Dinge ausgeben kann. Wir gehen eher in einen ABC Store und kaufen Postkarten. Es wird schon spät, aber die letzten paar Meter zu meiner Wunschdestionation – dem Hard Rock Café, schaffen wir grad noch. Naja ein T-Shirt, ein Anstecker und ein Schnapsglas müssen es schon sein.
Die Mädels sind schon wandelnde Leichen also schauen wir, dass wir heimkommen. Am Rückweg finden wir auch endlich die Statue um die es sich beim Surfen dreht. Duke Kahanamoku ist mit einer Schar von Lei‘s behängt. Jeder hier huldigt dem Surfgott. Toll. Ich bin sehr froh, dass ich vorhin noch die Windschutzscheibe unseres neuen Fahrzeugs geputzt habe. Die Sichtverhältnisse sind echt seltsam hier.
Der Tag endet sehr sehr spät für uns und wir rechnen morgen mal mit einem Nichts-Tu-Tag ausser zum Swap Meet und einem Abendessen haben wir nichts geplant.
Aloha und bis Morgen
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