Hawaii (Oahu) – Tag 10 – Swap & Yukky Jelly

Heute ist ein Pausentag. Wir pennen bis zum geht nicht mehr und stehen erst um 9:15 auf. Unser Morning Talk mit Alika wird kurz, da er auch zur Arbeit muss. Und so lassen wir uns Zeit. Viel Zeit. Zu viel Zeit meiner Meinung nach. Aber das ist auch mal angebracht in so einem Urlaub. Es sind viele Eindrücke zu verarbeiten. Und der Schock von gestern mit der Krankenhausrechnung ist auch noch da.

Aloha Stadium Swap Meet steht nochmal auf dem Programm. Warum fragt ihr euch? Naja wir haben nicht alles fertig bekommen. UND mir hat definitiv der Flohmarkt-Teil gefehlt. Da sollte doch auch noch was sein. Denn der Großteil der Stände verkauft das selbe. Das haben wir schon rausgefunden. Wie bereits recht früh rausgefunden, sobald ich auf dem Highway bin find ich die Richtung. Jasmin hat mir erstmal nur eine Abfahrt genannt und sich dann in ihr Handy vertieft. Ich folgte also den Stadion-Schildern und zack sind wir auch schon auf dem Parkplatz angekommen. Wir parken wo anders und gehen in die andere Richtung. Wir schauen erstmal den Außenring durch und finden wie schon beim letzten mal immer das Selbe. Diesmal aber haben wir Crocs gekauft und die Mädels graben sich durch 3 riesige Haufen Jibbitz und werden wie immer fündig. Ein paar Mitbringsel für Daheim-Gebliebene später, sehe ich im mittleren Ring ein Schild mit Military und verschiedenste Jacken, Hosen und Zubehör. Ich insistiere dort hinzugehen. Dort erblicken wir dann die Flohmarkt-Aussteller. Ich kaufe mir um 10 Dollar beim Military Händler einen Flaschenzusatz für meinen Rucksack und bin total aus dem Häuschen.

Wir schlendern in dem Ring weiter, sehen haufenweise Leute die Pokémon und sämtliche andere Tradingcards verkaufen. Dass man hieraus ein „Geschäft“ machen kann, bezweifeln wir. Da wir K2 davon abgehalten haben englische Pokemon-Karten zu kaufen, weil die Karten sich untereinander ja nicht verstehen, ist sie doch etwas sauer. Viel Abwechslung gibt es hier aber auch nicht. Wir sehen allerdings einen Obsthändler und kaufen Rambutan‘s. Sehen von außen aus wie eine Rastafari Kastanie, wenn man sie aufknackt wie eine Lichee und wenn man sie isst muss man erstmal auf den Kern aufpassen, aber auch das Mundgefühl und der Geschmack ähneln sie einer Lichee. Bin jetzt nicht sooo der Fan davon, aber sie sind genießbar. Jasmin löst einen Teil ihres Geburtstagsgeschenkes ein und holt sich eine Kette und Ohrringe. Ich hoffe die erleiden nicht das selbe Schicksal wie bisher jeder Schmuck den ich ihr geschenkt habe. Aber da sie es sich ja selber ausgesucht habe, bin ich guter Dinge.

Die Mädels entdecken einen Eisladen. Also einen Shaved Ice Laden. Ich bin skeptisch und wir warten ab, was die anderen Leute hier bekommen. Es sieht absolut nicht aus wie das gestrige und so bestellen sie sich einen Becher. Er ist wesentlich größer und sowohl der Geschmack als auch die Textur sind nicht so wie wenn man einfach nur einen alten Eiswürfel aufgerappelt hat. Es schmeckt uns allen sehr und ich muss meine Meinung zu Shaved Ice revidieren. Bestellt es euch einfach nur nicht beim Barefoot Beach Café.

Am Ende des Besuches finden wir nichts Aufregendes mehr. Der Markt schließt auch langsam. Es ist 15 Uhr und die Herrschaften sind beim Abbauen recht flott. Ab zum Auto und raus hier. Jasmin quatscht mit den Mädels und ich fahre einfach mal los. Da Chris mir von ein paar Tagen gesagt hat, dass wenn wir beim Stadion sind wir einfach nur links abbiegen müssen und wir beim Pearl Harbor Besucherzentrum ankommen, erinnere ich mich daran und finde den Weg auf den Highway ohne zutun des Navis. Bin ganz stolz auf mich und freue mich riesig. Die Begeisterung bei meinen Mitreisenden hält sich in Grenzen. Wir wollten eigentlich noch surfen, aber die Zeit lässt einfach nichts zu. Um 17 Uhr müssen wir beim Siam Garden Café sein. Das wäre zwar hier in der Nähe, aber wir sowas von total durchgeschwitzt und klebrig wegen der Sonnenmilch, dass wir erst mal heimfahren müssen.

Daheim gibts eine Dusche, ein Deo und Parfum und wir sind auch schon am Weg zurück. Und was entdecken unsere Augen kurz vor der Ankunft am Ziel? Richtig – Ross – Dress for Less!! Jiha! Aber erstmal zum Essen. Wir kommen ein paar Minuten zu früh, aber Kanani, Sharon und das Geburtstagskind Cliff sind schon vor Ort. Ein Asiate von jungen 84 Jahren. Total süßer Kerl. Seine Arme waren voller Armbänder. Als wir ankommen trägt er noch einen Mundschutz. Warum, keine Ahnung. Wir schenken ihm eine Packung Mozartkugeln. Er scheint sich zu freuen. Als wir schließlich alle sitzen, fängt er mit den Geschenken an. Jeder am Tisch bekommen eine Lei, Sharon und Kanani eine Kaschmirdecke, die Frauen in Kananis Leben jeder eine Avocado, Jasmin 3 Einkaufstüten, einen Schreibblock, Süßigkeiten und die Mädels noch 2 Mikropuppenpölster. Ein sehr seltsamer und lustiger Kerl. Ich frage Sharon ob er das mit dem Geburtstag falsch verstanden hat. Sie antwortet nur, dass er das immer macht, und einfach gern einkaufen geht und Dinge verschenkt. Ich schüttle nur ungläubig den Kopf. Ein schräger Vogel dieser Cliff.

Wir haben uns auf der Herfahrt schon die Speisekarte durchgeschaut und uns etwas ausgesucht. Dieser Plan wird von Sharon komplett zerstört. Sie bestellt einfach mindestens 6 verschiedene Gerichte. Jeder soll von allem genug haben. Ich habe keine Ahnung was auf uns zukommt aber egal was ich koste – alles schmeckt hervorragend. Auch die Kids und Jasmin kosten sich fleißig durch. Sticky Rice, Deep Fried Noodle, Chicken Ankles, ja was weiß der Kuckuck was da alles dabei war. Es wird noch ein Happy Birthday für den guten alten Cliff geträllert. Irgendwann höre ich mit einem Ohr eine Potassium Diskussion (Kalium auf deutsch). Er kennt die Mengen an Potassium offenbar auswendig und jedes Obst und Gemüse mit zu viel davon ist schlecht. Er scheint ein Gegner zu sein und verteufelt Bananen, Avocados und natürlich getrocknete Früchte ganz besonders. Er sagt die seien ganz schlecht für den Körper. Wassermelonen sind super und Blaubeeren. Ich hab ihn gefragt, ob das sein Geheimnis ist, dass er so gut ausschaut. Er lächelt, hat mich offenbar nicht verstanden.

Kanani wird unruhig. Wie in der Kirche: We gotta get out of here Mama, hör ich von links. Es sollte noch etwas dauern, bis wir wirklich zum Aufbrechen bereit sind. Cliff kommt mit seinem Rollator nach. Ich helfe ihm und packe das Ding in Kananis Kofferraum. Als Dank bekomme ich noch ein Armband mit grünen Steinen. Ich gratuliere noch mal. Was ein schräger Vogel.

Letzter Stop für heute. Ross um die Ecke. Lohi sagt das ist nicht der Beste, weil um die Ecke ist ein Obdachlosenheim. Da sollten wir nicht zu lange rumlungern. Sie bringen uns aber dorthin und schauen selbst, ob es noch was zu kaufen gibt. Sie finden nichts, K1 aber endlich ihre Air Jordans, die sie „unbedingt“ haben musste. Wobei sie bis vor 2 Monaten noch nicht mal den Namen gekannt hat, geschweige denn dass sie überhaupt gewusst hat, wie die ausschauen. Egal, ich finde eine Handyhalterung fürs Auto um 5 Dollar und Football Handschuhe für Jasmin. Sollte sie nochmal in den Genuß von Flagfootball kommen, hat sie jetzt passende Under Armour Handschuhe um 10 Dollar. K2 holt sich noch eine Packung Jelly Beans. Im Auto dann die große Entdeckung. Die Dinger sind die Scheußlichen. Von Popel, über verbrannten Gummi, zu Kotze, nasser Hund, vergammelter Fisch, Furz, stinkende Socken war alles dabei. Natürlich gab es zu jedem ekeligen auch ein komplett gleichfärbiges gutes Jellybean. Das Ding war halt nur: Keine Ahnung wie lang die da schon in der Packung waren, denn gestunken haben alle gleich. Und das Auto erst recht. Wir haben gelacht und gewürgt im Wechselintervall. K2 hat die Chance genützt und beinahe alles verputzt, was sie im Mund hatte. Ich konnte es erst gar nicht glauben und hab gesagt, die sollen sich net so anstellen. Jasmin hat mir dann ihre Bean gegeben. Verbrannter Gummi. Wäh!!! Ekelhaft. Ich musste an noch vielen riechen und konnte mir das Kotzen grad noch so verkneifen. Ob einer überhaupt ein gutes Jellybean bekommen hat wissen wir nicht, aber den Spass wars allemal wert.

Ok, jetzt wirklich letzter Stop. Am Heimweg holen wir bei Kanani noch die Surfboards ab um einfach losfahren zu können, wenn wir wollen. Herrlich! Ein zusätzlicher Rahmen wird hinten auf die Ladefläche gedrückt und schon haben wir einen Surfboard Halter. Sehr toll! Mich freut es und die Kinder auch. Zuhause angekommen entsorgen wir die restlichen Jellybeans, denn das Auto stinkt wirklich fürchterlich. Kaum auszuhalten!

Morgen gehts zur Dole Ananasplantage und nochmal zum Schnorcheln. Wir hoffen auf gutes Wetter!

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