Hawaii (Oahu) – Tag 11 – History Channel Hawai‘i

Die Dole Ananasplantage steht heute am Plan, also früh aufstehen, denn um 9:30 öffnet sie ihre Pforten und wir brauchen da 45 Minuten hin. Alika hat hier keine weiteren Infos für uns. Er schließt sich uns auch nicht an. Ob Lohi und die Mädels mitkommen, weiß er nicht. Na gut, denken wir uns, wir fahren pünktlich. Es scheint so, als ob keiner der anderen wach wäre, also ziehen wir unser tägliches Morgenprogramm durch. Plötzlich steht Hualani in der Tür und sagt sie brauchen noch 10 Minuten um sich ready zu machen. Ah, sie kommen also doch mit. Sehr schön. Wir fahren natürlich getrennt. Wer weiß was die für Pläne haben. Unsere sind nämlich so, dass wir dann weiterfahren zur Turtle Bay und schnorcheln gehen.

Die 2 Hostkinder sind sehr aufgeregt. Unsere Damen tun sich noch schwer. K1 traut sich nicht so wirklich in Kontakt zu treten. (Es könnte ja etwas falsch ausgesprochen werden und sie sich blamieren) und K2 würde gerne, kann aber einfach nicht, weil der Wortschatz überhaupt nicht da ist. So helfen sie sich tatsächlich sehr gut mit dem Google Translator. Sofern der versteht was K2 eigentlich will. K2 spricht nämlich ihre Sätze ins Handy. Da kann schon etwas ganz tolles rauskommen, könnt ihr euch sicher vorstellen.

Lohi führt unseren 2er Konvoi an und hat einen guten Gasfuß. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen sind eher Richtwerte und ich folge im Saußeschritt. Da wir ja einen Pick-Up haben, müssen wir unsere Habseligkeiten jetzt doch von der Ladefläche in das Auto packen. Ich habe ungern ein paar Dinge zu viel in der Kühltasche wenn ich zurückkomme. Um 9:18 kommen wir bei der DOLE Plantage an. Der gleiche Weg wie vor ein paar Tagen an die North Shore. Wir laden unsere Gastgeber auf den Eintritt ein. Sie wollten zu erst einen kamaʻāina Eintritt haben, also einen Einheimischen Rabatt. Dann würden sie aber kein gratis Eis bei einem Essen dazubekommen. Das Verkaufspersonal hinter dem Tresen ist, sagen wir mal, in seiner eigenen Welt. Er konnte sich keine Minute merken, wieviele Personen wir sind und welche Tickets wir haben wollen. Naja ist ja auch ganz schön schwer wenn 3 Erwachsene und 4 Kinder direkt vor einem stehen. Leider gibt es hier keinen Online Ticketschalter. Das wäre wesentlich hilfreicher. Nach ein paar Minuten hat er uns einen 10% Discount gegeben und die richtige Anzahl an Tickets. Wir nehmen die Zugfahrt, das (größte) Labyrinth (der Welt (Stand 2008)) und den Garten. Lohi erklärt uns dass wir hier auf Oahu eh auf der „schnellsten“ Insel sind. Je weiter man wegkommt von hier umso langsamer und gechillter werden die Leute. Na bin ich froh…

Da wir ja vor nicht allzu langer Zeit erfahren haben, dass die Mädels keine „Walker und Hiker sind“ wollen sie nun nach dem Motto „eat the frog“ mit dem Garten anfangen, dann das Labyrinth machen und danach als Abschluss, wenn man schon müde ist, die Zugfahrt. Also dieser Garten ist einfach ein Traum. Hier gibt es 100e verschiedenster Blumen, Pflanzen, Bäume und Sträucher aus Hawai‘i. Eine eigene Hibiskus Variety Abteilung. Und die war wirklich nice. In jeder gedachten Farbe und Farbmischung. Meine Lieblingsvariante war der Lt. Col. Frank Carlos Hibikus. Traumhaft. Weiter gehts mit Fakten, Mythen und Legenden. Bei beinahe jedem Baum, Strauch oder bei jeder Blume gibt Lohi Jasmin Hintergrundwissen, Erklärung wofür es ursprünglich verwendet wurde und so weiter und sofort. Jasmin kann jetzt den History Channel Hawai‘i auf Deutsch einsprechen und findet es furchtbar interessant. So eine Tour hatten wir auch noch nie. Lohi erzählt uns auch dass sie solche touristischen Orte eigentlich nicht besuchen. Das hat sie jetzt nur wegen der Mädchen gemacht. Diese Plantage hat natürlich auf der einen Seite etwas Positives. Aber auch der negative Aspekt darf nicht übersehen werden. Das Ding wurde in das trockenste Gebiet auf Oahu gebaut. Aber Obst braucht halt auch Wasser. Und wo kommt es her? Es wird überall abgezweigt und hergeleitet. Auch wurden lange Jahre illegale Arbeiter ausgebeutet. So gibt es viele Dinge, die sie dann nicht unterstützen wollen.

Beispielsweise gibt es noch eine kleine Anekdote, die wir vor ein paar Tagen zu hören bekommen haben. Das Meer und der Berg sind für jeden frei zugänglich. Das ist hawaiianisches Gesetz. Und das musste auch beim Anschluss Hawai‘is an die USA bestehen bleiben. Somit ist egal, wem ein Grundstück gehört. Er muss den Meer- oder Bergweg den Menschen hier frei zugänglich machen. Jegliche Absperrung wird früher oder später über ein Gericht als gesetzeswidrig eingestuft und muss entfernt werden. Sehr toll!!!

Der Garten ist zu Ende, Jasmins Kopf ist mit Geschichten gefüllt und wir fangen mit dem Labyrinth an. Am Anfang kriegt man eine kleine Karte mit 8 kleinen Feldern. Im ganzen Labyrinth sind 8 Stationen versteckt, an denen man sich quasi Stempel abholen kann. Wir verbringen 1 Stunde in dem Ding, bis jeder alle seine Stempel voll hat. Leider ist das Labyrinth nicht mehr das, was es einmal war. Überall sind kleine Durchgänge und so kann man sich ohne Probleme durchschummeln. Wir folgen quasi den Himmelsrichtungen und finden eher früh als spät die passenden Ständer mit den Infos und Stempeln. Naja es sind eigentlich Formen die man sich selbst abpausen kann. Da die dazupassenden Bleistifte aber eher was für Grobmotoriker sind, wird jedes dieser Symbole eher zur Hieroglyphe. Für die Kinder reicht es aber. Abgesehen davon, dass es die Karte total überflüssig macht. Egal. Sollte jemand von euch mal in einem Labyrinth festsitzen merkt euch: Streckt eure rechte Hand an die Wand und folgt dieser. Egal wohin der Weg euch führt. Folgt diesem und ihr werdet den Ausgang früher oder später erreichen. Versprochen!

3te Station ist der Bummelzug um die Plantage. Vorher wird noch ein Gruppenbild geknipst. Na schauen wir mal wieviel das diesmal kostet und wie schön es war. Im Zug läuft über die Lautsprecher eine Erklärung was hier alles wie wo wann passiert ist. Denk ich halt. Ich bekomme immer nur kurze Fetzen mit. Es ist so undeutlich und leise, dass ich kaum was verstehe. Die Fahrt dauert um die 20 Minuten. Wir sehen, was alles so angebaut werden kann. Hauptsächlich für Anschauungszwecke. Denn mit 5 Pomelobäumen, und 4 Limettenbäumen kann man sonst eigentlich gar nichts anstellen, wenn man eine Plantage betreiben will. Aber gut, auch diesen Teil haben wir erledigt. Von 2 Bildern ist eines für den Kübel und das andere dafür gut getroffen. Wenn man es 1x ausdrucken lassen will, soll man 30 Dollar zahlen. Und wenn man das ganze digital haben will 36. Also 2 Fotos mit jeweils 10 vorgenerierten Hintergrundbildern. Wir berappen hier mal gar nichts und gehen lieber um 50 Cent Fische füttern. Genialst sag ich euch. Es gibt nur 1 Platz, wo man das Futter reinwerfen kann und was denkt ihr wohl wo alle Fische warten. Ja, genau da davor. Ihr könnt euch das nicht vorstellen, aber ca 350 Goldfische und geschätzte 30 Koi Karpfen stürzen sich auf die Krümel die man reinwirft. Es sieht aus als würde das Wasser brodeln. Fabelhaft.

Hunger haben alle auch dann irgendwann mal. Im Grill gibt es ein paar gute Dinge. Wir sehen einen freien Schalter und irgendwie keine Schlange dahinter und auch keine Absperrzäune. Na die nehmen wir halt. Geben alles fein ein und bestellen. Als wir fertig sind sehen wir Lohi, die sich irgendwo hinten angestellt hat, weil es da offenbar doch eine Schlange gegeben hat. Upsi, aber es waren 2 Schalter sicherlich 45 Sekunden frei, also haben wir uns zu einem gestellt. Und abgesperrt war auch nicht. SO. Essen war inkl. Getränke und Dank Gutschein dann inkl. Eis. Also das ist wirklich das beste Ananas Whiped Cream Ice, das ich jemals gegessen habe. Das gibt es auch in verschiedenen Größen. Aber das „kleine“ hat mir gereicht. Solltet ihr hier mal in der Nähe sein. Spart euch den Zug, spart euch das Labyrinth. Wenn ihr auf abgefahrene Pflanzen steht, könnt ihr euch den Garten ja anschauen. Aber für das Eis, bleibt unbedingt stehen!!

Wir verabschieden uns von unserer Ohana (Familie auf Hawaiianisch) und fahren weiter auf die North Shore zur Kuilima Cove. Die befindet sich gleich neben dem Ritz-Carlton ganz an der Nordspitze der Insel. Und nachdem hier ja alles frei zugänglich ist, können wir auch dort schwimmen und schnorcheln nach Herzenslust. Sogar die Parkplätze für Meerbesucher gibt es. Wir sind kaum im Wasser als Jasmin uns schon zu sich ruft. Eine riesengroße Schildkröte ist direkt unter ihren Füßen. Jasmin wollte sich eigentlich auf einen Stein hinstellen, um ihre Taucherbrille zu richten, als der Stein sich plötzlich bewegt hat. Die Schildkröte ist nochmal ein ganzes Stück größer als die letzte und schwimmt dort einfach zwischen den Gästen in der Bucht. Um ganz ehrlich zu sein, die meisten der Badegäste vor Ort kriegen das nicht mal mit. Die plantschen vor sich hin, ein paar haben wohl Taucherbrillen und Schnorchel angelegt, aber niemand beachtet diesen Bomber. Die Sichtverhältnisse sind auch schauderhaft. Man sieht kaum die Hand vor Augen weil an dem Sandstrand alles aufgewirbelt wird und der Kröterich doch recht nahe am Ufer schwimmt und frisst. Wir verfolgen sie noch recht lange und verlieren sie immer mal wieder aus den Augen, finden sie aber gleich wieder. Die kann man echt schwer übersehen. Und beinahe niemand hier bemerkt auch, dass sie alle paar Minuten auftaucht um Luft zu holen. Einmal sogar zwischen den Mädchen.

Der Nachmittag neigt sich dem Abend zu und wir würden gern den Sonnenuntergang bei der Sharks Cove sehen. Die Vorraussetzungen sind 1a und wir machen uns auf den Weg zurück. 15km sind es ca. und wir finden sowohl gleich einen Parkplatz als auch einen Sitzplatz. Die Menschen gehen schon wieder nach Hause. Uns freut das. Wir hüpfen auch hier nochmal rein und schnorcheln eine Runde. Wir sehen einen riesigen Fischschwarm. 95% der Fische sind dunkel, und teilen sich erst auf wenn man 30cm von ihnen entfernt ist. Man kann richtig in den Schwarm reinschwimmen. Es ist etwas gruselig, da er die Umgebung um einen herum doch stark verdunkelt.

Der Sonnenuntergang ist herrlich schön. Leider hat uns eine Wolke die perfekte Suppe versalzen. Sie schwebt genau am Horizont und so sehen wir nur die Sonne hinter der Wolke verschwinden. Für die perfekten Urlaubs-Postkarten-Fotos reicht allemal. Ein perfekter Spot, um sich den Sonnenuntergang anzusehen! Wer es etwas weniger schattig mag und von einem Sandstrand aus das Spektakel beobachten will, der bleibt ein paar Kilometer vorher beim Sunset Beach stehen. Uns hat die Tatsache abgeschreckt, dass dort kein Fleck Schatten war und wir wollten nicht in der Sonne braten. Außerdem war alles sandig und viele Leute. Wir mögen dann und wann lieber Felsen als Kulisse. Vielleicht ein anderes mal. Als wir heimfahren wollen, sehe ich auf der anderen Straßenseite noch ein paar Food Trucks.

Da wir immer angehalten wurden, dort etwas zu essen folgen wir diesem Rat und holen uns Garnelen. Köstlich sag ich euch. 2-3 Shops stehen auch hier. Schöne Sachen gibt es da schon, aber grundsätzlich etwas teuer. Auf der Heimfahrt müssen wir noch an der Tankstelle stehen bleiben. Die Mahalo Tankstelle hatte auf mich vorher keinen guten Eindruck gemacht, aber sie war jetzt auf meiner Straßenseite, also fahre ich sie an. Ich stecke die Kreditkarte rein, alles perfekt, ich nehme den Zapfhahn, drücke auf Basis und versuche zu tanken. Nichts passiert. Ich stecke den Zapfhahn zurück, nehme ihn wieder raus, drücke Basis, nichts passiert. Ich hänge den Zapfhahn wieder zurück. Das Display cancelt meine Bestellung. Ich mache das ganze Prozedere erneut. Nichts passiert. Verärgert steige ich ins Auto ein. Jasmin ist schon genervt. Ja toll, jetzt wird die KK mit 170 Dollar belehnt und du hast nicht getankt. Ich kreuze die Strasse und fahre zur Aloha Tankstelle. Gleicher Automat, gleiche Vorgehensweise. Nur diesmal passiert etwas und der Zapfhahn spült das gute Benzin in den Tank. Jasmin derweil am Verzweifeln weil 2x 170 vorbelehnt werden. Während ich tanke wird das 2te mal bereits gecancelt. Na wenigstens etwas. Wir fahren schon seit 15 Minuten mit dem Auto und nun wird auch der erste Tankversuch gecancelt. Na bitte. Geht doch.

Es steht bei der Ankunft noch Wäsche waschen an und morgen gibts Jasmin Highlight der Reise. Was das ist, verrate ich euch noch nicht. Ihr werdet es dann im nächsten Bericht erfahren.

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