Heute ist es soweit. Jasmins Traum geht in Erfüllung. Worauf sie 2 Jahre gewartet hat. Schwimmen mit Delfinen. Start ist um 11.00 – 1 Stunde früher müssen wir vor Ort sein. 15 Minuten dauert die Fahrt also stehen wir, natürlich um 7 Uhr auf. Na das ist nicht der einzige Grund. Versuch Nummer 2 für eine Buchung in Hanauma Bay. Um 5 vor 7 eingeben, Namen, Nummer, Uhrzeit – ÄÄÄÄ – Tickets vergeben. Andere Uhrzeit eingeben, wieder alles von vorne. ÄÄÄÄ – Keine freien Tickets verfügbar. Um 10 nach 7 ist alles ausverkauft. Wir versuchen es morgen nochmal. Wenn das auch nicht klappt, dann lassen wir es sein. Soll dann nicht sein. Aber nochmal einschlafen können wir auch nicht. Also stehen wir auf und machen uns gemütlich fertig.
Frühstücken, abwaschen, Schwimmsachen einpacken und plötzlich wird alles doch recht hektisch. Alika will uns auch noch über seine Pläne einweihen und falls wir es schaffen, können wir bei einer Hochzeit am Strand dabei sein. Die Stimmung ist recht aufgeregt, da Jasmin sehr nervös ist und uns alle ansteckt. Wir kommen um kurz vor 10 an. Wir wollen rein, aber die Dame sagt, wir müssen uns erst bei der Kasse anstellen. Obwohl wir schon Tickets gebucht haben? Ja, auch dann. Na gut, dann stellen wir uns wieder rein. Es gibt 2 Kassen und Jasmin ist seeeeeeehr nervös, dass wir jetzt nicht gleich dran kommen. Irgendwo hat sie gelesen, dass wir pünktlich sein müssen sonst verfällt die Buchung. Eine asiatische Familie steht immer noch vor uns an der Kasse, da geht überhaupt nichts weiter. Keine Ahnung, ob die erst die Schriftzeichen malen müssen, oder alle Namen übersetzen. Es dauert Jasmin viel zu lange. Am liebsten würde sie alle hier wegschubsen und brüllen: VERPISST EUCH! DAS IST MEIN DELFIN!! UM 11 MUSS ICH IM WASSER SEIN. Aber Hawai’i ist anders, hier muss man Geduld mitbringen. Hat sie, allerdings nicht unendlich. Noch wissen wir es nicht, aber Sea Life ist wirklich nicht groß. Gefühlt haben hier mehr Leute gearbeitet, als Besucher dort waren. Ein kleines Unternehmen, das es leider nicht schafft High Res Karten auszugeben. Wir schauen auf eine stark verpixelte Version einer selbst ausgedruckten A4 Karte und wissen gleich, wo wir hinmüssen.
Währenddessen habe ich auch unsere Pläne für morgen durchgesagt bekommen. Sharon will mit uns nach Chinatown, Nudel schlürfen und danach eine kleine City Tour machen.
Das Gebäude für die Tierbegegnungen ist mit einem goldenen Stern markiert. Dort bekommt man seine Schwimmweste und kann sich umziehen. Hier gibt es nicht nur Delfin, sondern auch Robben- und Haibegegnungen. Bei den Delfinen übrigens auch 3 verschiedene Pakete. Was glaubt ihr wohl, was wir genommen haben. Eine junge Mitarbeiterin empfängt uns und gibt uns erste Instructions. Ich bin etwas irritiert, sie hat kein Zähne. Zumindest sehe ich keine. Jasmin beteuert, dass sie seitlich welche gesehen hat. Wer weiß das schon. Wohl nur ihr Zahnarzt. Alle ziehen sich um und bekommen dann eine Schwimmweste verpasst. Die wird festgezogen, bis zum Atemverlust. Die Weste schmiegt sich an die Haut wie eine Würgeschlange und die Mitarbeiterin zieht fester wenn man ausatmet. Ade du schöne Welt, ich darf abtreten, bevor ich den Delfin gefüttert habe. Jasmins Nervosität vergeht etwas. Wurde wahrscheinlich auch von er Rettungsweste rausgedrückt.
Die Zeit vergeht zu langsam, doch um 10 vor 11 schlendern wir langsam zum Becken. Es wird uns nochmal alles erklärt und die Gruppen eingeteilt. Wir (7 Leute) haben grüne Bändchen. Es gibt noch gelbe. Die gelben dürfen nur rumstehen und ein Foto machen, die grünen dürfen auch im Wasser schwimmen und ein 2ten Posing mit Flipper machen. Wir bekommen alles nochmal erklärt. Jasmin steht als erstes beim Becken, will aber nicht als Erste reingehen. Wir dürfen rein, müssen auf einer Plattform weiterrücken und die Tiertrainerin gibt letzte Instruktionen. Sie haben 2 Delfine jetzt für alle. Ein superintelligenter und ein netter, wir bekommen den Netten. Sein Name ist Nalu. Als er das erste mal angeschwommen kommt, dürfen wir ihn gleich streicheln. Am Rücken und am Bauch. Ich kann nicht genau beschreiben, wie sich das anfühlt. Aber es ist meiner Meinung nach eine Mischung aus stark aufgeblasenen Fahrradschläuchen und Luftballontierchen. Nur in Nass und doch etwas weicher. Keine Ahnung, besser wird die Beschreibung nicht. Wir bekommen Taucherbrillen und sollen von der Plattform runter ins Wasser. Damit hat Jasmin nicht gerechnet. Waaaas? Wir dürfen mit denen schwimmen? OH MEIN GOTT! Er muss Ringe auftauchen, will aber irgendwie nicht mitmachen. Nalu (was übrigens Welle auf Hawaiianisch bedeutet) taucht unter uns ein 2tes mal hindurch und rempelt mich mit seiner Flosse. Vergisst aber trotzdem, was er eigentlich machen soll. Die Trainerin zeigt es ihm unter Wasser nochmal. AHHH, jetzt weiß er worum es geht. Sie üben das mit ihm gerade neu.
In den Pausen dazwischen, dürfen alle ihre Fotomotive machen. Einmal den Kopf halten (aber bitte nicht küssen oder zu nah an seinen Kopf gehen. Delfine können auch krank werden) Wir als grüne Gruppe dürfen ihn dann auch noch squaten. Er schwerer Teixel. Er hebt den Kopf und den Schwanz und patscht aufs Wasser, als wir ihn loslassen. Irgendwann wird Delfin getauscht und wir bekommen einen anderen. Es ist ein Mädchen und ihr Name ist Nani. Auch sie will gestreichelt werden. Wir bekommen noch ein paar Tricks vorgeführt. Wie zB Angel auswerfen, ihn am Haken haben und einziehen. Toter Delfin, aloha und Flossen wackeln. Wir alle sind total begeistert. Jasmin ist in ihrer eigenen Delfinwelt und hat sich einen Traum erfüllt. Man sieht das Leuchten in ihren Augen. Es sind wirklich wundervolle Tiere, die hier leben. Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man sie auch ergreifen!
Die Begegnung dauert ungefähr eine halbe Stunde. Jeden Cent wert! Und es waren doch einige Cents. Wir duschen uns und ziehen uns um. Dadurch wir das All-In Paket haben, kriegen wir 1 Fotos gratis. Für das andere müssen wir zahlen. Als Komplettpaket mit allen Digitalversionen nehmen wir das Sparpaket um 150 Dollar. Was haben wir uns da gespart. 50 Dollar sagt der Verkäufer. Als wir aus dem Shop kommen, fängt auch schon die Delfinschow an. Es ist als ob man einem Kumpel bei der Arbeit zuschauen würden. Jasmin sitzt mit Tränen in den Augen davor und ist wieder in Gedanken versunken. Diese Begegnung hat ihr sehr viel bedeutet und ich bin froh, das mit ihr erlebt zu haben.
Danach schnappen wir uns ein Mittagessen. Als nächstes am Plan steht die Schildkrötenfütterung. Jasmin sieht im Shop dass man Futter kaufen kann. Pro Becher 6 Dollar, Salat, Brokkoli und Staudensellerie sind drin. Naja, was tut man nicht alles für die armen alten Schildkröten. Nun wissen wir, was wir zu unserem nächsten Schnorchelausflug mitnehmen. Guter Tipp. Auch wenn man möchte dass die Finger nach Suppe riechen sind die 6 Dollar spitzenmäßig angelegt.
Die Haifischfütterung kriegen wir mit, danach legen wir eine ganz ganz kurze Pause bei den Rifffischen ein, die man auch mit Salat füttern darf. Wir sehen das riesige Vogelhaus mit hunderten Agaporniden (Unzertrennliche) in jeglicher Farbvariante. Wir bekommen Hirsesticks und können diese gerne füttern. Das lassen wir uns auf keinen Fall 2x sagen. Es sind auch Nymphensittiche in dem Gehege, aber keiner davon ist an uns nur irgendwie interessiert. Die anderen allerdings schon. Jeder versucht auf seine Weise einen Vogel dazu zu bringen, irgendwie auf ihn zu klettern. Es dauert nicht lange und ich habe einen auf dem Finger. Abwechselnd hat jeder einen Vogel. Zumindest den sichtbaren. Wir bleiben so lange, dass wir die Pinguinfütterung verpassen. Aber wer will schon Pinguine, wenn man Vögel am Kopf sitzen haben kann. Sie landen einfach überall. Wenn man den Stick hinhält, dann wird der Hals des Piepmatzes länger und irgendwann schnappt er nach dem Finger. Sie zwicken auch mal fester zu. Es gibt Schlimmeres! Am Ende pflückt sich K2 einen und kriegt ihn dazu auf ihren Hut zu landen. Sie will ihn einpacken und setzt den Hut ab. Er bleibt tatsächlich drin und lässt sich fast verpacken. Im letzten Moment hüpft er auf den Kopf von K1 und fängt hier an, sie zu lausen. Dieses Spiel geht noch ein paar mal hin und her, bis wir die Mädels dann endlich dazu bringen, zu gehen.
Next Stop: Hawaiian Monk Seal, der Dicke wird schon gefüttert. Nicht weiter spannend, aber doch interessant zu sehen was das für ein Kaliber ist. Auch spannend warum er hier ist. Normalerweise ist dies eine Auffangstation für verletzte Tiere, die dann wieder ausgewildert werden. Er aber scheint nicht allzu nett zu den Jungtieren zu sein und hat in einer Saison 10 von 15 attackiert. Darum ist er jetzt um die Population zu schützen ein Park-Löwe, der hier über sein Revier ohne Konkurrenten herrscht.
Die letzte Fütterung für heute ist die California Sea Lion. Hier sind 3 sehr aufgeregte Exemplare, die für Fisch anscheinend alles tun. Alle Tricks werden ausgepackt nur um 1 dieser kleinen Fische zu bekommen. Oder auch Lob der Trainer, bei einem sieht man ganz besonders, dass er auf lobende Worte anspringt. Er schaut seine Trainerin auch immer total verliebt an. Sie düsen durchs Wasser wie kleine Torpedos. Alter Falter sind die schnell. Setzen draußen alles unter Wasser. Die wenigen Zuschauer bekommen nasse Füße. Aber es stört keinen, haben ja fast alle Flip-Flops an. Außer der Einbeinige – der hat nur Flip Flip an.
Der Tag neigt sich dem Ende und wir verlassen diesen kleinen Meereszoo. Wir fahren heim und ich würde gerne noch bei unserem Strand etwas abchecken. Ob man dort surfen kann oder nicht. Dazu will ich mit Taucherbrille ausgestattet rauspaddeln und den Forschenden abgeben. K1 will mich begleiten. Jasmin ist voll k.o. und K2 will auch nicht mit. Also ziehen wir mit den kleineren Surfboards los. (Wie wir danach festgestellt haben, sind diese allerdings Shortboards: Also für große Wellen und großes Tempo geeignet und für Surfer ab mittleren Niveu geeignet – sind wir NICHT) Als wir die Bretter vom Truck laden, bekommen wir auch schon von 2 Männern am Strand ein Shaka und wir latschen raus. Der Weg am Kuli‘ou‘ou Beach Park zu den Wellen ist seeeehr lang. Viel zu lang. Wir brauchen fast 35 Minuten raus. Dort merken wir, dass wir mit diesen Brettern hier gar nichts reißen. Wir 2 können hier nicht aufstehen und die Wellen sind einfach viel zu kurz und zu schwach. Der Boden ist auch ziemlich flach und so schwimmen und paddeln wir ungetaner Dinger wieder rein. Eine Enttäuschung auf voller Linie. Naja zumindest eine sportliche Betätigung.
Der Abend vergeht dann ohne weitere große Ereignisse. Wir gehen nochmal einkaufen. Sushi und Poke wurde gewünscht. Kaufen tun wir natürlich viel mehr. Es bleibt nichts über. Uns wurde ein Bier vorgeschlagen, welches wir jetzt auch verkostet haben. Von der Kona Brewing Co. das Longboard. Ein süffiges Lager mit 4.2 Prozent.
Und so endet der Abend. Ein Morning Hike ist morgen geplant. Der Kokohead wartet schon lange und will erklommen werden.
Aloha ahiahi
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