Hawaii (Oahu) – Tag 15 – Gebogene Bucht

Keine Spam&Eggs heute. Ich bin traurig! Egal, Wir haben sooo viel anderes Gutes das wir uns in der Früh reinstopfen können.

Heute steht das am schwierigsten zu bekommende Event an: Hanauma Bay. Beim 3ten mal haben wir es geschafft Tickets zu ergattern. Ein sehr einzigartiges Erlebnis also. 11:20 ist unser Einlass, also haben wir noch genug Zeit. Kühltasche, Schnorchelzeug, Badeschlapfen und Badeutensilien auf die Ladefläche unseres Pick-Ups und noch schnell Mittagessen holen bei Safeways und neue Sonnencreme bei Longs Drugs. Wir sind ca. 1 Stunde zu früh vor Ort. Der Parksheriff kontrolliert nur unsere Buchung. Jasmin sagt, dass wir gehört haben, dass es besser ist, wenn wir füher kommen wegen dem Parkplatz. „You did great to come earlier.“ war die Antwort. Na toll! 3 Dollar nochmal fürs Parken und wir kriegen optisch einen der letzten Plätze. Das man einen Parkplatz bekommt, wird nicht durch das Ticket garantiert.

Wir steigen aus und bekommen gleich angesagt, wo es hingeht. Der nächste Mitarbeiter gibt uns einen Zettel mit einer Einlasszeit. 10:30 – öhm Sorry Mister, aber wir haben schon gebucht. Er nimmt den Zettel wieder weg. Wie jetzt? Wir kennen uns gar nimmer aus. Ich muss schnell aufs Klo, das ja Gott sei dank nur ein paar Meter weg ist. Die Schlange vor uns ist noch lange, deshalb hab ich erstmal keine Sorge dass ich mich beeilen muss. Ich komme zurück und alle Mitansteher sind weg, Jasmin und die Mädels stehen noch da, der Ausdruck eher genervt. „Die GANZE Gruppe ist schon weg, jetzt sind erst wieder 1000 Leute vor uns reingekommen. Scheißen kannst du auch daheim.“ Ja OK OK, aber rein können wir doch soweiso erst um 11:20. Aber zumindest zum Ticketschalter dürfen wir weiter. Die Ticketfachverkäuferin fragt, ob wir schon ein Ticket haben oder ein Dayticket wollen. Ich zeige die Reservierung und meinen Ausweis. Warum auch immer mein österreichischer Führerschein hier zählt, ist mir schleierhaft. Wir sind drin, mit der selben Gruppe mit der wir uns angestellt haben. Das Lächeln ist noch nicht zurück auf Jasmins Gesicht. Wird schon, das weiß ich ganz genau. Wir bekommen eine kurze mündliche Einweisung, was wir in der Bay dürfen und was nicht. Wo ist das Klo, wo der Snackshop. Ach ja, was ganz wichtiges: Bitte bleibt fern von den Mönchsrobben, es sind heute ein paar hier und die brauchen Freiraum. Stempel abholen, sonst kommt ihr nicht mehr rein wenn ihr zB zum Shop wollt. Keine Steine betreten im Wasser, sind ja Korallen!

Wir werden weitergeleitet in einen Saal wo ein 5-minütiger Film gezeigt wird. Auf Englisch, ja klar. Man kann auch einen Audio Guide haben der das übersetzt. Auf Japanisch, Chinesisch, Koreanisch UND Französisch. Das wars. HALLOOOHOOO! Diskriminierung! Wo sind die Deutsch-Übersetzer? Ich will sofort einen haben! Der Film erklärt nochmal dasselbe was der Typ grade versucht hat uns zu verklickern und noch etwas mehr. Wo man schnorcheln sollte, wo es Stömungen gibt, wofür die Lifeguards da sind und und und. Können wir jetzt schon rein? Echt jetzt? Es ist 10:45. Schaut noch wer auf unser Ticket? Nein? Ok, also so ganz verstehen tu ich die Timeslots dann nicht. Warum kauf ich mir ein Ticket für 11:20 wenn ich eh schon um 10:20 reinkann und auch komme. Meiner Meinung nach ist das dann einfach komplett egal wann der Timeslot ist, Hauptsache man hat einen. Die Daytickets sind zwar begrenzt, auf welche Menge wissen wir aber nicht.

Wir sind drin! Yaaay, Yaay, Hanauma Bay! Und jetzt alle YAAY, YAAY Hanauma Bay! Na gut, ich lass es sein. Wir könnten mit dem Zug runterfahren, entscheiden uns aber für das Patschentaxi. Die Aussicht von oben ist traumhaft. Ein langer Sandstrand und eine große Menge Menschen. Es verteilt sich aber ganz gut. Die Schattenspots sind schon gut belegt. Wir gehen bis ans andere Ende der Bucht und finden einen Baum der uns kleinen schmalen Ausländern ausreichend Schatten spendet. Für Einheimische wäre der Schatten zu wenig. Wir breiten uns aus und stürzen uns umgehend in die Fluten.

Wellengang vorhanden, also muss man gut aufpassen! Die Sicht ist eher määh, aber grundsätzlich Ok. Ich bin innerhalb von ein paar Minuten in einem Fischschwarm mit locker 50 Fischen gefangen. Sie lassen sich von der Strömung treiben und lassen mich auf 10cm herankommen. Hier hat kein Fisch Angst vor Menschen. Jeder macht seine eigenen Entdeckungen. Den Mädels wird schnell kalt und sie gehen wieder raus. Jasmin und ich schwimmen noch den Strand entlang und kommen zu dem Entschluss dass, egal wo man reingeht hier in der Bucht, man immer das selbe sieht. Ja, es sind auch viele andere Fische als in der Sharks Cove. ABER: Es sind auch viel mehr Menschen hier.

Und was man hier sieht ist einfach unglaublich. Erwachsene Menschen (hauptsächlich asiatischer Herkunft) mit Schwimmflügeln, Rettungswesten und Flossen. Dann welche, die im Komplettneopren schnorcheln. Ein paar scheinen auch nur sonnenbaden zu wollen. Die braten hier und schauen nicht so aus, als würden sie irgendwas anderes machen wollen. Schwimmen können hier wirklich die wenigsten. Zumindest hat es den Anschein. Jetzt verstehen wir auch die mehrmaligen Aufforderungen bezüglich: Schwimmkenntnisse und bitte dies nicht und das nicht. Auch die Reaktion der Surflehrer, dass wir alle super schwimmen können, geht mir wieder durch den Kopf. Wir sind hier offenbar die Einhörner.

Was wir im Wasser sehen ist grundsätzlich nichts Neues. Mein neuer Freund der Humuhumunukunukuāpua‘a ist sehr territorial und hat zumindest hier mehrmals sein Revier verteidigt indem er auf mich zugeschwommen ist und mich vertreiben wollte. Im vollen Karacho auf meine Schuhe zu nur um dann 2cm davor abzudrehen und in einer neuen Attacke wieder auf mich loszugehen. 1x sogar mit Kontakt. Ich habs ja schon verstanden du Blaulippiger kleiner Koffer. Ich bin ja schon weg. Korallen in Grün, Braun und Rot. Es ist nicht sehr farbenfroh, die Fische dafür teilweise umso mehr.

Bei unserem Mittagessen entdecken wir dann in unserer Chipstüte ein Loch. Das war vorher natürlich noch nicht da. Irgendjemand hat sich dran zu schaffen gemacht. Die kleinen Tauben können es nicht gewesen sein. Aber was entdecken wir kurz danach. Klar, Mungos. Zu hauf sind sie hier unterwegs. Wir füttern einen mit Weintrauben. Er bedankt sich, sagt seinen Kumpels, dass wir hier nicht zu beklauen sind und geht seiner Wege. K2 will die Robbe anschauen und wir schlendern hin. Total reglos liegt Robbert da und sonnt sich. Plötzlich dreht er sich ruckartig um nur um sofort wieder in einen komatösen Zustand zu fallen. Naja, also wieder zurück. Jasmin will heute nicht mehr ins Wasser und bleibt draußen, wir ziehen uns um und wollen reingehen. Als irgendetwas durch die Lautsprecher gekrächzt kommt, verstehe ich kein Wort, weil ich mich grad am Klo umziehe. K1 hat es zwar gehört, aber nicht verstanden. K2 vermutet, dass Robbert sich umgedreht hat und rennt los um nachzusehen. Wir schlapfen nach. Natürlich hat der Dickmann sich nicht bewegt, warum sollte das auch durch den Lautsprecher gesagt werden.

Also wieder rein ins Wasser. Wir sehen nicht mehr als vorher und das Meer wird auch gefühlt immer unruhiger. Irgendwann wird wieder irgendwas unverständliches durchgemurmelt. Kein Mensch versteht das, wenn man im Wasser ist. K2 vergeht die Lust und sie geht raus. K1 und ich schwimmen noch ein bisschen rum. Ich achte nicht sonderlich auf die Menschen um mich, im Nachgang wird mir aber bewusst, dass ausser uns keiner mehr im Wasser ist. Es ist kurz vor 15:00 und die Leute werden dazu bewegt aus dem Wasser zu kommen und sich fertig zu machen und nach Hause zu gehen, da der Park um 16:00 schließt. Jasmin ist sauer über solch ein Verhalten. Wir werden nun mehrfach aufgefordert aus dem Wasser zu kommen und als wir draußen sind sollen wir zusehen, dass wir fertig werden. Der Park schließt. Ja DOCH! Haben wir verstanden. Diesmal fahren wir mit dem Zug hoch. Es ist genügend Platz. Nochmal kurz in den Shop und rein ins Auto und ab nach Hause.

Schnell geduscht, umgezogen und unser Weg führt uns in Ala Moana Shopping Center. Laufschuhe müssen gefunden werden für K1. Die Grundsatzdiskussion über Apple oder Google Navigation entbricht wieder. Wir machen eine Kombi, sind aber wohl nicht wirklich schneller dadurch. Das Shopping Center ist riesig. Ich bekomme direkt bei einem Eingang einen Parkplatz und Jasmin ist schon wieder in Sorge, weil hier nirgends steht dass man da parken darf. Kurze Recherche und damit ist klar: Gratis parken für 11.000 Fahrzeuge. Juhu, ich bleibe hier stehen. Wir kommen auf Ebene 2 rein und finden hier gleich die Marken für die kleine Brieftasche: Rolex, Luis Vuitton, Prada, Burberry usw. Genau das Richtige für uns. Bevor wir weiterschauen können, hören wir eine hawaiianisch angehauchte Musik. Wir folgen den Klängen und finden 1 Sänger und 3 tanzende Männer die einen Volkstanz aufführen. Jasmin ist beeindruckt von der Attitüde und möchte das Lied bis zum Ende hören. Danach kommen direkt 4 Hula-Girls und wir verlassen die Szenerie.

Hoch in die 3te Ebene: Hier sind wir richtig. Footlocker hat ein paar Angebote, wo zumindest 1 genau passt. Na endlich. Ein paar weitere Shops werden noch angesteuert und alle haben Hunger. Wo gibt es hier eigentlich was zu essen? Ah: 1 Ebene. Also Lift nehmen und runter fahren. Ganz unten angekommen ist eigentlich Untergeschoss ohne Tageslicht, übrigens die erste Ebene dieser Art. Oben war es quasi ein Freiluft Einkaufszentrum mit aneinandergereihten Geschäften. Es gibt Schilder zum Food Court. Und was man hier findet, ist wirklich nicht von schlechten Eltern. Geschätzte 30 verschiedene Lokale jeglichen Geschmackes – Hier gibt es wirklich für jeden was. Wir haben uns dann für folgendes entschieden: K1 für Chick-fil-a, K2 wieder für Canes Chicken Finger, Jasmin und ich haben uns jeweils einmal Panda Express und LA Brisket geteilt. Als Nachspeise gab es was von Cinnabon und ein Shaved Ice von Zagu. Was soll man sagen: Hungrig waren wir danach nimmer. Das Einkaufszentrum macht um 20 Uhr zu, also haben wir keine Möglichkeit mehr hier irgendwas zu kaufen. Walmart ist gleich um die Ecke, und wir holen uns noch ein paar Grocerys fürs Frühstück und so weiter.

All-in-All haben wir aber trotzdem irgendwie das Gefühl dass es fast günstiger ist hier essen zu gehen. Unsere Einkäufe sind am Ende des Tages doch immer teuer und wir kommen „nur“ ein paar Tage damit aus. Vielleicht täuscht es auch. Eine kleine Anekdote noch zum Ende des Tages. K2 hat ihre Kopfhörer verlegt und wir bleiben noch kurz bei Ross stehen. Der hat bis 22 Uhr offen. Wir huschen rein und holen uns welche. Da wir aber doch noch was anderes suchen, wollen wir zu dem Ross bei uns zu Hause. Ich fahr im Affenzahn heim, und dann hat der einfach schon um 21 Uhr zugemacht. So ein Scheiss.

Morgen ist Surfen angesagt und Jasmin hat ein Date mit Sharon. Das wird sicher lustig.

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