Hawaii (Oahu) – Tag 19 – Die letzen Tage brechen an

Auf auf ihr Hasen, hört ihr nicht den Hawaiianer blasen? Nein, es ist nicht die Muscheltrompete, eher das Schnarchen von rechts. Nur ganz leicht und leise.

Um 10 Uhr müssen wir am Diamond Head sein. Tickets sind schon gebucht. Wir haben Alika angeboten, uns zu begleiten, ob er wirklich mitkommt wissen wir noch nicht. Ein ausreichendes Frühstück zu uns nehmend, lesen wir unsere Nachrichten und bekommen eine Absage von ihm. Er muss noch Rasenmähen und Hecken schneiden. Also bleiben nur wir 4. Wir packen unsere Rucksäcke mit ausreichend Wasser für 10 Personen, weil es könnte ja heiß werden. Das Wetter ist jedoch eher bewölkt, sodass wir Glück haben und die Sonne nicht runter brennt. Keine 15 Minuten Fahrt und wir erreichen den Diamond Head State Monument Park. Wir fahren durch einen einspurigen Tunnel und und sehen ein Kassenhäuschen auf dem die Vorgehensweise hier beschrieben ist. Ticket – jo, komm rein! Feel free. No Ticket – Verpiss dich mit deiner Benzinschleuder und schau wo du bleibst.. oder kauf ein Ticket beim Schalter.. SOFERN ICH DIR EINES VERKAUFEN WILL!!

„You have to be out till 12“ bekomm ich noch nachgerufen. Hä? Ach wir dürfen da jetzt nur 2 Stunden rein? Sehr interessant. Na ob das was wird, wagen wir erstmal zu bezweifeln. Zu unserem Glück haben wir unser Ticket wie immer im Vorhinein gebucht. Auto parken, Rucksack drauf, Bergfex App ein, Jasmin daran erinnern dass sie ihre Uhr auch einschalten soll, und los geht die 2stündige Wanderung (inkl. Rückkehr, lt Jasmins Recherche). Wir merken sehr schnell, dass der Weg recht einfach ist. Uns kommen eine ganze Menge Wanderer entgegen. Der Pfad führt den Krater hoch und langsam wird es auch etwas enger und ein Zaun weist uns den Weg auf die Spitze. Es ist halt auch wieder typisch Amerikaner. Wanderwege bei uns werden gefühlt alle 5km mit einem unscheinbaren Strich markiert. He Blindfisch, da vorne haben wir einen roten Streifen auf den Stein gemalt, ach der wurde von einem Hasen umgedreht. DEIN PECH! Finde den Weg.

Hier – wird alles eingezäunt. Du musst dem Weg folgen. Und keinen Schritt weg davon. Nach insgesamt 25 Minuten erreichen wir den „Gipfel“, also den Kraterrand. Immerhin war es ja mal ein Vulkan. Die Menschen stapeln sich hier und man muss warten, bis man zu einem passenden Bild kommt. Ich bin komplett durchgeschwitzt, Mir tropft es von der Stirn. K2 hat ein ordentliches Tempo vorgelegt. Ich will meinen Rucksack nicht abnehmen. Wasser wird allerdings nicht knapp, wir haben ja genug mitgenommen. Am Rückweg kommen wir durch einen alten Militärausblick und einer Art Bunker durch und gehen den vorgegebenen Weg wieder hinunter. Nach insgesamt 1 Stunde und 3 Minuten inkl. Pause und Fotoshootings sind wir mit dem Ding fertig. Keine Ahnung, wer die 2 Stunden vorgegeben hat, aber es muss ein Ortsansässiger gewesen sein. Denn das was hier als Hike verkauft wird, ist bei uns ein Spaziergang.

Wir gönnen uns noch ein Dole Whip Ice (beinahe so gut wie bei der Plantage) und 2x Shaved Ice (annähernd so schlecht wie beim Barefoot Beach Café) und verlassen den Park nach insgesamt 1 3/4 Stunden wieder. Und auch hier sehen wir wieder den klitzekleinen Superheldenvogel. Ein kleiner brauner Vogel mit roter Augenbinde. Genannt Wellenastrild wie Dr. Google rausgefunden hat. Sie sind superwinzig und superschnell. Fliegen hier auch überall rum und sehen superlustig aus.

Wir kommen daheim an und machen uns fertig für den letzten großen Badetag. Lohi, Hualani und Hāpuna warten schon auf uns. Wir gehen mit ihnen wieder zum Sherwood Beach Park boogieboarden und baden. Vorher stoppen wir beim Safeways für ein Mittagessen. Wir hatten vor ein Brathuhn zu nehmen, das hat aber irgendwie gar nicht gut ausgeschaut, also haben wir zu Chicken Wings geswitcht. Ja, dort kann man einfach fertige warme Wings mitnehmen. In 5 verschiedenen Varianten. Wir nehmen die augenscheinlich knusprigsten mit. Beim Beach Park angekommen, sehen wir die Ausmaße des Labor Day‘s. Der Parkplatz ist beinahe komplett voll. Wir erwischen noch eine Lücke und parken ein. Meine Mitfahrer glauben in diesem Urlaub immer wieder, dass ich mit dem Pick-Up nicht in die Parklücke passe oder nicht reinkomme. Irgendwie schaffe ich es aber doch immer.

Es sind unglaublich viele Familien hier. Jeder hat irgendwie sein Partyzelt, einen Griller, eine oder mehrere Kühlboxen, Campingstühle und Tische und genug Essen für eine ganze Woche dabei. Sie verbringen Zeit, lachen und spielen miteinander. Es ist irgendwie nett anzusehen. Von 13 bis 16:30 sind die Mädels nur 30 Minuten nicht im Wasser. Plötzlich sind die Sprachbarrieren gekippt. Es hat ja nur knappe 3 Wochen gedauert. K1 taut auch immer mehr auf, sie fürchtet sich nicht mehr sooo sehr vor falschen grammatikalischen Ausdrücken. Es wird kalt um 16:30 und Jasmin muss in die Sonne gehen. Ja, kein Problem es hat ja nur 28 Grad und auch sie ist in den Temperaturgefilden angekommen. 28 Grad Sonne grad recht, im Schatten, brr. Hier laufen einige Leute mit langen Hosen und Pullovern rum. Jetzt gehört sie auch bald dazu. In Bälde ist sie ein waschechter Hawaiianer. Ihr werdet schon sehen.

Wir packen zusammen und wollen heute endlich beim Taco Bell vorbeifahren. Beim Laden angekommen steht eine lange Schlange vor dem Drive-Inn. Wir denken uns: HA, diese Trottel, stehen da an, weil sie zu faul sind, um auszusteigen. Ja typisch Ami! Also steigen wir aus, gehen zur Türe und sehen das Schild – Low on Personal – Just Drive-Inn today. Uff – ok ok, doch nicht die Trottel – Amis – eher die Trottel Europäer, die das Schild nicht gesehen haben. Aber gut, das war auch nur 10x10cm groß.

Also fahren wir um dieses Einkaufszentrum rum zu Teddy‘s Bigger Burgers. Die Teile haben wirklich gut geschmeckt – aber das Fett darin war nicht von schlechten Eltern. Da man seine Getränke selber rausdrücken kann, hat K2 ein Experiment gewagt. Root Beer gemischt mit Powerade und Cola. Würde es jetzt als abgelaufene Zahnpasta beschreiben. Sie fand es toll. Als Nachspeise haben wir uns noch Churro Fries gegönnt. Naja eine eher eigenartige Kombination 2er Dinge. Das Lokal hat kein WC, ich muss aber, also sputen wir uns heim. Die Damen machen sich einen Spass daraus mir Klogeräusche vorzumachen, um mich zu animieren. Macht mir aber nix aus.

Als letzten Tagespunkt fahren wir für die verbleibenden 2 Tage noch ein Frühstück holen. Also nochmal wegfahren und zum Safeways. Wir bleiben aber vorher nochmal bei Long Drugs stehen da K1 hier noch etwas benötigt. Ich parke natürlich fast vor der Türe. Jasmin ist etwas verwirrt, da wir nun in diesem Geschäft stehen. Aber sie merkt recht schnell, dass es hier kein Obst zu kaufen gibt. Also Artikel holen, zahlen, raus zum Auto. Wir steigen ein und fahren von einem Parkplatz 150m weiter zum nächsten. Nun sind wir echte Amerikaner! Wir können nicht mal mehr diesen Weg zu Fuß zurücklegen. Jetzt sind wir hier angekommen. Bei 28 Grad Außentemperatur frösteln und für jeden Schritt das Auto nehmen. Alrighty then!!!

Der Abend endet mit Wäsche waschen für uns und mit Postkarten schreiben für die Mädels. Die letzten Tage brechen an und wir sind schon gespannt wie das alles mit dem Koffer packen wird. Morgen ist nochmal vollgepackt mit Unternehmungen. Wir haben tatsächlich alles aus unserer To-Do-Liste irgendwie untergebracht. Die Zeit ist viel zu schnell vergangen und irgendwie will keiner von uns so richtig in die Heimat zurückkehren. Denn wo ist nun wirklich Heimat? Es ist für jeden etwas anderes. Ob es ein Ort ist, oder ob es die Menschen sind, definiert jeder von uns anders. Für uns ist es aber doch eher, wo wir zusammen sind. Denn egal wo wir bisher waren. Irgendwie haben wir uns immer wie Zuhause gefühlt.

Aloha und bis morgen

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