Einmal noch ganz früh aufstehen! Heute steht noch der Makapu‘u Lighthouse Trail mit Sonnenaufgang an. Die Mädels haben gesagt, sie möchten mitkommen und wir sollen sie unbedingt wachrütteln. Naja schauen wir mal, ob das was wird. 4:50 läutet der Wecker, ich drück ihn mal weg. Um 5:00 stehen wir dann auf, Jasmin macht keine Gefangenen und schaltet das Licht ein. K1 gibt Regungen von sich und wacht auf. K2 dreht sich um, murrt wieder, dass sie nicht mitgeht und dreht sich um. Wir machen uns ohne Rücksicht auf Verluste fertig und K2 wird nun doch wach und will mitkommen. Ihr wäre es wohl egal, ob sie alleine hier ist, aber sie will doch den Sonnenaufgang sehen.
Ich habe gestern schon die Surfboards auf den Pick-Up gepackt, die wir nun mitnehmen müssen. Nein, niemand wird die Dinger in der Nacht runterklauen. Warum sollte jemand das auf einem abgelegenen Parkplatz tun. Sonnenaufgang um 6:18 und lt. Google und Bergfex dauert der Hike 30 Minuten pro Richtung. Also hopp hopp um 5:45 müssen wir spätestens dort losgehen. Ich will schon auf den Parkplatz einbiegen, als ich grade noch sehe dass der Schranken zu ist. Ach ja, der Park macht erst um 7 Uhr auf. Also machen wir es wie die Anderen hier und parken im Straßengraben. Jasmin schiebt schon Panik weil der Randstein 30cm nach unten geht. Da kommen wir SICHER nicht mehr hinauf. Ok, ja wir haben ja einen Mini Cooper. Das geht schon.
Da wir etwas später sind als beim letzten Sunrise Hike brauchen wir keine Stirnlampen. Wir alle sehen sehr gut und marschieren los. Der Weg geht zuerst nach Süden um den Hügel herum und in einem U wieder nach Norden. Der Leuchtturm ist weit unter uns, man kann dort leider nicht mehr hin. Nach 30 Minuten erreichen wir die Spitze, schießen ein paar Fotos und lassen die Menschen hinter uns, die dort oben gedrängt warten. Wir finden eine Ausweiche und holen uns den besten Spot für 4 Personen für einen Sonnenaufgang. Zur Stärkung haben wir gestern Riegel gekauft, die jetzt verspeist werden. Und wie es halt in diesem Urlaub so sein soll, sind die Wolken abermals unser Feind. Die Fernsicht ist gut, man sieht auf mindestens 3 der benachbarten Inseln und man erahnt im Hintergrund die 4te. Die Sonne kommt ziemlich schnell hinter den Wolken hervor. Das Licht ist einfach herrlich und wir beobachten friedlich. Am Rückweg kommen uns noch mehr Menschen entgegen und wir denken uns alle eigentlich nur: Wie bescheuert kann man sein, dass man nicht die halbe Stunde vorher aufgestanden ist um den Sonnenaufgang zu sehen. Versteht kein Mensch sowas.
Egal, beim Auto angekommen sind glücklicherweise noch alle Surfboards vorhanden. Wir steigen ein, und ich lenke den Bordstein hoch, gebe Gas und fahre mit ganz kurz durchdrehenden Reifen los. Jasmin staunt nicht schlecht, das hätt ich mir jetzt nicht gedacht, dass wir da so ohne Probleme hoch kommen. Sag ich ja. Wir fahren gelassen nach Hause und schieben uns ein Frühstück zwischen die Kiemen. Die Alten haben um 10:30 ein Appointment. Da dürfen wir nicht zu spät kommen. Und vorher müssen wir noch Briefmarken für die Postkarten der Mädels holen und die eben erwähnten Surfbretter abliefern. Wir haben aber reichlich Zeit und machen uns gemütlich auf den Weg. Bei Kanani läuft zwar der Fernseher, er ist aber nirgends zu finden und so stellen wir die Bretter und die Halterung da ab, wo er es mir gezeigt hat. Jasmin sucht anschließend eine Poststelle raus und wir fahren dorthin. K1 und ich gehen mit den Briefen rein, weil wir denken, ja nur kurz die Marken kaufen und dann können wir weiter. Die Schlange an Menschen steht bis in die Selbstaufgabestelle. Gefühlte 100 Leute stehen hier. Ich kann nicht reinsehen wo es weitergeht oder wieviele Menschen hier eigentlich arbeiten.
Wieder egal, wir haben noch Zeit und warten. Da ja gestern Labor Day war, dürften viele ihre Post nicht abgegeben haben. Vor uns befindet sich ein Schalter für abgestempelte und bezahlte Pakete. Der ist allerdings nur von 7am bis 9am geöffnet. Ja bist du geil oder wie? Was bringt denn sowas? Wer fängt damit denn etwas an? Versteht nur der Amerikaner. Uh, es geht eine Person weiter vor. Es drängen sich immer wieder Menschen mit Paketen an uns vorbei, kommen aber gleich ohne wieder raus. Als wir weitere 10 Minuten gewartet haben sehe ich warum. 1 Dame hinter dem Schalter und neben ihr ein riesiger Haufen Pakete. Sie weist jeden drauf hin sie einfach herzustellen und so machen die Menschen es auch. Vor uns steht ein älteres asiatisches Ehepaar welches irgendwie in Kontakt mit der Dame hinter dem Schalter kommt. Ich habe nicht mitbekommen was die wollten, aber sie läutet nach einer Kollegin. Sie müssen irgendeinen Zettel vorzeigen und die 2te Dame verschwindet wieder, kommt aber auch nicht mehr hervor. Hmmm, sehr verdächtig.
Derweil geht unsere Schlange langsam aber stetig weiter. Der nächste in der Reihe ist ein älterer asiatischer Herr mit Hörgerät. Ja mega, das wird sehr interessant. Er schleppt 2 Pakete, offenbar noch nicht bezahlt, und will diese aufgeben. Die Dame hinterm Schalter weist ihn an auf einem Touchpad auf den grünen Knopf zu drücken. Er macht dies, sie weist ihn an auf den roten Knopf zu drücken. Pah, das kann ja jeder, er drückt grün. Oh, falsch? Ja nochmal von vorne. Das Spiel geht auch ein 2te mal genau so. Beim 3ten mal macht sie es dann selber und kann ihm 50 Dollar für den Versand und 4 neue leere Boxen abluchsen. So werden hier Geschäfte gemacht. Die Herrschaften von vorher stehen übrigens immer noch da. 2 Leute vor uns werden in der Zwischenzeit abgefertigt, als die Kollegin für die 2 alten Leute wiederkommt mit einem Stapel an Briefen. Meiner Meinung nach sicherlich 30 Briefe und 5 Pakete. Wie lang waren die nimmer da? 6 Monate oder was? Genau wie aus den Filmen, wo die Briefe mit einem Gummiring zusammengebunden sind. Sehr lustig. Jaaa, wir sind dran, los, los. Marken, wohin? Austria – ah ja, Australia, no problem. Nix Känguru du. AUSTRIA! Ah, sorry – it‘s international – it‘s all the same stamps. Ja wenn du es so sagst. Ich hoffe, dass nicht irgendein Känguruh dann meine Karte bekommt. Wir werden sehen. Ein paar Karten, die die Mädels geschrieben haben, mussten leicht adaptiert werden, denn sie haben die Namen recht weit oben geschrieben. Also liebe Jana Lu, Anja Sch und Amel – wenn ihr diese Briefe nicht bekommt, dann sind die Marken schuld.
Jetzt aber schnell weiter. Es ist zwar noch Zeit bis 10:30, aber wenn wir eher dort sind, sind wir eventuell auch eher fertig. Hilton Hawaiian Resort wird angesteuert. Dort befindet sich das Aloha Tattoo Studio. Ich hatte meinen Termin im März ausgemacht. Jasmin vorgestern, wer ist hier der Planer. Egal, ich bekomme Ian zugeteilt. Ich gebe ihm grob, was ich mir vorgestellt habe und ein paar Vorlagen und er legt schon mit der Zeichnung los. Bei Jasmin geht es nur um einen Schriftzug, den sie in ihr bestehendes Tattoo integriert haben will. Easy Peasy sozusagen. Ihr Künstler ruft sie rein, ich sitze noch draußen und warte. Ian kommt irgendwann mit dem Entwurf raus und ich bin platt. Es sieht mega aus! Jup, so machen wir es. Ich also wieder raus, er rein und macht alles fertig. Holt mich nach 10 Minuten wieder rein, rasiert mir den Waden, drückt die Folie drauf und sagt mir ich soll mal in den Spiegel schauen. Die Mädels kommen immer wieder rein und schauen auch bei Jasmin vorbei. Ich gehe auch zu ihr und sehe, dass sie noch nicht mal den Schriftzug auf der Hand hat. Offenbar ist es ein sehr schwieriger Schriftzug. Und ein sehr genauer Tätowierer. Richtig, ein sehr genauer, der das wirklich ernst genommen hat :-). Mir gefällts wie es ist. Die Damen erkennen einen Delfin und ein Seepferdchen. Joaaa, es ähnelt schon, aber mit einem Delfin bin ich auch geschwommen, also passt das de(l)finitiv! Ich hau mich hin und Ian beginnt. Wir brauchen für alles so ca. 1 Stunde und Jasmin ist auch irgendwann während ich ca. bei der Hälfte bin fertig. Schmerzen aushaltbar, wie immer eigentlich. Ergebnis TOP! I like it!
Mittagessen wäre nice, die Kinder wollen zum Vietnamesen Pho (spricht sich aber FA, aus welchen Gründen auch immer) essen. Da wo wir mit Kanani und Sharon waren. Ja gut, dann fahren wir halt wieder nach China Town. Diesmal aber bitte in die Parkgarage, die wir letztes Mal nicht gefunden haben. Mein Navi leitet mich aber wieder von der falschen Seite hin, da ich aber weiß wo es ist, gleiche ich das ohne Problem aus. Sehe zwar die Einfahrt in die Garage trotzdem nicht, Adlerauge Jasmin findet sie, aber zumindest bin ich jetzt von der richtigen Seite gekommen. Spoiler, die 2 Stunden die wir hier parken, werden uns 4 Dollar kosten, ein Bruchteil von dem was wir letztes Mal auf einem freien Parkplatz gezahlt haben. Wir müssen noch zu einem Bankomat, weil sie im Restaurant keine Kartenzahlung haben. Als wir später das Restaurant betreten, macht es nicht den Anschein, als ob uns eine der 3 Damen wiedererkannt hätten. Als wir bestellen jedoch fragt sie gleich, ob die Mädels wieder Frühlingsrollen haben wollen und wer keine Zwiebeln in seiner Suppe mag. Herrlich, wir sind nach 1 Besuch schon stadtbekannt. Love it! Nachdem wir ja WIEDER hier sind, brauch ich über das Essen nicht weiter sprechen. Uns wurde aber angetragen, hier dringend aufs Klo gehen zu müssen. Sagen wir’s mal so. Geht besser auf ein anderes Klo. Man will gewisse Dinge nicht sehen. Es ist das Hinterhofklo von einem noch älteren Hinterhof. Zumindest sauber ist es. See you soon – Nein du liebe vietnamesische Restaurantbesitzerin, wir sehen uns nicht SOON. Sofern wir uns überhaupt nochmal sehen, nachdem du schon aussiehst, als wärst du selbst bei der Gründung Vietnams dabeigewesen.
Ein kleines Abschiedsgeschenk für unsere Hosts brauchen wir noch. Was trifft sich besser als bei Cindy‘s Lei Shop ein paar außergewöhnliche Lei‘s zu besorgen. Das ist hier Tradition und wir halten uns daran. Am Weg heim machen wir einen kurzen Stop und überreichen Sharon und Kanani ihre Lei‘s. Wir wissen nicht ob wir sie noch sehen, da sie morgen total busy sind. Sie kommen aber am Abend bei uns nochmal vorbei. Sehr fein! Letzter Punkt für heute. Die Mädels wollen sich vom Strand verabschieden. Und das standesgemäß mit Boogeyboarden. Also ein letztes mal zum Sherwood Beach Park und die Sau rauslassen. Das Wetter soll nicht sooo mitspielen. Es hat „nur“ 25 Grad und es windet Jasmin zu sehr. Wir halten es kaum 2 Stunden aus bevor wir wieder heimfahren. Und da passiert es auch. K1 wird wahrscheinlich von einer Man-o-war attackiert, einer portugiesischen Galeere. Sie können hier schon vorkommen, es sind aber keine Warnflaggen aufgestellt. Also eher vereinzelt. Ob es nun wirklich eine war, wissen wir nicht. Der Mitch Buchannon vor Ort gibt mir Essig und vermutet die Galeere. In 30 Minuten ist alles erledigt. Wir werden sehen. Es sind keinerlei Spuren erkennbar. Es könnte auch ein Wasserfloh gewesen sein. Wir wissen es nicht. K1 beklagt sich noch mindestens 30 Minuten über ein Kribbeln und Brennen aber naja. Danach ist es aber vergessen.
Bei der Heimfahrt bleiben wir noch bei TacoBell stehen. Diesmal ist der Innenbereich offen und wir holen dort etwas. Keiner von uns ist so richtig begeistert. K2 hat sich in der Meinung es wäre Ketchup mehrere Tüten Sauce mitgenommen. Als Jasmin sie darauf anspricht und sie fragt was sie damit will, denn da steht in riesigen Buchstaben FIRE! drauf, schaut sie recht bedröppelt und lässt die Sauce Sauce sein. Meine Erinnerungen an Taco Bell waren sehr positiv, deshalb war dies leider eine richtige Enttäuschung.
Wir beginnen ganz leicht mit Aufräumarbeiten. Lohi und die Mädels bekommen auch noch Lei‘s und wir bekommen noch Geschenke von Sandy, die es wahrscheinlich nicht mehr schafft, sich zu verabschieden. Ein paar Dinge haben wir hier schon verteilt und ein paar werden wir noch verteilen. Auch Sharon und Kanani kommen mit Geschenken und lieben Worten und der mehrfachen Ermahnung, dass wir wieder kommen müssen vorbei. Ein gemütlicher Abend mit zu scharfen Takis und mir zu sourcremigen Chips geht zu Ende.
Morgen steht ein anstrengender Tag an. Aber wie könnte man so eine Reise am Besten beenden? Ganz genau, so wie man sie angefangen hat. Also nachdem die Krankheit von K2 beendet war. Mit einem Flohmarkt. Da wir uns tätowiert haben, wollten die Mädels auch ein Hennatattoo haben. Eigentlich schon letzte Woche, aber wir haben ihnen gesagt, dass das bis zum Abflug schon wieder weg ist und es doch viel besser wäre, wenn wir es so spät wie möglich machen, dann hätten sie eventuell auch in der Schule noch was davon. Also wird das unsere Beschäftigung. Die Koffer müssen gepackt werden, die Mitbringsel müssen aufgeteilt werden und das Gewicht darf nicht überschritten werden. Wie wir das schaffen, werden wir morgen sehen.
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