Hawaii (Oahu) – Tag 22/23 – Reise mit Umwegen

Unser Heimflug aus Honolulu wird in San Francisco zwischengestoppt. War ja auch so geplant. Es ist knapp 23 Uhr als unser Flug von Honolulu startet und K2 fällt in dem Moment in den Tiefschlaf als der Flieger auf das Rollfeld rattert und abhebt. Sie wacht auch genau zu dem Zeitpunkt wieder auf als er in San Francisco landet und beschreibt den Flug wie folgt: Sind wir schon da? Das war ja ein kurzer Flug. Ja genau, der 5 1/2 Stunden Flug war superkurz. Sehen wir auch so. Wir konnten alle ein bisschen schlafen und sind jetzt um 6:00 morgens am nächsten Tag in San Francisco aufgewacht und angekommen.

Ich höre irgendwas von Kofferband 5 aus den supertollen Lautsprechern und wir beginnen die Suche danach. Irgendwie kommen aber fast keine Mitreisenden mit uns. Das fällt mir aber erst viel später auf. Wir irren durch den Flughafen und finden Band 1-4. Kein 5er Band. Ich frage eine Mitarbeiterin. In der United App steht auch nichts anderes als Band 5. Sie checkt das Ganze für uns und sagt uns, dass wir zu Terminal 3 müssen. Wir sind jetzt in 2. Der Flughafen ist sehr verwirrend. Auch für hier Arbeitende. Ja danke, das haben wir auch gemerkt. Wir gehen die paar Meter und finden in Terminal 3 Band 5 welches komplett leer ist. Ich frage beim Koffermann nach, er entgegnet jedoch, ob wir einen Anschlussflug haben. Indeed. Dann werden die Koffer automatisch weitergeschickt. Sehr gut, das wussten wir natürlich auch noch nicht. Beim Herweg war es ja anders, aufgrund des Zolls. Dann sind wir jetzt ohne Koffer. Haben aber ungefähr soviel Zeit vergeudet, als ob wir ihn abholen und neu einchecken hätten müssen. Unser Plan, zur Golden Gate Bridge zu fahren reift ab jetzt ziemlich gut nach.

Nur, wie um alles in der Welt kommen wir da hin? Uns wurde BART empfohlen. Eine Hochbahn, die direkt vom Flughafen losfährt und mit ein paar Umwegen auch bei der Golden Gate Bridge endet. Dauer dieses Trips: 1,25 Stunden. Hmm, ja schon klar, es ist erst 6 Uhr, aber es ist doch ganz schön lang. Taxi? Puhhh, teuer oder? Uber? Wie funktioniert das eigentlich? Ich lade mal die App runter und schaue wieviel es kostet. Angebot 47 Dollar pro Richtung. Das ist ja direkt ein Schnäppchen, eine halbe Stunde Fahrt. Das nehmen wir. Ich buche den Fahrer. Es kommt ein schwarzer Tesla. Man sieht den Fahrer und das Kennzeichen. Das ist tatsächlich sehr praktisch. Das Wetter ist kompletter Mist. Es regnet ganz leicht und es ist im Vergleich zu unserer bisherigen Destination arschkalt und windig. Das passt uns überhaupt nicht. Der Weg vergeht für die Kinder wie im Flug – es wird laut geschnarcht im Fond. Jasmin und ich schauen uns die Straßen an. Als wir ankommen ist KEIN Mensch vor Ort. Die Brücke erstreckt sich vor uns und wir staunen nicht schlecht. Es gibt ein Besucherzentrum und ein Café dort, beides öffnet erst um 9 Uhr. Was machen wir jetzt von 7:50 bis dahin?

Fotos von einer vernebelten Brücke natürlich. Ach ja und raufgehen ein Stück. Da das Ding doch recht lang ist, der Verkehr auf der Brücke sehr aktiv ist und auch noch Radfahrer am Fußgängerstreifen fahren dürfen, entscheiden wir uns für den ersten Steher und schießen ein paar Fotos. Die Mädels meutern ordentlich: Mir ist kalt, was wollen wir da, ich muss aufs Klo, es regnet! Fliegen wir bitte zurück nach Hawaii. Erklärversuche scheitern gewaltigst. Wir verlassen die Brücke in Richtung Westen nach unten zum Meer. Wir haben dort eine Plattform gesichtet, wo mehrere Menschen oben waren. Was genau dort passiert, können wir aber nicht feststellen. Also spazieren wir in Eiseskälte runter. Es sollte sich als Dock für Fischer herausstellen, der Torpedo Warf. Alle stehen da und werfen ihre Angeln aus. Ob sie auch was fangen, interessiert uns eigentlich nicht. Die Möwen allerdings schon. In allen Alterskategorien stehen sie hier und warten auf die Reste der Angler. Was wir (eigentlich K1) aber dafür entdecken, ist viel spannender. Mindestens 2 Robben kreisen hier und machen ihre Runden und tauchen immer wieder auf und verschwinden wieder. K1 sieht plötzlich auch noch 2 Flossen auftauchen. Wir vermuten 2 Delfine die ganz knapp an dem Pier vorbeischwimmen. Und ja genau so ist es. Jetzt haben wir sie auch in freier Wildbahn gesehen. Wie schön ist das eigentlich! Jetzt ist die Kälte gleich weniger schlimm.

Der Park hier rundherum ist riesig und wir bräuchten mindestens 1 Stunde um irgendwas anderes außer Park sehen zu können. Also entschließen wir uns zurück nach oben zu dem Information Center und dem Café zu gehen. Es ist schon 9 Uhr, daher können wir auch gleich in die Warming Hut rein und uns dort mal umsehen. Ein kleiner Souvenirladen mit angeschlossenem Coffee to go für die Fischer hier unten. Nichts Interessantes. Oben angekommen, holen wir uns ein Frühstück im Round House Cafe. Ein kleiner Durchlauf noch im Information Center für ein paar Sticker. Die Zeit wird immer knapper und darum entscheiden wir uns nochmal für ein Uber zurück zum Flughafen. Da sich der Verkehr etwas beruhigt hat, sind wir wesentlich schneller am Flughafen. Der Security Check ist in 20 Minuten erledigt. Ich musste diesmal meine Schuhe ausziehen, welche nochmal durch den Röntgenapparat geschoben werden. Das wird ja meiner Meinung nach eh einfach nur so random gemacht, weil ein Muster erkennt man da überhaupt nicht. Jeder 5ten Person werden einfach mal die Schuhe ausgezogen oder so. Jou, das wars dann aber auch schon. Wir sind durch. Wir suchen unser Gate, füllen die Wasserflaschen auf einem 3fachen Spender auf der wie ein riesiges Raumschiff aussieht. Einmal HOT, einmal Chill (eiskalt) und einmal Normal Temperiert. Sowas hab ich auch noch nie gesehen, aber gut, wer einen Tee haben will, braucht nur noch den Beutel.

Am Gate legen sich die 2 kleinen Damen mal aufs Ohr. Hier sind so große Liegeflächen an den Wänden und es sieht bequem und ein wenig nach obdachlos aus. Es ist auch noch fast niemand da, also kein Problem. Wir breiten uns aus und ich schreibe unseren letzten Tag fertig. Jasmin liest Korrektur. Der Flug sollte bald losgehen. Es bleibt noch eine Stunde zu warten. Irgendwann dürfen wir boarden und in die 777 einsteigen. Es sollte noch mehr als eine halbe Stunde dauern, denn wir müssen auf 6 Passagiere warten, die mit Verspätung von anderen Flügen kommen. Also zusätzlich zu der normalen Vorbereitung. Somit verspätet sich alles weitere. Der Rest des 12 Stunden Fluges wird allerdings recht unspektakulär, bis auf eine Situation, in der wir plötzlich in Turbulenzen geraten. Mitten beim Essen. Das war toll. Becher die stehen und Wasser, dass sich daraus erhebt. Unsere Bäuche hat es auch etwas gehoben. Dennoch blieb das Essen drin.

Das Flugzeug landet im kalten verregneten München und wir warten wirklich, bis alle anderen ausgestiegen sind. Dadurch das K2 viel geschlafen hat und durchgehend auf Jasmin geschlafen hat, hat sie sich nicht wirklich bewegt. Wir erkennen das nachher an ihren Knöcheln, die sich ungefähr verdoppelt haben, als wir aussteigen. Die Koffer sollen auf Band 4 geholt werden und wir streifen durch den uns schon bekannten Münchner Flughafen. Und diesmal sind wir sogar noch vor unseren Koffern dort. Das erste mal sehen die Mädels, wie das mit diesen Förderband funktioniert. In Los Angeles haben wir ja so lange beim Zoll verbracht, dass unsere Koffer schon von einem netten Mitarbeiter abgepackt wurden.

Jasmin fängt jetzt zu Schwitzen an, denn nun kommt der Zoll. OH MEIN GOTT – Wenn die uns aufhalten. Wir sind so am Arsch! GANZ TOLL – die ganzen Dinge die wir gekauft haben. Ruhig Brauner. Wegen den 2 Jeans die wir vielleicht mehr haben als erlaubt, wird uns niemand ins Gefängnis stecken. Wir spazieren leicht angespannt an den Zollbeamten vorbei, Jasmin grüßt extra freundlich und sind auch schon durch. Wieder höre ich einen beachtlichen Stein irgendwo runterplumsen. Keine Ahnung wo der hergekommen ist. Ich lese das Schild Bus/Taxi und folge den Hinweisen. Draußen angekommen sehen wir aber keinerlei Hinweise auf die Linie, die uns zum Parkhaus bringt, also checke ich nochmal online wo das sein soll. Ah, ja – da vor dem Terminal 1 wo wir ausgestiegen sind. Also nochmal rein in den Flughafen, innen queren und am anderen Ende wieder raus, Haltestelle ansteuern, in den Bus einsteigen und beim Parkhaus wieder aussteigen. Auch diesmal erfolgt keine Kontrolle der Fahrscheine.

Vermutlich sind unsere Koffer die Fahrscheine, weil die Busfahrer sie eh schon kennen. Wer sollte hier sonst einsteigen, außer jemand der in einem der 5 Parkhäuser geparkt hat. Jasmin findet das Auto auf seinem Stellplatz wie ein Adler seine Beute bei der Jagd. Die Mädels sind fertig von der ganzen Reise und versuchen zwar nicht zu schlafen, scheitern daran aber kläglichst. Es sollte die längste Fahrt von München nach Klagenfurt werden, die ich je gemacht habe. Nach nicht allzu langer Zeit auf der Autobahn Routen uns unsere beiden Navis ab (Apple und Google sind sich einig). Unfälle auf der ganzen Strecke. Wir fahren durch die Pampa. Also durch Vororte quer durch Bayern bis an die Grenze. In Salzburg erreichen wir nach 2 1/2 Stunden endlich österreichisches Staatsgebiet. Was für eine Fahrt. Der Rest davon sollte unbeschadet von statten gehen. Keine weitere Vorkomnisse auf der Strecke. Wir gähnen nur wie die Seelöwen.

Wir tanken mein Auto nochmal auf und holen uns als Abendessen etwas von der Schnitzelwelt. Ja was typisch österreichisches halt. Jeder räumt heute noch sein Handgepäck, also den Rucksack aus. Mehr Funktion haben weder unsere Köpfe noch unsere Körper. Die Koffer sollen morgen folgen. Keiner hat mehr Lust drauf. Die 2 kleinen Zombies sind auch gar nicht motiviert dazu. Es sollte 21 Uhr werden, bis alle im Bett sind. Wir sind zurück von unserer Reise einmal um den halben Globus. Viel weiter entfernt könnten wir nicht mehr sein. Ein Fazit dürft ihr die nächsten Tage erwarten. Wir sind froh die Reisestrapazen hinter uns gebracht zu haben.

Mahalo fürs Lesen.

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