Polen – Tag 1 – Pozdrowienia z Polski

Endlich – Unser diesjähriger Urlaub geht ins nicht allzuferne Polen. Wie kommt man denn bitte da drauf? Naja, so ganz genau erklären kann man das auch nicht mehr. Es war eine wilde Mischung aus: „Wo könnten wir hin“ und „Ach dann fahren wir halt gleich nach Polen“. Beiden Mädels hat die Idee gefallen, also ab die Post.

Wir planen einen kleinen Roadtrip, denn nur in eine Stadt ist auch irgendwie langweilig. Also gehts nach Krakau, Warschau, Danzig und Breslau. Seid wie immer mal gespannt was wir erleben, wie es uns gefällt und was ihr euch komplett sparen könnt. Also ab geht die wilde Maus – äh Fahrt!

Wie immer bei unseren Roadtrips mit Kindern fahren wir über Nacht. Die Fahrzeit für die erste Location in Krakau beträgt 8 Stunden, somit fahren wir um 23:00 Uhr los. Gepackt wird tagsüber, Jasmin schläft etwas vor, und ich hau mich auf die Couch um irgendso eine seltsame Serie der Mädels mit anzuschauen. Wir denken, dass wir diesmal gut vorbereitet sind, wie sich später an diesem Tag herausstellen wird, war das nicht ganz so der Fall, und fahren frohen Mutes los. Ich hau mich wieder mal sofort aufs Ohr und Jasmin übernimmt die ersten 4 Stunden. Einschlafen wird zur Herausforderung, denn das Hörbuch handelt wieder von Mord und Totschlag. Von Psychopaten und Halsabschneidern. Na Bravo! Wie soll ich denn so in RUHE schlafen können. Naja, Jasmin kennt sowieso schon sämtliche Varianten, mich um die Ecke zu bringen, also ist das jetzt auch schon egal und ich pfeife bald weg.

Als ich wieder aufwache sind wir in Tschechien und Jasmin fallen fast die Augen zu. Fahrerwechsel wie bei den 24 Stunden von Le Mans – 2,73 Sekunden und wir fahren schon wieder weiter. Die Weiterfahrt vergeht tatsächlich eher langweilig. Das einzig Interessante ist, dass die Raststationen geschlossen sind. Ich bleibe 3x stehen, sehe aber überall dass erst ab 6 Uhr wieder gepinkelt werden darf.

Nach 8 Stunden Fahrzeit kommen wir in Krakau an und suchen erstmal unser Apartment. Auch wenn wir wissen, dass wir noch nicht reinkönnen, wollen wir mal die Lage abchecken, um zu sehen wo es liegt. Es ist in einem Gebäudekomplex und wir haben eine mehr als ausführliche Anweisung unserer AirBnB Vermieterin bekommen. Dass diese dann doch nicht ganz reicht, merken wir später auch noch. Das Wetter ist eher nicht so wirklich optimal, aber solange es nicht regnet, ist eigentlich alles besser als daheim.

Erster Programmpunkt: Parkplatz suchen für die Wawelburg. Direkt davor gibt es ein eher hochpreisiges Parkhaus, welches wir trotzdem nehmen. Alle sind hungrig und unser Weg führt uns in die nächstgelegene Milch-Bar. Jasmin hat darauf bestanden – eine Milch-Bar muss es sein! Eine traditionelle, subventionierte Selbstbedienungskantie wo es gute und günstige Hausmannskost gibt. Wir also dort rein, in die Bar Mleczny Flisak (sieht von außen wirklich nicht einladend aus) und sehen eine Liste mit Speisen, die wir natürlich NICHT lesen können. Jasmin zückt ihr Telefon und fängt an zu übersetzen. Ich steige irgendwann mit ein und wir kommen auf 4x Rührei (mit je 2 Eiern) 2 Semmeln, 2 Semmeln mit Butter, 1x Milchreis, 2x Wasser, 1x Kaffee (hausgemacht), 1x Götterspeise und 1x Kefir um zusammen 19€ – Jeder hat das bekommen, was er wollte und geschmeckt hat auch alles. Die einzige Überraschung war der Kaffee – der erste Versuch ging direkt in den Satz, welcher oben schwamm. Also erstmal umrühren und nochmal abwarten. Vom Geschmack her gar nicht so schlecht, vom Mundgefühl her Horror. Wenn man vor jedem Schluck umrühren muss, um nicht vom Kaffee abbeißen zu müssen, dann vergeht einem der recht schnell. Solang man rührt und trinkt ist aber alles super.

Zurück zur Wawelburg und Tickets kaufen. Wir rechnen zusammen, was wir anschauen wollen und kommen auf 50€ pP für die komplette Burg mit allen Ausstellungen. Beim Schalter finden wir raus, dass die Kinder bis 16 Jahren frei sind. Also heute nur die Hälfte! Jippieyahyeh Wadiswav sag ich da. Wir kämpfen uns durch die ganze Burg und schauen uns mal mehr, mal weniger interessante Ausstellungen an. Bei den Ausstellungen im ersten und zweiten Stock der Burg steigen wir dann beim Audioguide aus und schauen sie uns einfach selbst an. So kommen wir von 2 Stunden auf 35 Minuten. Wir sind aber auch komplett durch, der Tag ist jetzt schon lang genug und wir sind mehr als müde. Empfehlung also wenn man nicht die volle Tour genießen will, dann spart man sich Stock 1 und 2.; Juwelen und Waffenkammer sind sehr cool, Aussichtsplatform ebenfalls und die 2 letzten Ausstellungen in der Burgmauer und durch die Höhlen gefallen uns auch.

88 Zloty fürs Parken später sind wir endlich am Weg zu unserer Unterkunft. Eher unfreiwillig als freiwillig darf ich dann in die Rezeption gehen, mit der Sicherheitsdame quatschen warum, wieso, weshalb wir hier sind. Ich gebe sämtliche Infos, die Jasmin bekommen hat, ab, aber irgendwie scheint sie nicht zu wissen wer wir sind. Ihr wurde jedenfalls nicht gesagt, dass jemand kommt. Egal, sie öffnet den Schranken und ich fahre in die Tiefgarage. Gleich mal gegen die Einbahn weil der Parkplatz der 6. ist, den wir sehen. Wer macht schon eine Runde im Parkhaus, wenn man doch gleich vorne rechterhand sehen kann, dass es der Parkplatz ist den wir haben. Also schnappen wir uns die Koffer und suchen den Aus- bzw. Eingang. Natürlich wird sich mal wieder ordentlich verlaufen und wir kommen direkt mal im richtigen Stockwerk aber beim falschen Eingang raus. Anstatt Tür 25 sind wir bei 125. Auch ein Stockwerk darüber und darunter wird es nicht besser. Wir stehen plötzlich irgendwie wieder bei der Rezeption und fragen die Securitylady wo wir hinmüssen. Ahaaa es gibt mehrere STIEGENHÄUSER. Tür 1 und Tür 4 sind halt doch nicht die selben.

Also jeeeeetzt haben wir den richtigen Eingang gefunden. Nur ist das Problem dass dort ein Code eingegeben werden muss. Jetzt steht in der Anleitung: (Code: kluczyk1234) – das ist ein Zahlenfeld – wo zum Teufel soll man die Buchstaben eingeben. Wir drücken uns durch alles durch, aber die Tür geht nicht auf. Es kommt eine Dame von innen raus, also huschen wir rein. Jasmin ist schon am Rande eines Kollaps, weil nichts klappt und ich will nur die Koffer endlich in die Wohnung bringen. So zankt man sich wieder um die richtige Vorgehensweise. Wir fahren hoch, finden sofort die richtige Wohnung (So ein Zufall aber auch bei der richtigen Tür) geben den Code vom Zahlenschloss ein und bekommen einen Schlüssel. Die Wohnung ist recht muckelig und wir teilen uns gleich mal alles auf. Ich gehe zurück zum Auto um jetzt den richtigen Weg auszukundschaften. Naja wenn man schon in der Garage die falsche Türe nimmt, kann man oben nicht richtig rauskommen. Wenn’s einfach wäre, dann kann’s ja jeder. Ich finde das Auto, hole die restlichen Sachen und mache mich auf den Weg zurück. Jetzt habe ich nur mehr das Problem mit dem Codefeld, auch wenn ich jetzt einen Chip dabeihabe, der mir dir alle Türen öffnet, will ich wissen wie das geht.

Irgendwann, als ich auf dieses verdammte Zahlenfeld starre und zum 4ten mal den Code ansehe fällts mir auf. Kluczyk heißt Schlüssel – und auf dem Tastenfeld befindet sich ein Symbol eines Schlüssels – also draufklicken – Code eingeben und TADAAAA – Sesam öffne dich! Na also, geht doch.

Nächster Programmpunkt – Morgen steht Auschwitz am Plan – Tickets runterladen. Gebucht mit einem deutschen Guide wäre es aber recht cool, wenn wir die Tickets auch bei uns haben. Ich fange an zu suchen: keine Mail – keine Bestätigung. Versuche mich auf der Homepage einzuloggen – Passwort falsch – Mist verdammter – Passwort zurücksetzen – Email falsch – WAS ZUM T… Jasmin wird unrund, ich werde ungeduldig. Ich durchforste mein Mailfach – NICHTS
leichte Gereiztheit steigt in uns hoch und ich versuche dort anzurufen – 15 Uhr Dienstschluss.. na Bravo – Ich hab die Uhrzeit nimmer im Kopf – was machen wir jetzt? Ich schnappe mir das IPad und will nach dem 10 Versuch eines „falschen“ Passworts einfach einen neuen Account anlegen – HA! Email Adresse gibt es schon. Ich gebe erneut das Passwort ein und plötzlich bin ich drin. Lade mir unsere Tickets runter und schicke sie gleich an Jasmin. Wenn man sie schon damals ausgedruckt oder geschickt hätte, wäre alles halb so wild, aber einfach kann ja jeder. Was soll man machen, ein Schussel bleibt ein Schussel. Jasmin ist zurecht genervt. Hauptsache wir haben die Tickets.

Die Zeit wird immer knapper und wir brauchen noch ein Abendessen. Tripadvisor empfiehlt Pierogi Mr. Vincent – ca. 20 Minuten mit der Straßenbahn entfernt. Na, das machen wir auch noch. 12 Zloty (2,77€) für alle 4 pro Richtung und wir stehen vor einem unscheinbaren Lokal mit max. 8 Tischen. Wir ordern einen wilden Mix aus mit Fleisch gefüllten und vegetarischen Pieroggen? Pierogis? Pieroggossen? Am Ende sind es 50 Stück, welche wir auf keinen Fall wegessen können. Wir nehmen 10 mit, haben jeder 1 Getränk und 1 Flasche Mineral um 260 Zloty inkl. Trinkgeld (60€). 2x Hausmannskost, 2x perfekt gegessen an dem Tag.

Also auf und zurück in unsere Wohnung. Der Tag war lang genug. Wir sind alle komplett erschöpft und froh, dass wir gut angekommen sind, gut gegessen haben und einen ersten interessanten Tag in Krakau verbringen durften. Das Wetter hat noch nicht so mitgespielt, es war den ganzen Tag bewölkt und der Wind hat 3 von uns die Haare zerzaust. Bei mir gibts Gott sei Dank nix mehr zu zerzausen. Zu unserer gut vorbereiteten Packliste muss man noch hinzufügen, dass wir das Ladegerät der elektrischen Zahnbürsten vergessen haben. Gott sei Dank habe ich aber eine Apple Watch und das Ladegerät funktioniert auch bei einer Oral-B Zahnbürste. Nur zur Info – wenn ihr auch mal ein Ladegerät braucht. Thank me later!

Morgen müssen wir früh raus, also wünschen wir Dobranoc aus Krakau

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