Polen – Tag 10 – Żegnaj Wrocławiu, do zobaczenia wkrótce Polsko

Der letzte Tag – the last day – ostatni dzień. Wir schlafen aus und ein letztes Mal verbringen wir den Vormittag damit, in einen Einkaufscentrum die Zeit zu vergessen.

Wir nehmen diesmal die Straßenbahn für ein paar Stationen und dann den Bus. 2 von uns hätten ihn fast verpasst, weil sie Statuen schauen gegangen sind. Was für ein Glück für die Beiden, dass die Ampel auf rot geschalten hat. Das Wroclava ist eine 5-stöckige Shopping-Mall mit Kino, Go-Kart Bahn und zusätzlich 160 Shops und 34 Restaurants. Frühstück wieder vor Ort, diesmal ohne Pieroggi, ohne Schnickschnack. Einfach nur Mampf vom Bäcker mit Café. 2x vom normalen, 2x vom fancy Bäcker.

K2 braucht noch ein paar kurze Hosen, also wird das noch schnell erledigt. Anschließend gehe ich mit den Mädels zum Crocs Shop, während Jasmin für sich selbst auch endlich einkaufen kann. Wir hoffen auf Jibbitz die irgendwie nach Polen ausschauen. Leider ist da GAR NICHTS spezielles dabei. Alles einheitlich, könnte von überall sein. Eigentlich wollten wir heute in den Zoo, aber die Begeisterung war echt Mau-Mau, also haben wir mal wieder die Pläne umgeschoben. Es gibt hier eine Spielhölle mit keine Ahnung wievielen Automaten. Die Mädels hauen ihre letzten Zlotl auf den Kopf und unsere Reisekasse gibt etwas dazu um die gewünschte Karte mit mehreren Credits zu kaufen.

Es sollten 150 Credits ungefähr sein, pro Spiel benötigt es 2-5 Credits. Ihr könnt euch somit vorstellen, in welchem Dilemma wir steckten. Bei vielen Spielen bekommt man dann Lose rausgedruckt, die man am Ende wieder gegen Preise einlösen kann. Ein superschlaues Geschäftsmodell, welches natürlich super funktioniert. Hat uns in Hawaii auch schon gecatcht. Glücksrad, Ball werfen, Clown abschießen, Hau den Lukas. Hier gibts einfach alles und es wird nur das gespielt, wo es Lose als Belohnung gibt. Am Ende der Zeit sollten wir 1647 Lose gewonnen haben. Was zwar nach viel klingt, aber leider doch nicht so viel ist, dass wir einen guten Deal machen können. Jasmin stößt wieder zu uns und übernimmt die Führung beim Aussuchen der Preise. Es wird viel Kleinkram den sich die Damen dann aussuchen.

Wir essen hier etwas und machen uns wieder auf den Heimweg. Diesmal nehmen wir nur 1 Bus. Draußen hat es mindestens 35 Grad und es grillt und gart uns. Die Klimaanlage im Bus funktioniert nur so lala. Das Appartment ist glücklicherweise gekühlt und das freut uns sehr. Jasmin gibt uns eine kleine Modenschau, wir waren ja schließlich nicht dabei als sie einkaufen war. Hat ein paar schöne Schnäppchen kaufen können in Ruhe, ohne die lästige Bande. Wir ruhen noch etwas aus, parken das Auto aus der Garage, weil ein Parkplatz draussen frei ist und weil es sich einfach besser anfühlt wenn man um 23:00 nicht irgendwen rausläuten muss, dass er uns ausparken lassen kann, und wollen um 17:30 nochmal in die Altstadt und eine letzte Runde machen. Soweit, sogut. Es ist noch noch immer heiß, als wir die Bude verlassen. Es sollte sich rausstellen, dass wir uns eh schon im Viertel der gegenseitigen Achtung befinden. Jasmin hat uns jetzt rumgeführt und wir gehen ein paar Minuten im Kreis, bevor wir die Kirche vor unserer Wohnung als erste Station finden. Es ist die Kathedrale der orthodoxen Diözese Breslau-Stettin. Die Kinder merken es auch gleich. Leider ist die Kirche zu und wir machen ein paar Fotos von draußen. Es geht wieder zurück und zur nächsten Station. Es sollte die katholische Antoniuskirche werden. Bei Stopp 3 handelt es sich um die jüdische Weißstorch-Synagoge. Wir stehen davor als ein riesiger glatzköpfiger, bewaffneter Mann aus dem Eingang tritt und hinter sich absperrt. K2 kriegt große Augen, er kommt quasi auf uns zu und fragt irgendwie ob wir da reinwollen. Er schaut superfreundlich aus, aber wir verneinen. Weiter gehts zur Letzten. Die Evangelische Kirche der göttlichen Vorsehung ist aber auch verschlossen. Alle 4 Glaubenszentren sind in einem Umkreis von maximal 15 Minuten Fußweg voneinander entfernt. Ein wirklich tolles Zeichen der Achtung untereinander.

Über den Stare Miasto geht es ins örtliche Katzencafe. Entdeckt von den Mädels beim gestrigen Spaziergang mit Jasmin. Ein superkleines Cafe mit 3 Katzen. Leicht ekelig, da die Katzen halt auch auf der Theke rumgestiegen sind während die Kellnerin ein paar anderen Gästen Kuchen serviert hat. So wie in Krakau interessiert es auch hier die Katzen nicht, ob jemand da ist oder nicht. Irgendwann legt sich eine schwarz-weiße neben Jasmin auf den Boden und lässt sich streicheln. Mehr Zuneigung gibt es nicht. Den Kindern gefällts, den Einheimischen hier wohl auch nicht, da die Besucherzahl recht mager ist. Auch gestern war hier schon keine Menschenseele erzählen meine Damen.

Auf jeder Ecke in der Innenstadt finden wir Zwerge in den verschiedensten Positionen und Orten versteckt. Einerseits mittlerweile Tourisenattraktion, andererseits früher Protest gegen die kommunistische Unterdrückung. Über 1000 sollen es inzwischen sein. Gefunden hätten wir circa 10. Wahnsinnsquote! Das kriegen wir noch fertig heute. Ein Plan wäre nett, mit so Bildern wo man dann eine Checkliste macht. Und wenn man alle gesehen hat, kann man sich einen pflücken. Das wärs doch. Na? Idee?

Letzter klitzekleiner Programmpunkt: Spieleladen für ein paar Wüfel. Jasmin findet leider nichts, der Laden ist aber auch eher so lala sortiert. Ich finde Lamawürfel und einen passenden Beutel dazu. Die Macht des Lamas soll mir immer Glück bringen. Als letztes Abendmahl hätten wir diesmal etwas fischiges in Aussicht gehabt. Am Weg haben wir uns aber wie immer umentschieden und sind ins Chopper gegangen. Ein amerikanisch anmutendes Lokal, allerdings auch mit lokalen Spezialitäten. Ich bestelle mir ein Eisbein und Jasmin nimmt das Beef Tartare. Die Mädels essen Wings und einen Ofenkartoffel. Die Mengen sind wie immer mehr als ausreichend. Der Preis ist tatsächlich wie überall annähernd ähnlich günstig. Wie geht das? Wir sind nicht auf der Hauptverkehrsroute unterwegs und wir schauen auch einfach auf günstige aber gute Lokale. So kommt man gut durch.

In der Wohnung angekommen soll es 21:50 sein. Jasmin ist hundemüde und wir diskutieren kurz über die weitere Vorgehensweise. Fahren wir jetzt? Fahren wir später. Schlafen wir noch und fahren morgen tagsüber. Oder stopfen wir alles ins Auto und fahren morgen Abend. Die finale Entscheidung wird, dass wir alles packen und heute noch losdüsen. Ich fange an die Sachen ins Auto zu bringen und nehme den Müll noch mit runter. Bei der Garagenabfahrt sind diese eingehausten Container. Man öffnet den Deckel und darin steht dann die normale Mülltonne. In meinem Fall ist es leider keine Mülltonne, sondern das Nachtlager eines Obdachlosen. Er scheint nicht vor Ort zu sein, also mache ich den Deckel wieder zu. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite gibt es große Container, die sicher vom anderen Gebäude sind, aber trotzdem gut Müll in sich aufnehmen können. Außerdem sollten wir alle noch ein paar Ratten zu Gesicht bekommen. Sehr gruselig und eklig. Jasmin hat es aber eh schon gestern entdeckt. Schilder die besagen, dass man sämtliche komischen Gegenstände die rumliegen einfach liegen lassen soll. Es handelt sich um Rattengift und Fallen. Na Bravo, prost Mahlzeit. Danke, tschüss!

Bis auf 100 Zloty haben wir alles in bar ausgegeben. Was für eine Planung. Wir müssen aber auch noch tanken. Das geht sich nicht aus. Gut für uns dass wir ein Revolut Konto haben. Wer’s noch nicht kennt. Ein Auslandskonto wo man monatlich 1000 € gratis in eine andere Währung umwechseln kann ohne Gebühr. Wir also zu Tankstelle, ich geh rein und frage ob das möglich ist, etwas Bar und etwas mit Karte. No problem. Ja super. Ich tanke, ziehe die 100 Zloty ab. Es bleiben noch 177.38 über. Es ist noch ein Betrag am Konto, also wechseln Jasmin genau so um, dass wir jetzt nach dem Tanken noch 1 Groschen übrig haben. Für alle Ewigkeit. Amen. Wir rufen dann mal dort an und fragen ob wir uns den auszahlen lassen können.

Ich übernehme die erste Schicht, Jasmin ist schon fast eingeschlafen. Der Weg ist ein anderer, da wir ja viel näher an der tschechischen Grenze sind. Also aus Breslau raus und schon geht die Fahrt quer durch die Pampa. Was macht man nicht für knappe 100 Kilometer weniger Strecke bei der gleichen Dauer. Wäre es Tag, würden wir viele kleine Orte in Polen sehen. Da es aber Nacht ist, sehe ich nur einmal die großen Glubscher eines Rehes welches am Straßenrand steht. Der Rest der Fahrt vergeht ebenfalls ereignislos und ich wechsle mich mit Jasmin bei Seebenstein ab. Den Rest des Weges schafft sie sicher, da sie wieder etwas munterer ist.

Um 7:20 morgens kommen wir total erschöpft an, holen uns beim Bäcker noch ein Frühstück und tanken mein Auto voll. Es sollen 2912 Kilometer geworden sein. Ein Schnitt von 728 Kilometer pro Person also, die von uns auf dieser Reise zurückgelegt worden sind. Wenn man die Fahrtstrecke berechnet werden 1012 auf Jasmin kommen und 1900 auf mich. Wir brauchen wie immer mal ein paar Tage zum regenerieren und ein Fazit wird es diesmal auch geben.

Auf diesen Wege, danke dass ihr mitgelesen habt und bis zum nächsten Urlaub!

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