Der Tag beginnt mit früh Aufstehen. Wir müssen um 10 draußen sein, und müssen auch noch 4 1/2 Stunden Auto fahren, um unsere letzte Destination zu erreichen. Ich gehe das Erste mal in diesem Urlaub zum Bäcker. Ich frage dort, was das alles ist, es wird mir supergut auf englisch erklärt, mit einer ausladenden Handgeste: All sweet! Ich nehme 3 verschieden Dinge mit, und gehe zum nächsten Bäcker. Dort stehen 2 Touristen vor mir, die sich nicht entscheiden können, welche Brötchen mit welcher Fülle sie nehmen wollen. Es sind einige vorbereitet, welche den beiden Herrschaften aber nicht passen. Als ich an der Reihe bin, nehme ich noch 2 „herzhafte“ Dinge, so glaube ich und empfehle mich.
Das eine ist eine Pizzaschnitte und das andere dann doch eine Topfentasche mit Zitronenguss. Hat dort wie irgendein Käsedingsbumsi ausgesehen. Wir frühstücken, räumen auf, putzen schnell durch. K1 und 2 nutzen die Gunst der Stunde, um noch einen allerletzten Abstecher auf den Markt zu machen. K1 hat eine Kette gesehen, welche ihr zwar gefallen hat, sie dann aber doch nicht nehmen wollte. Gestern war der Stand leer, also versucht sie ihr Glück heute nochmal. Es sollte leider vergebens sein.
Da der Weg nach Breslau doch etwas weiter ist, wird Jasmin die erste Schicht übernehmen. K2 dankt es ihr unverzüglich mit „Mir ist schlecht“. Wie gut für uns, dass alles IM Kind bleibt. Wir bleiben erstmal auf der Autobahn. Hier in Polen gibt es nicht sehr viele davon. Die meisten sind Schnellstraßen mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 120km/h. Autobahnen sind daran zu erkennen, dass man Maut zahlen muss. Man darf allerdings noch 140km/h fahren. Eine einheitliche Vignette gibt es allerdings nicht, jeder Streckenabschnitt wurde an ein anderes Unternehmen vergeben, welches die Maut kassiert. Mal mit Karte ziehen, wenn man rauffährt und am Ende abrechnen, mal einfach einen Betrag zahlen. All in All sehen wir auf den Straßen die wir hier befahren keine 10 anderen europäischen Fahrzeuge ausser polnischen. In Danzig war das etwas anders, wie es scheint, nehmen die alle das Flugzeug.
Die Fahrt vergeht sehr viel schneller als gedacht und K2 hat alles bei sich behalten. Somit Entwarnung an alle Mitlesenden. Als wir die Stadt das erste mal sehen, wirkt sie für uns schon irgendwie sehr viel einladender als Danzig und Warschau. Unsere Wohnung liegt ebenfalls wieder sehr nahe an der Altstadt. Das Prozedere wie wir zum Schlüssel kommen, ist jedoch etwas interessant. Wir müssen eine andere Straße nehmen als die Adresse es ansagt, weil wir quasi im Hinterhof parken müssen. Dort können wir dann um das Gebäude rumgehen, beim Haupteingang rein, in den 4ten Stock und dort den Schlüssel und den Garagenöffner holen. Der Vermieter hat zwar gesagt die Abfahrt ist slightly narrow, aber was ist dann bitte die Garage. Der Weg runter ist wirklich grad so machbar mit meinem Ford Galaxy. Mit Einweisung auf cm von Jasmin. Unten erweist sich das ganze dann als Frimel- und Bastelarbeit par excellence. Wir haben zum Glück 2 Parkplätze: 6 und 7 – JAAAA 6-7 verdammt! Aber sonst wäre ich im Leben da nicht reingekommen. War auch so schon eine Next-Level-Parkerei.
Jasmin fragt beim Vermieter nach, ob der Parkplatz 5 neben uns vergeben ist. Sonst müssen wir rausfahren. Um die Ecke komm ich nicht rum. Unmöglich. Seht euch das anschließend an. Ich versuche später ein paar Bilder anzuhängen. Als Antwort bekommen wir, dass er eigentlich noch nie jemanden hat dort parken sehen, was aber jetzt nicht heißt, dass dort niemand ist, er kennt den Besitzer aber auch nicht. Toll, wird schon schief gehen denk ich mir und sonst parken wir halt raus im Laufe des nächsten Tages. Auch kein Problem. Irgendwo ist schon was frei.
Unsere neue Wohnung ist der Hammer. Größe ist zwar ziemlich ähnlich, wie alle anderen, aber die Ausstattung ist genial. Wohnraumlüftung mit Klima, Polnischer Marmor im Badezimmer, riesen Kühlschrank. Um es mit Worten der neuen Jugendlichen zu sagen: Bei der Wohnung geh ich Crashout! Die ist wirklich gut Käse. Wie bitte was?
Eine Verschnaufpause für alle und ein kurzes Sammeln der Erwachsenen. Jasmin will noch shoppen gehen, die Mädels eigentlich gar nichts und ich würde gerne einen Termin für mein Urlaubstattoo ausmachen. Die Mädels chillen daher einfach mal mit TV on Demand in dem super kühlen Appartement. Ein Laden für mich und ein Einkaufsladen für Jasmin werden schnell ausgemacht. Wir latschen die 5 Minuten hin und ich frage, ob es morgen möglich wäre. Der sehr nach falscher Priester aussehende Mitarbeiter mit Rauschebart verneint, es geht erst übermorgen, weil morgen sind sie alle den ganzen Tag gebucht. Ein Mitarbeiter hinten im Laden hat es mitbekommen und sagt, er könnte es schon machen. Halt jetzt gleich. Wir beide etwas verwirrt, ja sollen wir später nochmal kommen oder warten oder wie oder was. Es kommt noch eine dritte Person, der Chef, der dann sagt ja das wird ca. 2 Stunden dauern und halt ca. 800 Zloty kosten. Ich sage, dass ich eh aber nur ein kleines haben will. Jaja mit Vorbereitung usw. usf. das kenn ich schon. Ja gut. Es ist 17:30, das wird schon irgendwie schief gehen. Eigentlich schließt das Studio um 18:00.
Der Tattoowierer fängt mal an die Bank einzupacken und sich selbst und keine Ahnung was noch alles. Wir besprechen kurz was es werden sollen, aber er hat schon was im „Mind“. Es soll noch 15 Minuten dauern, bis er herkommt und uns seine Ideen präsentiert. Nummer 3. Er hat Freude, ich hab Freude, solang das Endergebnis nicht so ausschaut, wie das, was er mir da jetzt zamgekritzelt hat. Jasmin beginnt schon mich zu verarschen. dass er doch der Azubi ist, der heute seine erste Zeichnung macht. Er sagte er wolle es Free-Hand direkt auf den Fuß zeichnen. Ja warum auch nicht. Bis es schließlich soweit ist, dass wir anfangen können, ist es 18:50. Wir merken schon, dass ich wohl das Glück hatte, den langsamsten Tattowierer von ganz Wrocław zu finden. Jasmin reichts, sie verlässt den Laden und geht zurück zu den Mädels um mit ihnen etwas zu Essen zu suchen und die Altstadt zu besichtigen. Ihr Shopping ist einfach mal gecancelt. Schon wieder. Einmal 15 Minuten und 5x 5 Minuten. So lange dauert es noch. Also so oft habe ich gefragt und auch der Chef des Ladens. Es scheint also auch ihm nicht zu passen, dass sein Mitarbeiter Maks da echt ne Schnecke ist. Ja, er achtet total auf Sauberkeit (hat sich sicher 3x die Handschuhe gewechselt), er verbraucht seine Akkus komplett (wurde 1x gewechselt), und er achtet total auf Einzelheiten (setzt 3x wieder an obwohl er nickt, einen Schritt zurück macht und den Kopf schief hält) Um 21 Uhr sind wir endlich fertig. Ich hatte schon die Befürchtung, dass ich heute hier übernachten muss.
Meine Damen sind inzwischen mit der restlichen Pizza vorbeigekommen, denn sie sind schon alle fertig. Sie haben tolle Pizzen mitgebracht, von denen ich einen Teil abbekommen soll. Der Preis des Tattoos bleibt gleich, obwohl die Zeit sich kaugummihaft erweitert hat, der Chef hat zwar etwas verärgert dreingeschaut, aber abgemacht ist abgemacht. Ich gebe Maks noch ein kleines Trinkgeld worüber er sich sehr freut. Foto des Meisterwerks anbei. Bin echt sehr happy damit, das Warten hat sich gelohnt.
Dann gehen wir wieder nach Hause, unterwegs verschlinge ich ein paar Stücke Pizza. Die Mädels bleiben nochmal daheim, heute wollen sie mal „nix“ tun und die Massagedusche im Zimmer nutzen und wir gehen nochmal raus. Jasmin möchte mir noch die Altstadt zeigen, die sie in der Zwischenzeit mit den Mädels erkundigt hat und wir gehen wenigstens 1 Mal noch einen Cocktail trinken. Am Stare Miasto angekommen, entdecken wir eine riesige Leinwand auf der grad ein Film läuft. Gefährliche Brandung mit Keanu Reeves auf Englisch mit polnischen Untertiteln. Wir sehen erstmal keine Cocktailbar, also kehren wir im Hard Rock Café ein. Es ist nicht besonders viel los, daher kriegen wir einen guten Sitzplatz draußen. 1x Smoked Old Falshion, 1x Bahama Mamma und weil ich ja dieses Monat Geburtstag hatte, löse ich meine Gratis Nachspeise – Hot Fudge Brownie ein. Ein Becher so groß wie mein Gesicht gefüllt mit Eis, Schlag und Brownie. Die Cocktails waren auch mega. Mein Bahama Mamma ist eher wie ein Safti, da merkt man gar nicht, wie man betrunken wird. Die Nachbarn am Tisch (Ostdeutsche) amüsieren sich darüber, dass Jasmin das Männergetränk und ich das Safti trinke (wir kennen diese Reaktion schon).
Plötzlich huscht eine ca. 40cm große Figur über den Platz, unter den Tischen durch und beim Nachbarlokal unter der Türe rein, eine fette Ratte behauptet Jasmin. Ich hab nichts gesehen. Das einzige was ich gesehen habe, war der komische Hund am Nachbartisch. Das Quietschen an den Nachbartischen könnte aber wirklich auf mehr als diesen komischen Hund hingedeutet haben. Als wir alles geleert haben, schlendern wir nach Hause, stecken nochmal die Schmutzwäsche in die Maschine und testen jeder extra die Dusche mit Massagestrahlen. Da wird man überall sauber sag ich euch.
Morgen ist der letzte Tag in Polen und wir sind schon gespannt, was es hier in Breslau noch zu erblicken gibt. Gleichzeitig bin ich doch etwas traurig, dass wir nicht länger hier sind. Aber wie bereits erwähnt, können wir ja jederzeit wieder kommen.
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